Corona-Pandemie

Lauterbach will radikale Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte - Omikron-Variante kursiert

Die neue Corona-Variante Omikron wurde in Deutschland bereits entdeckt, unter anderem in Niedersachsen und Hessen. Nun werden die Rufe nach neuen Maßnahmen lauter.

  • Eine neue Corona-Variante mit der Bezeichnung Omikron ist aufgetaucht.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Mutante als „besorgniserregend“ eingestuft.
  • In vielen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, werden Fälle gemeldet.

+++ 15.20 Uhr: Angesichts des derzeitigen Corona-Infektionsgeschehens in Deutschland werden Rufe nach neuen Maßnahmen laut, um die Fallzahlen einzudämmen. Das RKI meldete beispielsweise am Dienstag (30.11.2021) rund 45.000 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Mitten in diese Debatte platzt die neue Omikron-Variante des Coronavirus. Nach Berichten über mehrere Reiserückkehrer, die sich mit der Variante infizierten, gab es nun auch den ersten Fall in Deutschland, der nichts mit einer Reiserückkehr zu tun hatte (s. Update v. 14.15 Uhr).

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach nennt die Booster-Impfung „ein Muss“. (Archivfoto)

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert angesichts der aktuellen Lage neue Kontaktbeschränkungen, vor allem für Ungeimpfte. Auf Twitter schlug er am Dienstagnachmittag vor, dass sich ungeimpfte Personen außerhalb des Familienkreises lediglich noch mit einer Personen treffen dürfen sollten.

Am Dienstag kommen zudem die Ministerpräsidenten der Bundesländer, der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz und die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um über die weiterer Strategie Deutschlands in der Corona-Pandemie zu beraten.

Omikron-Variante: Erste Corona-Infektion ohne Reiserückkehr 

+++ 14.15 Uhr: In Sachsen hat sich die erste Corona-Infektion mit der Omikron-Variante ereignet, die in keinem direkten Zusammenhang mit einer Reiserückkehrerin oder einem Reiserückkehrer steht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel – und bezieht sich auf Aussagen der Stadt Leipzig. „Ich habe soeben die Bestätigung für einen Omikron-Nachweis in der Mutationsanalyse für einen 39-jährigen Patienten erhalten“, erklärte die Leiterin des örtlichen Gesundheitsamtes gegenüber der Bild-Zeitung.

Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt derzeit für Aufsehen. (Montage/Symbolfoto)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich laut Angaben der Leipziger Volkszeitung bei einem Online-Meeting besorgt über den Fall.

Corona-Variante Omikron: Lauterbach fordert Booster-Impfungen

+++ 12.10 Uhr: Karl Lauterbach hat sich abermals zur neuen Corona-Variante Omikron geäußert. Auf Twitter warnte der SPD-Gesundheitspolitiker vor der Gefahr durch die Virusmutante.

Laut Lauterbach sei der Impfschutz vor der Omikron-Variante weniger wirksam. Deshalb forderte er: „Omikron macht Booster-Impfung zu einem Muss.“ Den geringeren Impfschutz begründete der SPD-Politiker damit, dass zahlreiche Mutationen der Variante das sogenannte Spike-Protein betreffen. Das unterscheidet B.1.1.529 beispielsweise von der Delta-Variante.

Omikron-Variante: Verdachtsfälle in Hessen

+++ 11.30 Uhr: In Hessen gibt es neue Verdachtsfälle bezüglich der Corona-Variante Omikron. Das gab Gesundheitsminister Kai Klose am Dienstagmorgen bekannt. Zuvor hatte die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek bereits davon berichtet. „Alles Reiserückkehrer und mit entsprechenden Auffälligkeiten in der Mutations-PCR. Sequenzierung folgt“, so Ciesek.

Die Zahl der Omikron-Verdachtsfälle ist in Hessen damit auf sieben Fälle gestiegen.* Ciesek erwartet in den kommenden Tagen weitere Verdachtsfälle, wie sie gegenüber der FAZ am Montag (29.11.2021) sagte.

