Noch keine heiße Spur nach vereiteltem Anschlag

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Der Times Square in New York.

New York - Drei Videos, in denen sich Terrororganisationen zu dem vereitelten Anschlag auf dem Times Square bekennen, bewerten die Behörden als unglaubwürdig. Sie verfolgen eine andere Spur.

Nach dem gescheiterten Bombenanschlag auf den New Yorker Times Square verfolgen US-Ermittler eine konkrete Spur, hatten aber bis Montag noch keine handfesten Hinweise auf die möglichen Drahtzieher. Heimatschutzministerin Janet Napolitano betonte, es würden keine in Frage kommenden Terrororganisationen ausgeschlossen, es seien aber auch noch keine als Urheber bestätigt. Sie warnte im US-Fernsehsender NBC vor voreiligen Schlüssen und betonte, jede Spur müsse verfolgt werden.

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Die konkreteste Spur war zunächst eine Videoaufzeichnung von einem Mann zwischen 40 und 50 Jahren, der sich am Samstag in der Nähe des Tatorts verdächtig verhalten hatte. Er war bei der Auswertung von Überwachungsvideos und Aufnahmen eines Touristen im Umkreis der Autobombe aufgefallen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie ein Mann in der Nähe des Tatautos sein Hemd auszieht und es verstohlen in eine Tasche steckt. Dann dreht er sich um und schaut auf den Geländewagen, aus dem zu diesem Zeitpunkt bereits Qualm aufstieg. Auch der Besitzer des Fahrzeugs sollte vernommen werden.

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Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg warnte davor, den Mann aus dem Video vorschnell zum Verdächtigen zu erklären. “Millionen von Menschen gehen über den Times Square“, sagte er im Fernsehsender ABC. “Diese Person war an einer Stelle, an der die Kamera eine gute Aufnahme von ihm machte. Vielleicht hat er was damit (dem Anschlag) zu tun, es gibt aber auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass dies nicht der Fall ist. Wir verfolgen alle Spuren.“ Bloomberg sagte weiter, es gebe bisher keinen Beweis für eine Beteiligung ausländischer Terroristen.

Zweifel an Taliban-Bekennervideos

Drei verschiedene Videos pakistanischer Taliban stufte die Polizei als unglaubwürdig ein: Die darin aufgestellten Behauptungen könnten nicht belegt werden und dieselbe Gruppe habe bei früheren Anschlägen auf US-Boden unzutreffenderweise die Täterschaft behauptet, sagte ein New Yorker Ermittler, Raymond Kelly. In einem der Videos übernahm ein selbsterklärter Sprecher der pakistanischen Taliban “volle Verantwortung für den jüngsten Angriff in den USA“. Der Film wurde von der US-Expertengruppe SITE, die militante Websites überwacht, auf YouTube entdeckt.

Video von Mehsud aufgetaucht

In zwei weiteren Videobotschaften drohte der totgeglaubte Taliban-Führer Hakimullah Mehsud mit Anschlägen in den USA. Die auf den Monat April datierten Videos wurden am Wochenende von der US-Organisation IntelCenter bekanntgemacht und als echt eingestuft. In einem der beiden Filme weist Mehsud ausdrücklich Berichte zurück, wonach er Ende Januar nach einem US-Raketenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ums Leben kam. Dies hatte die pakistanische Regierung erklärt, ein Geheimdienstmitarbeiter äußerte allerdings bereits in der vergangenen Woche Zweifel an Mehsuds Tod.

DAPD

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