Veranstalter sind trotzdem zuversichtlich

Mehr Kontrollen: Das ändert sich auf dem Oktoberfest

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Die Sicherheit der Besucher wird in diesem Jahr besonders ernst genommen. 

München - Dem Terror nicht weichen - und trotzdem reagieren. Auch beim Oktoberfest in München versuchen die Verantwortlichen diesen Spagat.

Update vom 13. Juli 2017: Wie komme ich am besten und - vor allem stressfrei - zur Wiesn? Wir haben bereits zusammengefasst, wo und an welcher Haltestelle Sie beim Oktoberfest 2017 aussteigen können.

Hotels verzeichnen weniger Buchungen, Wiesn-Tische werden storniert, zwei Trachtenvereine sagten für den Umzug zur Festwiese ab, Prominente streichen Einladungen: Die Terrorangst hat das Münchner Oktoberfest erreicht.

Aus Sicherheitsgründen dürfen erstmals keine großen Taschen und Rucksäcke mitgenommen werden. Ein mobiler Zaun sperrt die bisher noch offene Seite am Festgelände ab. An den Eingängen werden die Besucher kontrolliert.

Mit dem neuen Sicherheitskonzept reagieren die Veranstalter auf die Serie von Gewalttaten im Juli in Bayern: ein Amoklauf mit neun Todesopfern in München, das erste mutmaßlich islamistische Selbstmordattentat in Deutschland mit 15 Verletzten in Ansbach und eine vermutlich islamistisch motivierte Axt-Attacke mit fünf Verletzten bei Würzburg.

Viele sagen: "Ich gehe heuer nicht auf die Wiesn"

„Das Thema Sicherheit steht ganz oben“, sagt der Wiesn-Chef und zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Er betont zugleich: München werde sich das Volksfest „nicht vermiesen lassen“. Der Wiesn-Chef, die Stadt, die Wirte - alle sind sich einig in der Zielrichtung: Ruhe bewahren, dem Terror nicht nachgeben, trotzdem feiern. Seitens der Sicherheitsbehörden heißt es bisher auch unisono: Es gibt für die Wiesn keine konkrete Gefährdungslage.

Dennoch ist die Stimmung schon vor dem Volksfest anders als sonst. „Ich geh heuer nicht auf die Wiesn“ - den Satz hört man von vielen Einheimischen. Hoteliers verzeichnen eine geringere Nachfrage. Gut zwei Wochen vor dem Anstich gab es noch Zimmer in der Nähe des Festgeländes, sogar am besonders gefragten zweiten Wochenende. Der Vize des Hotel- und Gaststättenverbandes in der Kreisstelle München, Martin Stürzer, geht von 10 bis 15 Prozent weniger Buchungen aus.

Regine Sixt sagte ihre traditionelle Damen-Wiesn mit Prominenten ab. Die Verantwortung für ihre mehr als 1000 Gäste könne sie nicht übernehmen, teilte die Unternehmerin mit. Mancher Wiesn-Tisch wird storniert. Wirtesprecher Toni Roiderer sagt freilich, das sei „überhaupt nicht erwähnenswert“ und für jede Stornierung gebe es Dutzende neuer Anfragen.

Nicht zum ersten Mal Angst vor Anschlägen

Für den traditionellen Trachten- und Schützenzug mit 9000 Trachtlern am Sonntag nach dem Anstich sagten zwei Vereine aus Sorge um die Sicherheit ab. Ersatz sei kein Problem, sagt der Präsident des Festrings, Karl-Heinz Knoll. „Der Festring München könnte auf Grund der Bewerbungen mehrere Züge ausrichten. Er habe Verständnis, sehe die Sache aber anders: „Wenn wir den Befürchtungen nachgeben, wird es unmöglich sein, größere, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen.“

Die Angst vor einem Anschlag auf der Wiesn ist nicht neu. 1980 hatte ein Rechtsradikaler eine Bombe gezündet, 13 Menschen starben. Seit Drohungen des Terrornetzwerks Al Kaida 2009 gibt es drei Sperrgürtel. Elektronisch steuerbare Poller wurden installiert, damit niemand mit einem Auto oder Lastwagen wie in Nizza auf das Volksfest rasen kann.

Dieses Jahr sollen nun 450 Ordner für Sicherheit sorgen, 200 mehr als bisher. Die Stadt muss für die Sicherheit ein paar Millionen Euro mehr hinblättern. Sicherheitsunternehmen sind in Zeiten von Terrorangst und Flüchtlingskrise gefragt, die Stundensätze mit 60 Euro saftig. Medien zufolge kosten allein die Ordner 3,6 Millionen Euro. Dazu kommen eine neue Lautsprecheranlage für Warndurchsagen, zusätzliche Gepäckaufbewahrungsstellen und 350 Meter mobiler Zaun.

Alle Kosten wirken sich auf die Preise aus

Voraussichtlich nächstes Jahr wird das alles auch auf die Preise durchschlagen. „Dass das Oktoberfest keine Billigveranstaltung sein kann, ist klar“, sagt Wirtesprecher Roiderer. „Alle Kosten, die mehr anfallen, schlagen sich auf die Preise von Produkten nieder.“ Zum Beispiel auf die Maß Bier, die in diesem Jahr 10,40 bis 10,70 Euro kostet.

