Ohne Schimpfwörter: Kinder müssen Wut anders ausdrücken

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Kinder lernen am besten so früh wie möglich, keine Schimpfwörter zu gebrauchen. Eltern sollten ihnen dabei ein Vorbild sein. Foto: Jan-Philipp Strobel

Wenn Kinder wütend werden, haben sie sich oft nicht mehr richtig unter Kontrolle. Doch auch in solchen Situationen sollte nicht alles erlaubt sein. Kraftausdrücke etwa werden besser nicht geduldet.

Fürth (dpa/tmn) - Schon kleine Kinder werfen manchmal mit schlimmen Schimpfwörtern um sich. Das ist normal - an gewisse Regeln müssen sich aber schon Vierjährige halten, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

"Wichtig ist, auch bei kleinen Kindern nicht über Schimpfwörter zu lachen", rät die Expertin. Besser sei, etwas zu sagen wie: "Es ist okay, wenn du sauer bist - aber nicht so." Sie empfiehlt, das Kind das eigene Verhalten reflektieren zu lassen - etwa mit dem Satz "Stell' dir vor, jemand sagt so etwas zu dir".

Aber sollte man dem Kind die Bedeutung des Schimpfwortes erklären? Das kommt auf das Alter an, erklärt Große Perdekamp. Beispielsweise ein Vierjähriger kann mit der Bedeutung des Wortes "Hurensohn" wohl nichts anfangen. Dann sei es besser zu sagen: "Das ist ein schlimmes Wort, und es tut mir weh, wenn du das zu mir sagst." Eltern sollten den Kindern Vorbild sein, keine Schimpfwörter nutzen und ihm andere Wege aufzeigen, sich bei Frust und Wut auszudrücken. "Die Gefühle sollten nicht unterdrückt oder verboten werden, Kinder dürfen zum Beispiel sagen "Ich bin total sauer, weil...."", sagt Große Perdekamp. Der Nachwuchs muss aber auch lernen, manches schlicht zu akzeptieren.

Beschimpft ein Jugendlicher Mutter oder Vater im Streit heftig, machen Erklärungen in der Regel keinen Sinn. Dann ist es oft am sinnvollsten, die Situation erst mal zu verlassen und zu sagen: "Stopp, wir klären das später, wenn wir uns beruhigt haben."

bke-Onlineberatung

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