"Ötzi": Zweifel an Mordtheorie

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Gletschermumie Ötzi

Innsbruck - Der steinzeitliche Alpenbewohner “Ötzi“ ist möglicherweise doch nicht getötet worden. Ursache für seinen Tod könnte auch ein schlichtes Bergunglück gewesen sein.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin “Focus“ (Montag) unter Berufung auf neueste Forschungen. Die Innsbrucker Universitätsprofessoren Karl-Heinz Künzel und Wolfgang Recheis hätten an “Ötzis“ Leiche einen “knöchernen Einriss mit Aufgehen einer Schädelnaht“ festgestellt, berichtet das Blatt. Eine gelbliche Verfärbung des Augapfels könnte als indirekte Blutspur interpretiert werden.

Nach “Focus“-Informationen soll der Leichnam nun abermals mit aufwendigen bildgebenden Verfahren untersucht werden. Die erst jüngst festgestellten Verletzungen an der im Archäologischen Museum Bozen (Italien) ausgestellten Mumie könnten darauf hinweisen, dass Ötzi in den Bergen verunglückt sei. Die an “Ötzis“ Leichnam festgestellte Pfeilschuss-Verletzung könnte von einem früheren Angriff herrühren.

Die beiden Innsbrucker Hochschullehrer stehen mit dieser Theorie allerdings in der Wissenschaft weitgehend allein da. Erst Ende Oktober hatten Forscher als aller Welt die Theorie der Tötung Ötzis bei einer Rast als die wahrscheinlichste Todesursache bezeichnet. Sie hatten dabei mehr als 100 wissenschaftliche Studien zu Ötzis Tod verglichen.

Die rund 5300 Jahre alte Gletscherleiche hatte vor gut 20 Jahren das Nürnberger Ehepaar Erika und Helmut Simon bei einer Bergwanderung unterhalb des Similaun-Gipfels in den Südtiroler Bergen unweit der österreichischen Grenze entdeckt.

dpa

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