US-Regierung "wütend" über Ölpest:  USA droht BP

+
Ein Foto von Greenpeace zeigt, wie das Öl das Ufer des Mississippi verschmutzt .

Washington - Die US-Regierung hat dem Ölriesen BP damit gedroht, ihm die Federführung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko aus der Hand zu nehmen. Die USA seien “wütend und frustriert“.

Innenminister Ken Salazar äußerte sich bei einem Besuch im amerikanischen BP-Hauptquartier in Houston (Texas) “wütend und frustriert“ darüber, dass es dem Unternehmen bisher nicht gelungen ist, den Ölaustritt ins Wasser und die Umweltverseuchung zu stoppen. “Wir sind am Tag 33 angelangt, und ein Termin nach dem anderen ist nicht eingehalten worden“, sagte Salazar.

Lesen Sie auch:

BP räumt "katastrophale" Ölpest ein

BP vor immer neuen Problemen im Kampf gegen Ölpest

Er bezog sich unter anderem darauf, dass BP einen ursprünglich für Sonntag geplanten Versuch zum Verschließen des Bohrlochsverschoben hat. Er soll jetzt frühestens am Dienstagabend oder Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Unterdessen schwappt immer mehr schweres Öl auf die Küste von Louisiana. Zum Wochenbeginn erwarten Experten insbesondere eine massive Verseuchung von Buchten und Stränden westlich des Mississippi. BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest “katastrophal“ sei.

Bohrinsel explodiert: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Bohrinsel explodiert: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Salazar sagte, er zweifele zwar nicht daran, dass BP alles zur Lösung des Problems tue. Aber “habe ich Vertrauen darin, dass sie genau wissen, was sie tun? Nein.“ Wenn die Regierung herausfinde, dass BP “nicht tut, was es tun sollte, dann werden wir sie entsprechend beiseiteschieben, und wir werden uns darum kümmern, dass alles getan wird, um die Menschen und die ökologischen Werte an der Golfküste zu schützen“, zitierte der Sender CNN den Minister. An diesem Montag wird sich Salazar zusammen mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano erneut im Katastrophengebiet aufhalten: US-Präsident Barack Obama will, dass beide direkt vor Ort Druck auf BP ausüben.

Das Unternehmen will als Nächstes versuchen, das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse zu schließen. Nach BP-Angaben dauern die Vorbereitungen länger als gedacht, weil das Manöver so kompliziert ist - daher soll nun frühestens am Dienstag damit begonnen begonnen werden. Klappt es nicht, gibt es nach Dudleys Angaben noch weitere Möglichkeiten. “Alle von uns bei BP versuchen, das Problem zu lösen“, sagte der Geschäftsführer. Niemand sei wegen der Ölpest “mehr am Boden zerstört“.

Ausgelöst wurde die Katastrophe durch das Versinken der von BP geleasten Bohrinsel “Deepwater Horizon“ am 22. April nach einer vorausgegangenen Explosion. Seitdem sprudeln jeden Tag riesige Mengen Rohöl ins Wasser.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.