USA schicken Soldaten

Angst vor Boko Haram: Nigerias Lehrer streiken

Abuja - In Nigeria wächst weiter die Angst vor neuen Anschlägen der Boko Haram. Lehrer beklagen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Die USA versprechen Hilfe.

Zehntausende Lehrer haben am Donnerstag in Nigeria mit einem landesweiten Streik und Protesten gegen Sicherheitsmängel und Terrorgefahr in Schulen demonstriert. Die Lehrergewerkschaft NUT verwies vor allem auf die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen Mitte April in Chibok im Nordosten des Landes. Insgesamt seien allein in den Bundesstaaten Borno und Yobe 173 Lehrer in den letzten Jahren von Terroristen getötet worden.

NUT-Präsident Michael Olukoya forderte von der Regierung, die Sicherheit in den Schulen zu gewährleisten. Die Lehrer des Landes lebten in „ständiger Angst“ vor Angriffen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Die Lehrer wollen den Gewerkschaftsangaben zufolge ihren Streik fortsetzen, bis die entführten Mädchen sicher nach Hause zurückgekehrt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden seien.

USA schicken Militär- und Polizeiexperten

80 Elitesoldaten aus den USA sollen bei der Suche nach den entführten Schülerinnen helfen. Sie werden vom Nachbarland Tschad aus an Geheimdienst- und Aufklärungsmissionen beteiligt. Dies teilte das Weiße Haus am Mittwoch mit. Bereits vergangene Woche hatten die USA Militär- und Polizeiexperten nach Nigeria geschickt. Boko Haram droht, die Mädchen zu verkaufen, wenn die Regierung gefangene Gruppenmitglieder nicht freilässt.

Bei verschiedenen Bombenanschlägen und Angriffen von militanten Islamisten in den vergangenen Tagen im zentralnigerianischen Jos sowie im Nordosten Nigerias sind insgesamt über 160 Menschen getötet und zahlreiche andere verletzt worden. Bis Donnerstag hatte sich niemand zu den Anschlägen bekannt. Als Urheber wurde aber wiederum Boko Haram vermutet. Sie ist seit 2009 verantwortlich für den Tod Tausender Menschen.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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