Update von Dienstag, 30.11.2021, 9.30 Uhr: Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise hat der amtierende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) seine Forderung nach einer Bundesnotbremse bekräftigt. „Einen allgemeinen Lockdown, wie wir den im letzten Jahr gesehen haben mit Schließung für alles, halte ich nicht für erforderlich“, sagte Braun am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

„Aber dass wir die epidemische Notlage nicht mehr haben, was bedeutet, dass man in den Kreisen, die jetzt die höchste Inzidenz haben von teilweise über 2000, nach dem jetzt geltenden Infektionsschutzrecht keine Schließung mehr der Gastronomie anordnen kann oder von Veranstaltungen, das finde ich nicht in Ordnung“, sagte Braun. „Deshalb wäre es richtig, die epidemische Notlage auszurufen, weil wir hatten sie eigentlich die ganze Zeit“, sagte Braun. Das Problem momentan sei, dass von der zukünftigen Bundesregierung immer wieder darauf verwiesen werde, einzelne Länder sollten doch mal handeln. Braun sagte, man sei in der Corona-Krise immer dann erfolgreich gewesen, wenn Bund und Länder zusammen gestanden und bei hohen Infektionsraten einheitliche Maßstäbe vereinbart hätten. „Das erwarte ich auch, dass das das Signal ist, was heute von dem Treffen ausgeht.“

Omikron-Variante: Rufe nach Corona-Maßnahmen werden lauter

Der Ruf nach härteren Gegenmaßnahmen war angesichts der neuen Omikron-Variante und der Wucht der vierten Corona-Welle zuletzt lauter geworden. Am Mittag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder telefonisch über die Krise und mögliche weitere Maßnahmen beraten. Konkrete Vorgaben über ihren Handlungsspielraum erhoffen sie sich von den ersten grundsätzlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu zuvor verhängten Freiheitsbeschränkungen in der Pandemie, die am Vormittag in Karlsruhe veröffentlicht werden.

+++18.29 Uhr: Nach einem Aufenthalt in Südafrika besteht bei einem Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel der begründete Verdacht, dass er mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert sein könnte. Derzeit befindet er sich in Isolation. Das teilte das Land Niedersachsen kürzlich mit. Laboruntersuchungen beim Landesgesundheitsamt (NLGA) werden im Laufe der Woche Klarheit bringen, ob es sich in diesem Fall um die neuartige Variante des Virus handelt.

Nach einem Aufenthalt in Südafrika in der vergangenen Woche traten bei dem Mann Erkältungssymptome auf. Sowohl ein vor Ort durchgeführter Antigenschnelltest als auch ein am Landesgesundheitsamt analysierter PCR-Test haben eine Infektion mit SarsCov 2 bestätigt. Ob es sich dabei um die Omikron-Variante handelt, ermittelt das Landesgesundheitsamt nun mithilfe des Sequenzierverfahrens, das eine genaue Bestimmung der Virus-DNA ermöglicht. 

Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden im Laufe der Woche vorliegen. Im Falle der Bestätigung des Verdachts wird das Ergebnis an das Robert-Koch-Institut (RKI) übersandt, das mit den Daten eine deutschlandweite Surveillance der zirkulierenden Virenstämme durchführt.

Die neue Corona-Variante B.1.1.529 wird in Europa festgestellt und sorgt für Besorgnis.

+++ 15.30 Uhr: Angesichts akuter Sorgen vor überlasteten Kliniken und der neuen Omikron-Variante rücken schnelle neue Corona-Beschränkungen in Deutschland näher. An diesem Dienstag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder über die Krise beraten. Die Politik erwartet unmittelbar zuvor Hinweise über ihren Handlungsspielraum vom Bundesverfassungsgericht.
Die Richter wollen Entscheidungen zu Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen unter der Corona-Bundesnotbremse vom Frühjahr verkünden. Zugleich steht ein neuer Krisenstab zur Beschleunigung des Booster- und Impfprogramms im Kanzleramt in den Startlöchern.

