Österreicher beweisen Humor 

Österreichs Wort des Jahres ist ein wahres Ungetüm

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Das österreichische Wort des Jahres 2016 ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Graz - Auch die Österreicher haben eine eigene Wahl zum Wort des Jahres. Dass angesichts des Wahlmarathons 2016 überhaupt einer Lust hatte abzustimmen, ist erstaunlich. 

Der Wahlmarathon in Österreich war lang und hat nun auch das Wort des Jahres in der Alpenrepublik hervorgebracht: Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung. Mehr als ein Drittel der rund 10.000 abgegebenen Stimmen entfielen auf das Wortungetüm, wie die Jury am Freitag mitteilte. Die Umfrage wird von der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Universität Graz gemeinsam mit der österreichischen Presseagentur APA organisiert.

Deutsche Wortungetüme als Kulturgut

Das gewählte Wort des Jahres sei "sowohl inhaltlich als auch aufgrund seiner Länge ein Sinnbild und ironischer Kommentar für die politischen Ereignisse dieses Jahres", hieß es in der Mitteilung der Jury. Zudem zeige es die einmalige Fähigkeit der deutschen Sprache, beliebig viele Substantive aneinanderzureihen und so neue Wörter zu bilden, deren Länge praktisch unbegrenzt sei.

Das Unwort des Jahres bringt die Jury auf die Palme

In der Wiederholung der Stichwahl zum Bundespräsidenten hatte der Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen am Sonntag gegen seinen rechtspopulistischen Rivalen Norbert Hofer gewonnen. Unwort des Jahres wurde "Öxit". Das in Anlehnung an "Grexit" und "Brexit" geschaffene Wort sei in den Medien unreflektiert verwendet worden. Damit werde der Austritt Österreichs aus der EU gewissermaßen herbeigeredet, "obwohl es seitens der Bevölkerung dazu keine Mehrheit gibt", kritisierte die Jury. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hatte am Freitag "postfaktisch" zum Wort des Jahres gewählt.

afp

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