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Welche vier Prophezeiungen Nostradamus für 2023 gemacht haben soll – und was die Astrologie sieht

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Von: Maximilian Kettenbach

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Portrait of Nostradamus especially commissioned for the CW Collection circa 1990 Checked Copyrig
Düstere Aussichten: Die Prophezeiungen des Nostradamus haben es auch 2023 in sich. © General/imago

Ein Blick auf die Vorhersagen des Nostradamus für 2023 verheißen nichts Gutes – wieder einmal. Doch er lag nicht selten daneben.

München – Von manchen gefürchtet, von anderen verspottet. Die Prophezeiungen des Nostradamus für 2023 sind einmal mehr düster. Wer also von 2022 mit der Corona-Pandemie, Russlands Ukraine-Krieg oder zahlreichen Naturkatastrophen die Nase voll hat, sollte die angeblichen Vorhersagen des französischen Apothekers aus dem 16. Jahrhundert, der auch als Arzt und Astrologe tätig war, meiden.

Die vier Prophezeiungen, die Nostradamus für 2023 gemacht haben soll

Das sind die vier überlieferten Prognosen für 2023 aus seinen prophetischen Gedichten, die aus Gruppen von je 100 zusammengefassten Vierzeilern bestanden (Lesen Sie hier die Vorhersagen aus dem Jahr 2022). Ein Vers soll dabei lauten: „Sieben Monate der große Krieg, tote Menschen durch böse Taten“. Michel de Nostredame (1503 - 1566) spricht dazu von bereits begrabenen Menschen, die wieder das Tageslicht erblicken. Eine Anspielung auf einen Dritten Weltkrieg? Auch soll eine neue große Wirtschaftskrise bevorstehen und zahlreiche Terroranschläge auf uns zukommen. Geht es nach Nostradamus, wird Papst Franziskus 2023 zurücktreten und an seiner Stelle „ein bedrohlicher Führer“ das Oberhaupt der katholischen Kirchen werden.

Doch Achtung, es ist ebenfalls möglich, dass mit diesen Voraussagen einfach nur eine mögliche Zukunft, basierend auf den Ereignissen der Vorjahre, in bestehende Verse hineininterpretiert wurde. Denn Nostradamus soll offenbar nur einmal eine konkrete Datumsangabe gemacht: Für das Jahr 3797 soll der Menschheit das Ende bevorstehen, berichtet merkur.de.

Nostradamus-Vorhersagen für 2023 - „Man kann vieles hineininterpretieren“

Nostradamus lag mit seinen Vorhersagen schon viele Male daneben. Historiker und Nostradamus-Experte Jörg Dendl ordnete die Prophezeiungen aus dem Jahr 1555 im Spiegel-Interview vor zwanzig Jahren ein: „Die Verse sind so unklar, dass man vieles hineininterpretieren kann, ähnlich wie bei Horoskopen auch.“ Außerdem habe der Seher die Chronologie der Jahre absichtlich durcheinander gebracht. Denn Nostradamus hatte offenbar Angst, wegen seiner prophetischen Fähigkeiten verfolgt zu werden. „Es scheint aber einen bestimmten mathematischen Schlüssel zu geben, um die Vorhersagen wieder in die richtige Reihenfolge bringen zu können“, sagt Dendl. Die Entschlüsselung des Codes dürfte allerdings noch niemandem gelungen sein.

Ob Nostradamus überhaupt ein Astrologe war, selbst daran gibt es große Zweifel. Der zweite Vorsitzende des Deutschen Astrologenverbandes Wolfgang Steven sagt Merkur.de von IPPEN.MEDIA dazu: „Er galt vielleicht als guter Wahrsager, aber nicht als guter Astrologe.“ Das Jahr 2023 sieht er nicht so düster wie Nostradamus und stützt sich dabei auf die Erkenntnisse der Astrologie: „2023 ist ein Marsjahr, was auf Kampfaktivitäten und Streit und vor allem auf verbale Auseinandersetzungen hinweist.“

Allerdings dürfte es gegen Mitte des Jahres zur Beruhigung kommen, ein interessanter Übergang stehe an. „Pluto verschiebt sich in das Wassermannzeichen. Der Machtplanet Pluto hat diese Position zuletzt bei der Französischen Revolution 1789 eingenommen“, sagt Steven. Seine Interpretation: „2023 könnte es für einige Autoritäten oder gewohnte Strukturen schwierig werden. Gerade mit Blick auf die autokratischen Systeme in Russland und China. Der Freiheitswillen des Wassermanns schlägt durch.“

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Nostradamus, Baba Wanga und Co.: Wahrsager-Prognosen fallen immer wieder durch

Die Prognosen der mittlerweile verstorbenen bulgarischen Wahrsagerin Baba Wanga und vieler mehr sorgen nicht überall für Begeisterung. 2022 war für Wahrsager und Hellseher nach einer Auswertung der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) ein schwarzes Jahr. Die alljährliche Auswertung esoterischer Zukunftsprognosen habe auch in diesem Jahr wenig Greifbares, manche Absurdität und keine wirklich überraschenden Treffer ergeben. Roboter jedenfalls haben im vergangenen Jahr noch immer nicht die Macht übernommen, der russische Präsident Wladimir Putin hat sich – leider – noch immer nicht aus der Politik zurückgezogen und Überfälle von Zombies wurden auch nicht weiter gesichtet. Der Tod von Elizabeth II. sei seit Jahren unter den Vorhersagen gewesen. „Irgendwann passiert es halt“, sagt der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit 21 Jahren derlei Prognosen auswertet.

Wolfgang Stevens meint dazu: „Im Nachhinein ist es natürlich immer leicht zu kritisieren. Man sieht oft Ereignisse, kann sie aber erst später einordnen. Im Nachgang konnten wir uns aufgrund der Ereignisse am Himmel auch den Mauerfall 1989 und Corona 2020 erklären. Aber das ist natürlich schon nicht so einfach.“

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