Deutschlands Krankenhäuser bereiten sich unterdessen auf dramatische Zustände vor. „Wir laufen langsam, aber sicher in eine Art Katastrophen-Medizin hinein“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, im Deutschlandfunk. Schon jetzt würden Intensiv-Patienten früher „als medizinisch vertretbar“ auf Normalstationen verlegt. Gaß rechnet mit Hunderten Patientenverlegungen im Inland, aber womöglich auch im Ausland. „Egal, was wir jetzt machen an Lockdown - in den nächsten zehn, zwölf Tagen werden weitere Tausende von Patienten in die Krankenhäuser kommen und auch auf die Intensivstationen.“

++ 13.40 Uhr: Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. „Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht“, teilte eine Biontech-Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Die beiden Arbeitsgänge überschneiden sich den Aufgaben zufolge teilweise. Als Beispiel wurde der Bauplan des Spike-Proteins für die Labortests mit dem Pseudovirus genannt, mit dem die Experimente durchgeführt werden. In den Labortests werden dabei Sera von Geimpften mit dem Spike-Protein der Variante konfrontiert. „Die Sera enthalten die Antikörper, die wir nach der Impfung haben“, erklärte die Biontech-Sprecherin. Es werde dann darauf geschaut, wie gut sie das neue Spike-Protein neutralisieren, also unschädlich machen.

Omikron-Variante: Biontech aktiviert 100-Tage-Plan

Biontech hatte am Freitag erklärt, dass sich die neue Variante deutlich von bisher beobachteten Varianten unterscheide, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests gäben demnächst Aufschluss, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Das Unternehmen rechnete spätestens bis Ende nächster Woche mit Erkenntnissen.

Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer „Escape“-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern, erklärte Biontech. Dafür seien klinische Studien mit variantenspezifischen Impfstoffen gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als „Escape“-Variante wird eine Virusvariante bezeichnet, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe zumindest in Teilen entzieht. Ein Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls mRNA wie der von Biontech oder Moderna ist schneller herzustellen als herkömmliche Impfstoffe, da nur der Bauplan produziert werden muss, nicht das Antigen selbst.

+++ 12.30 Uhr: Die neue Omikron-Variante verbreitet sich. Virologe Anthony Fauci, würde sich „nicht wundern“, wäre die Mutante bereits in den USA angekommen. Das berichten zahlreiche US-Medien. Der Berater von US-Präsident Joe Biden sprach über die ersten Erkenntnisse über die Omikron-Variante und nannte die hohe Zahl an Mutationen innerhalb der Mutante „sehr besorgniserregend“. Sollte sich die Omikron-Variante in den USA verbreiten, sie hätte laut Anthony Fauci „das Potenzial, eine fünfte Corona-Welle auszulösen“. Ob es letztendlich so weit käme, hänge vor allem davon ab, „was wir in den nächsten paar Wochen und Monaten machen“, so Fauci gegenüber dem US-Nachrichtensender CBS.

Omikron-Variante kommt für Lauterbach „zur Unzeit“

+++ 11.30 Uhr: Die Ampel-Koalition will nach den Worten des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach die Corona-Maßnahmen kurzfristig verschärfen. Es werde „noch in dieser Woche“ entsprechende Vorschläge geben, kündigte Lauterbach am Montag im Fernsehsender Phoenix an. Angesichts hoher Infektionszahlen ist nach Lauterbachs Einschätzung eine Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken unumgänglich. Darüber hinaus werde es wahrscheinlich eine verbindliche Maskenpflicht an Schulen geben sowie weitere Einschränkungen für Ungeimpfte. Hintergrund der Verschärfungen ist auch die neue Omikron-Variante des Virus, die nach Lauterbachs Worten „zur Unzeit“ kommt. Es gebe nichts Schlimmeres, als während einer schweren Infektionswelle noch eine gefährlichere Mutation zu bekommen. Deshalb warb er noch einmal eindringlich für Impfungen: „Die Booster-Impfung ist wahrscheinlich unsere mit Abstand schärfste Waffe.“

+++ 9.45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Risiko durch die Omikron-Variante nun als „sehr hoch“ ein. Es sei mit einer weiteren globalen Ausbreitung und steigenden Corona-Fallzahlen zu rechnen. In einem Dokument, das am Montag veröffentlicht wurde, betont die UN-Behörde jedoch auch, dass die Wissenschaft noch sehr wenig darüber wisse, wie sich Omikron auf den Verlauf der Pandemie auswirken wird. Die Risiko-Bewertung sei deshalb mit einem sehr hohen Unsicherheitsfaktor behaftet und könne sich noch ändern. Es sei noch unklar, wie übertragbar Omikron sei und ob Impfstoffe, Medikamente und Virustests dagegen weniger wirksam seien. Außerdem gebe es Unsicherheiten, was die Möglichkeit von neuerlichen Infektionen von genesenen Covid-Patienten betrifft. Dazu laufe eine Reihe von Studien.

