Gegen absurde Löschregeln

Antirassismus-Kampagne auf Facebook: Nippel verboten, Hass erlaubt

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„Nippel statt Hetze“: Nackt-Model Leila Lowfire und Schauspieler Matthias Weidenhöfer. Um das ganze Bild zu sehen, bitte klicken.

„Nippel statt Hetze“: So heißt eine Kampagne die gerade die Absurdität der Regeln bei Facebook aufzeigt. Nacktbilder werden streng zensiert, rechtsextreme Äußerungen meist nicht.

Nach der Kampagne wurde nun auch das Facebook-Profil des weiblichen Nacktmodels gesperrt. Die Aktion und ihre Wirkung:

Die Kampagne 

Eine barbusige Frau steht hinter einem Mann mit dem absichtlich falsch geschriebenen, fremdenfeindlichen Schild „Kaufft nicht bei Kanaken“, dazu der Satz „Eine dieser Personen verstößt gegen die Regeln von Facebook“. Hinter der Kampagne steckt der in Berlin und Köln lebende Fotograf Olli Waldhauer. „Wir leben in einer Welt, in der nackte Brüste als gefährlicher angesehen werden als fremdenfeindliche Aussagen“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Immer wieder stellt er das Foto in dem sozialen Netzwerk ein. und immer wieder wird es gelöscht. Ein Beispiel für die Löschpolitik von Facebook, gegen die Waldhauer mit dem Foto protestieren will.

Die Facebook-Regeln 

Hassbotschaften sind in dem sozialen Netzwerk genauso verboten wie nackte Brustwarzen. Beiträge, die gegen die Richtlinien verstoßen, können von Facebook-Nutzern gemeldet werden. Das Netzwerk löscht den Beitrag dann. Das Problem dabei: Nippel sind auf den ersten Blick zu erkennen, die Entscheidung, ob Kommentare noch von der Meinungsfreiheit gedeckt sind hingegen oftmals nicht. Die EU drängte Facebook vor einem Monat das Löschen von Hassbotschaften zu beschleunigen.

Kann mir das jetzt bitte mal einer erklären Herr Facebook? Habt ihr etwa tatsächlich verstanden worum es uns geht? Das wäre ja mal was. #NippelStattHetze

Posted by Olli Waldhauer on Freitag, 30. Oktober 2015

Die Models 

Bei der Kampagne sind der Schauspieler Matthias Weidenhöfer (30) und das Nackt-Model Leila Lowfire (23) zu sehen. Nachdem Facebook nun auch ihr Profil gelöscht hat, sagte sie der Bild-Zeitung: „Ich finde es völlig absurd, dass jeder ungefiltert seinen Hass in die Welt blasen kann, bei Nacktheit aber sofort der digitale Schwanz eingezogen wird.“

Die Reaktionen 

Das Foto wurde nach Angaben von Waldhauer innerhalb eines Tages mehr als fünf Millionen Mal geklickt und tausendfach geteilt. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht, da das Foto immer wieder gelöscht wird.

Das sagt Facebook

Facebook bezeichnet die „Nippel gegen Hetze“-Kampagne als Provokation. „Wir verstehen, das wir hier gerade in Deutschland großer Kritik ausgesetzt sind“, sagte eine Sprecherin des sozialen Netzwerks dem "Tagesspiegel". Ein Problem mit der Aktion hat Facebook nach eigenen Angaben trotz des Löschens nicht. Denn die Kampagne trage dazu bei, „dass das Thema Fremdenfeindlichkeit diskutiert wird.“

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