Der mobile Zaun war monatelang umstritten. Manche erinnerten besorgt an die tödliche Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der den Zaun jetzt verteidigt, war zunächst skeptisch. Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) fragte noch im Juli: „Ist es denn möglich in einer sich anbahnenden Belastungssituation den Zaun in fünf Minuten hinzustellen und - beim Abfluss von der Wiesn - in fünf Minuten wieder abzubauen? Und kann denn nicht der Zaun sich als die Falle entpuppen, von der immer wieder die Rede ist?“ Darüber hört man nun keine Debatten mehr.

Ursprünglich sollte der Zaun gegen eine mögliche Überfüllung helfen - die bis vor kurzem noch als Hauptgefahr galt. Bis zu 500.000 Menschen schieben sich an manchen Tagen über das rund 30 Hektar große Areal. Dann wird es teils so eng, dass Zelte kaum zu evakuieren wären und Rettungskräfte nur schwer durchkämen - egal, ob bei einem Anschlag, Brand oder Unfall. Zumindest an den Wochenenden werden die Besuchermassen weiter eine Hauptaufgabe sein. Dann wird sich zeigen, ob die zusätzliche Gepäckaufwahrung ausreicht und die Ordner die neuen Kontrollen meistern, ohne dass es lange Schlagen gibt.

Die Wiesn live im TV: Hier erfahren Sie, wo Sie einschalten müssen. Hier sind Sie übrigens live dabei - in unserem Ticker zum Oktoberfest.

Video:Diese Taschen dürfen Sie mit auf das Oktoberfest nehmen

Die schönsten Bilder vom Oktoberfest

Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Mit dem "Ozapf is" von Oberbürgermeister Dieter Reiter fällt der Startschuss. Mit nur zwei Schlägen zapfte Reiter heuer an. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Die Mass danach schmeckte deshalb umso besser. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Schönes Wetter: Eine Seltenheit auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Das traditionelle Standkonzert der Oktoberfestkapellen auf den Treppenstufen der Bavaria. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Das traditionelle Standkonzert der Oktoberfestkapellen auf den Treppenstufen der Bavaria. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Beinahe ruhig und friedlich wirkt das Riesenrad in der Nacht. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn 2015 weniger Besucher gekommen sind, voll ist es immer noch. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Enges Gedränge - und das wegen eines Gerstensaftes. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Diese Polizistinnen nehmen den Wiesn-Wahnsinn gelassen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Feiern bis zur letzten Runde: Besucher auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
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Feiern bis zur letzten Runde: Besucher auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Zuckerwatte schmeckt auf einem Volksfest doch am Besten. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Goldgelb und frisch gezapft: Das berühmte bairische Bier auf dem Oktoberfest. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Traditionsrunde. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn 2015 weniger Besucher gekommen sind, voll ist es immer noch. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Die Lichter der Fahrgeschäfte am Abend versetzen die Gäste des Oktoberfest immer wieder in Verzückung.  © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Hals über Kopf ins Getümmel stürzen, das ist die Devise. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Ein schönes Mitbringsel: Ein Herz vom Oktoberfest. © dpa
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Im sogenannten "Himmel der Bayern" ist die Stimmung ausgelassen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Damenrunde nach dem traditionellen Trachten- und Schützenumzug. © dpa
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Damen nach dem traditionellen Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Diese Frisur ist zwar weniger traditionell dafür umso kreativer. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Der traditionelle Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
"Willkommen zum Oktoberfest". © dpa
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Der traditionelle Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn mal ein paar Tropfen vom Himmel kommen, die Herzerl-Verkäufer sind gewappnet. © dpa
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Lichterspiele auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
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Blick von den Stufen der Bavaria auf das abendliche Oktoberfest. © dpa
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Untern den Wolken, aber dem Himmel so nah: Das kann man nur im Kettenkarussell erleben. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Leuchtend bunt in der Nacht: Das Oktoberfest 2015. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Nur nicht die Fassung verlieren und ins Taumeln geraten. Das Fahrgeschäft "Taumler" ist tatsächlich wörtlich zu verstehen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Im Fahrgeschäft "Topspin" wissen die Fahrgäste nie genau , wie nass sie werden. Auch das zählt zum Nervenkitzel. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
In den traditionellen bairischen Farben präsentiert sich der Himmel über dem Riesenrad. © dpa
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Das gefragteste Schmankerl auf dem Oktoberfest: Ein knusprig gebratenes halbes Hendl. © dpa
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Ein Knochenjob: Damit die Wiesn-Gäste immer genug zu trinken haben, müssen sich die Bedienungen einiges aufladen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Leere Bänke und Tische im Schottenhamel Zelt kann man so auch nur vor dem Start des 182. Oktoberfestes bewundern. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Süßer Klassiker: Die Lebkuchenherzen auf dem Oktoberfest. © dpa

dpa

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