Arbeiten noch nicht abgeschlossen

Archäologische Sensation: „Aus Schriftquellen bisher nichts bekannt“ - Uralte Siedlung entdeckt

Grabungshelfer an einer Ausgrabungsstelle.
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Nordrhein-Westfalen: Forscher entdecken Überreste einer Siedlung aus dem Mittelalter. (Symbolfoto)

In Nordrhein-Westfalen entdecken Forscher eine untergegangene Siedlung aus dem Mittelalter. Die Untersuchungen an einzelnen Entdeckungen dauern weiter an.

  • In Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen entdeckten Forscher eine untergegangene Siedlung.
  • Vermutlich existierte die Siedlung rund 400 Jahre.
  • Noch ist unklar, wieso das Gehöft aus dem Mittelalter unterging.

Harsewinkel - Im münsterländischen Harsewinkel (Kreis Gütersloh) in Nordrhein-Westfalen untersuchen Archäologen in Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) derzeit auf einer Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern die Überreste einer untergegangenen Siedlung aus dem Mittelalter. Bisher konnten dem Boden bereits 400 Funde entlockt werden.

Nordrhein-Westfalen: Funde gewähren neue Einblicke - Siedlung stammt aus dem Mittelalter

Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) berichtet, geben diese Entdeckungen Einblicke in die bisher unbekannte Siedlung aus dem Mittelalter. „Was wir vor allem zahlreich entdecken, sind die Spuren der Löcher, die die Pfosten der mittelalterlichen Holzhäuser im Boden hinterlassen haben. Die Pfosten wurden vor etwa 1.000 Jahren in den Boden gegraben und trugen die Dächer“, wird Grabungsleiter Sebastian Luke in der Pressemitteilung zitiert.

Weiter vermutet man, dass am Fundort in Nordrhein-Westfalen einst eine Siedlung mit mehreren Höfen rund 400 Jahre existierte, und das, obwohl mittelalterliche Holzhäuser für gewöhnlich nur etwa 50 Jahre überdauerten. Daran ließe sich gut nachvollziehen, wie sich im Laufe der Zeit der Hausbau veränderte, da immer wieder neu gebaut werden musste.

Bau aus dem Mittelalter: Siedlung in Nordrhein-Westfalen viel größer als angenommen?

Ein etwa 37 Meter langer, schiffsförmiger Hausgrundriss des 9. oder 10. Jahrhunderts steht am Anfang der Siedlungsentwicklung. Laut dem LWL, wurde das mit Stroh bedeckte Haus aus dem Mittelalter wahrscheinlich von eben jenen Pfosten gestützt, die zu den entdeckten Spuren der Löcher passen. Kurios: Erneuert wurde der Hof vom 9. bis ins 12. Jahrhundert hinein immer wieder an derselben Stelle.

Funde aus jüngerer Zeit sind den Experten aus dem Siedlungsbereich in Nordrhein-Westfalen bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die entdeckten Spuren auf eine viel größere Siedlung hinweisen, als man zunächst annahm: „Da sich in dem bisher aufgedeckten Teilausschnitt bereits mindestens drei Hofstellen zu erkennen geben, müssen wir von einer für damalige Verhältnisse ansehnlichen Siedlung ausgehen, über die aus Schriftquellen bisher nichts bekannt war“, so Dr. Sven Spiong, Leiter der zuständigen Außenstelle der LWL-Archäologie in Bielefeld.

Entdeckung aus dem Mittelalter: Wieso ging die Siedlung in Nordrhein-Westfalen unter?

Bisher wurden die Pfostenlöcher sowie die Kellergrube von den Archäologen untersucht, allerdings dauern die Arbeiten noch an. Außerdem wurden einige Keramikscherben entdeckt, die den Experten weitere Aufschlüsse über den genauen Zeitraum im Mittelalter geben könnten.

Abschließend möchte man die Ursachen für den Untergang der Siedlung in Nordrhein-Westfalen herausfinden. Der bisher vermutete Zeitpunkt liegt etwa um 1200. Bislang wird vermutet, dass sich in dieser Zeit allmählich die Siedlungsentwicklung um den Kirchhof und den bischöflichen Haupthof konzentrierte, sodass die Siedlung nach und nach ihr Ende fand. (Nail Akkoyun)

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