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Notfallplan für Deutschland: Welche Maßnahmen bei einem Atomunfall greifen

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Von: Nadja Austel

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Die Ereignisse im Ukraine-Krieg zeigen, wie schnell das Risiko für einen Atomunfall steigen kann. Jedoch wissen nur wenige, was in diesem Fall zu beachten ist.

Kassel – Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland vertraut darauf, dass der Staat sie im Falle eines atomaren Notfalls schützen wird – jedoch wissen die wenigsten, wie sich die Bevölkerung bei einem solchen Zwischenfall verhalten soll. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Berlin vorgestellt haben.

Die Ereignisse im Ukraine-Krieg rund um das Atomkraftwerk in Saporischschja zeigen, wie schnell das Risiko einer atomaren Bedrohung steigen kann. „Es ist unsere Pflicht, die Bevölkerung bestmöglich über Risiken und Schutzmaßnahmen zu informieren und Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagte Christian Kühn, parlamentarischer Staatssekretär im BMUV. „Wo Wissen fehlt, müssen wir die Lücken schließen“, so Kühn.

Notfallplan für Deutschland: Risiko eines Atomunfalls ist immer präsenter

BfS-Präsidentin Inge Paulini berichtete zudem: „Uns haben in den ersten Wochen des Krieges viele Fragen erreicht.“ Die Menschen wollten wissen, „welche Schutzmaßnahmen in Deutschland bei einem Zwischenfall in der Ukraine ergriffen werden müssten.“ Während sich laut der Studie 63 Prozent der Befragten Sorgen um eine mögliche radioaktive Belastung durch Atomunfälle macht, wissen nur rund 20 Prozent, was die Bevölkerung selbst zu ihrem Schutz tun kann.

Atomkraftwerk Isar 2
Die Ereignisse im Ukraine-Krieg lassen Sorgen um eine mögliche radioaktive Belastung durch Atomunfälle wachsen. (Symbolfoto) © Armin Weigel/dpa

Es gibt unterschiedliche Arten von Notfällen, bei denen radioaktives Material in die Umwelt gelangen kann. Diese werden in „Notfallszenarien“, durch welche die Umsetzung von schnellen Maßnahmen koordiniert werden, beschrieben.

Möglicher Atomunfall in Deutschland: Internationale Zusammenarbeit ist notwendig

Da Strahlung nicht vor Ländergrenzen Halt macht, kooperiert Deutschland laut BfS im radiologischen Notfallschutz auf internationaler Ebene mit Ländern europa- und weltweit. Strahlenschutz-Institutionen überwachen kontinuierlich, also auch ohne Unfall oder aktueller Gefährdungslage, die radiologische Belastung der Umwelt. Im Notfall werden die Messungen intensiviert und durch mobile Messsysteme am Boden oder in der Luft ergänzt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung in Deutschland ist aufgrund der Entfernung geringer, aber nicht ausgeschlossen, wie das Beispiel Tschernobyl 1986 zeigte. Der Unfall geschah mehr als 1000 Kilometer entfernt vom deutschen Staatsgebiet. Je nach Wetterlage und Luftströmungen können Wolken radioaktiver Strahlung allerdings weite Distanzen zurücklegen und die Strahlung in entfernte Gebiete transportieren.

Deutschland: Was ist das Risiko bei einem Atomunfall und was schützt?

Gelangen radioaktive Stoffe in die Umwelt, können sie von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Darüber hinaus senden sie beim Zerfall ionisierende Strahlung aus, die Körperzellen zerstören oder verändern kann. In Absprache mit dem Bund leitet der Katastrophenschutz der Länder deshalb schadensbegrenzende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ein. Diese können beispielsweise sein:

Katastrophenschutz in Deutschland: Längerfristige Maßnahmen nach einem Atomunfall

Nachdem eine radioaktive Wolke abgezogen ist, verbleiben radioaktive Stoffe im Boden und in der Nahrung. Gegebenenfalls werden laut Informationen des BfS daher anschließend weitere Schritte aus dem Maßnahmenkatalog ergriffen, wie zum Beispiel das Abtragen von Oberboden oder die Dekontamination von Flächen mit Hochdruckreinigern.

Zusätzlich kann die Bevölkerung selbst erste Schutzmaßnahmen ergreifen. Der BfS empfiehlt folgende Verhaltenshinweisen für den Fall, dass Radioaktivität freigesetzt wurde:

(Nadja Austel)

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