Die Einschätzung der WHO beruht unter anderem darauf, dass das im südlichen Afrika entdeckte Omikron eine Reihe von Mutationen aufweist, die in bereits bekannten Varianten zu einem höheren Risiko von wiederholten Infektionen bei Genesenen geführt haben. Falls es wegen Omikron zu einem starken Anstieg der Infektionen komme, „könnte das schwere Konsequenzen haben“, schrieb die WHO. Besonders Länder, in denen noch wenige Menschen geimpft seien, könnten schwer betroffen sein, hieß es mit indirektem Verweis auf das südliche Afrika.

Ähnlich zur WHO schätzt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC die Lage dazu ein: Man mache sich ernsthafte Sorgen aufgrund der Omikron-Variante. Zentrale Fragestellung sei dabei, ob die gängigen Corona-Impfstoffe gegen Omikron wirksam seien, hieß es.

Corona-Variante Omikron: Neue Theorie zur Entstehung

Update vom Montag, 29.11.2021, 5.00 Uhr: Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Fachleute zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa.

In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl. „Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können.“ Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten.

Großbritannien beruft G7-Treffen der Gesundheitsminister ein

+++ 21.22 Uhr: Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat Großbritannien ein außerplanmäßiges Treffen der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die Fachminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen werden am Montag die aktuellen Entwicklungen diskutieren, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland und Großbritannien - Fälle der Variante aufgetaucht. Mehrere Länder haben bereits wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt.

Corona-Variante Omikron: Verdachtsfälle in Essen und Düsseldorf

+++ 20.25 Uhr: Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag laut Mitteilung. Die „Rheinische Post“ (Sonntag/Printausgabe Montag) hatte darüber zuerst berichtet.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf dpa-Anfrage, es könne wahrscheinlich erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt. Laumann teilte weiter mit: „Wir werden die neue Variante und ihre Verbreitung wie auch das Infektionsgeschehen insgesamt weiter ganz genau beobachten.“ Und: „Eins macht die aktuelle Situation deutlich: Wir müssen weiter sehr aufmerksam sein.“

Das Land hat die Maßnahmen verschärft, um die Verbreitung der Variante zu verlangsamen: „Wir haben die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen bereits informiert, dass auch für vollständig geimpfte Personen Quarantäne angeordnet werden soll, wenn Kontakt zu einer Person mit der Omikron-Variante bestand. Ziel ist es, die Weiterverbreitung der Virusvariante zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen“, sagte ein Ministeriumssprecher der „Rheinischen Post“.

Corona-Variante Omikron: Moderna arbeitet bereits an Omikron-Impfstoff

+++ 19.35 Uhr: Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der medizinische Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November - also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt.
„Das ist ein gefährlich erscheinendes Virus“, sagte Burton. „Aber ich denke, wir haben jetzt viele Werkzeuge in unserem Arsenal, um es zu bekämpfen, also bin ich optimistisch.“ Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft.

+++ 15.21 Uhr: Die Corona-Variante Omikron verbreitet sich in immer mehr Ländern. Inzwischen wurde sie auch in den Niederlanden nachgewiesen. Dort kam es zu verstörenden Szenen am Flughafen in Amsterdam.

Die Insassen von zwei aus Südafrika gelandeten Maschinen wurden wegen der in ihrem Abflugland zuerst festgestellten neuen Corona-Variante abgefangen und getestet. Nach Berichten von Mitreisenden dauerte es Stunden, bis überhaupt mit den Tests angefangen wurde. Die Menschen im Flugzeug wurden „von der Rollbahn in einen isolierten Raum gebracht, wo wir vier Stunden lang warteten, bevor wir getestet wurden“, sagte eine Reisende gegenüber der AFP. Auf Abstandsregeln sei kaum geachtet worden.

Die 61 positiv getesteten Passagiere wurden in ein Quarantänehotel nahe dem Flughafen gebracht. Die Nachricht, ob sie sich mit der Omikron-Variante angesteckt haben, kam dann erst am Sonntag (28.11.2021) - und auch nur für einige von ihnen. Die niederländischen Gesundheitsbehörden gaben die ersten Testergebnisse bekannt: Mindestens 13 der 61 positiv Getesteten haben sich mit der neuen Virusvariante infiziert. Vonseiten der Behörden wird jedoch betont, dass die Auswertung der Tests noch nicht abgeschlossen sei, weitere Omikron-Fälle seien möglich.

Corona-Variante Omikron verbreitet sich auf der ganzen Welt: Australien meldet erste Fälle

+++ 10.30 Uhr: Die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante Omikron ist erstmals auch in Australien nachgewiesen worden. Zwei Passagiere eines Flugs von Südafrika nach Sydney seien am Samstag (27.11.2021) positiv auf die neue Virusvariante getestet worden, teilte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats New South Wales am Sonntag (28.11.2021) mit. Beide seien vollständig geimpft und wiesen keine Symptome auf.

Die restlichen Passagiere und die Crew wurden angewiesen, sich zu isolieren. Die Maschine traf am selben Tag ein, an dem die australische Regierung die Einstellung des Flugverkehrs mit neun Ländern des südlichen Afrikas angekündigt hatte, darunter Südafrika und Simbabwe.

Aus Südafrika werden derweil ungewöhnliche Corona-Symptome bei Omikron-Infizierten gemeldet.

Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) verbreitet sich in Europa – Israel macht Grenzen dicht

Update vom Sonntag, 28.11.2021, 06.35 Uhr: In Österreich ist am Samstag ein erster Verdachtsfall der neuen Coronavirus-Variante Omikron gemeldet worden. Nach Angaben der Behörden liege im Bundesland Tirol ein positives PCR-Testergebnis vor, das mit einer Südafrikareise in Zusammenhang stehe, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Nach der Erstprüfung durch die Virologie Innsbruck bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutante handeln könnte, erklärten die Behörden. Die betroffene Person sei doppelt geimpft, die zweite Impfung liege aber bereits rund neun Monate zurück, hieß es weiter.

Ein Krankenhaus in Tschechien bestätigte unterdessen die Infektion einer Patientin mit der neuen Corona-Variante Omikron. Ein Krankenhaussprecher in der Stadt Liberec sagte dem tschechischen Fernsehen, die Sequenzierung im örtlichen Labor habe eine „90-prozentige Wahrscheinlichkeit“ ergeben, dass es sich um die Variante handele. „Mit Blick auf die Herkunft der Patientin und alle Umstände können wir bestätigen, dass es sich um die Variante handelt“, sagte Vaclav Ricar.

Derweil schließt Israel seine Grenzen für Ausländerinnen und Ausländer. Diese und weitere Beschränkungen beschloss das Coronavirus-Kabinett laut israelischen Medienberichten am Samstagabend (27.11.2021). Die neuen Beschränkungen sollen an diesem Sonntagabend in Kraft treten. Derzeit ist demnach in Israel ein Omikron-Fall bestätigt, sieben Fälle werden untersucht.

Corona-Variante Omikron verbreitet sich in Europa

+++ 19.55 Uhr: Nach einem Omikron-Verdachtsfall am Flughafen Frankfurt, wurden in München inzwischen die ersten beiden Fälle mit der als besorgniserregend eingestuften Corona-Variante in Deutschland bestätigt. Zwei Reisende seien am 24. November aus Südafrika eingetroffen. Das versicherte der bayrische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Die Betroffenen hätten die Untersuchung auf die Virusvariante selbst veranlasst.

Nun forderte Holetschek alle Reisenden, die mit demselben Flug am 24. November aus Südafrika nach Deutschland gereist sind, sich bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Zudem sollen alle, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Südafrika aufgehalten haben, umgehend ihre Kontakte reduzieren, das Gesundheitsamt kontaktieren sowie einen PCR-Test machen. Diese Regelung gelte unabhängig vom Impfstatus. „Wir müssen alles tun, um die Verbreitung der neuen Variante im Freistaat und in Deutschland zu verhindern“, sagte eine Ministeriumssprecherin in München.

Auch am Freitagabend (26.11.2021) landete ein Flugzeug aus Kapstadt mit etwa 300 Passagieren in München. Davon seien inzwischen 50 Personen in Bayern in Quarantäne. Laut Ministerium seien zwei PCR-Tests positiv. Ob diese Personen ebenfalls die neue Virusvariante Omikron in sich tragen, ist allerdings noch ungewiss.

Neue Corona-Variante aus Südafrika: Ministerpräsident fordert schnelles Handeln

+++ 15.27 Uhr: Angesichts eines Omikron-Verdachtsfalls in Deutschland hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eindringlich für eine schnelle Ministerpräsident:innenkonferenz ausgesprochen. Man stehe erneut vor einer „Stunde Null in der Pandemiebekämpfung“, sagte Hans nach einer Mitteilung der Staatskanzlei in Saarbrücken vom Samstag. „Eine nationale Notlage erfordert den Schulterschluss aller Länder, sowie alter und neuer Bundesregierung.“

Es brauche rasch bundeseinheitliche Maßnahmen zur Eindämmung, Engpässe bei der Bereitstellung von Impfstoff müssten mit aller Macht beseitigt werden, sagte Hans – „damit jetzt der Impf-Turbo gezündet werden kann von der Arztpraxis bis zu den Impfzentren“. Auch Zahnärzt:innen, Veterinär:innen und Apotheken müssten in die Impfkampagne einbezogen werden. „Es braucht eine Omikron-MPK mit geschäftsführender und neuer Bundesregierung – jeder Tag zählt“, sagte Hans.

Corona-Variante Omikron: Virologin besorgt, doch Impfungen helfen

+++ 12.42 Uhr: Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag (27.11.2021) im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die Omikron-Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper - das reiche dann aus, um auch Varianteviren „wegzuneutralisieren“. Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem „hochpushen“. „Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen“, sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

+++ 10.21 Uhr: Die Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) ist „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits in Deutschland“. Das teilt am Samstagvormittag (27.11.2021, 09.42 Uhr) der hessische Sozialminister Kai Klose via Twitter mit. Das endgültige Ergebnis der Sequenzierung stehe noch aus.

Corona-Variante Omikron: Viruslast bei Infizierten „wahnsinnig hoch“

Update vom Samstag, 27.11.2021, 06.59 Uhr: Immer mehr Länder reagieren auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante Omikron mit strikten Reisebeschränkungen. Nach zahlreichen europäischen, nordamerikanischen und arabischen Staaten folgte am Samstag (27.11.2021) Australien, das den Reiseverkehr mit neun Ländern des südlichen Afrika einstellte. Zuvor hatte auch Brasilien ein Verbot für Flüge aus sechs südafrikanischen Ländern verhängt.

Die Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 war am Donnerstag (25.11.2021) in Südafrika bekannt gegeben worden. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler könnte die Variante wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und die Impfstoffe weniger wirksam machen.

+++ 16 Uhr: Die Sorge vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der neuen Corona-Variante hat Europas Börsen am Freitag einbrechen lassen. Verlierer des Börsentages waren insbesondere die Aktien von Airlines und Tourismusunternehmen angesichts neuer Reisebeschränkungen. Die Entwicklungen in der Pandemie belasteten außerdem den Ölpreis. Die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.529 könnte noch ansteckender sein als die Delta-Variante, außerdem ist unklar, ob die Corona-Impfstoffe ausreichend gegen sie wirken. Die Mutante schürt daher große Bedenken hinsichtlich der Erholung der Weltwirtschaft. Sie könnte zu neuen Lockdowns und Reisebeschränkungen führen und das Wirtschaftswachstum vieler Länder belasten.

Das spiegelte sich am Freitag an den Finanzplätzen wider: Die Indizes in Frankfurt und London brachen nach Börsenstart um über drei Prozent ein, in Paris waren es über vier Prozent. Im Laufe des Vormittags erholten sich die Kurse wieder leicht.
Auch die Kurse an den asiatischen Börsen fielen stark. Die Handelsplätze in Tokio, Hongkong und Shanghai schlossen im Minus. In New York zeichnete sich im vorbörslichen Handel ein Minus von zwei Prozent ab. Die Preise für Rohöl fielen je nach Sorte um sechs bis sieben Prozent. Ihre Entwicklung hängt von konjunkturellen Vorhersagen ab. Sogar der Bitcoin, die führende Kryptowährung, brach um knapp acht Prozent ein.

Zugleich verwiesen Finanzmarktexperten wie Justin Tang von United First Partners darauf, dass die Welt mittlerweile an derlei schlechte Schlagzeilen gewöhnt sei. „Mit Mutationen wird gerechnet, sie sind nichts Unbekanntes.“

Neue Corona-Variante B.1.1.529: Lauterbach warnt vor „massiver Durchbruchvariante“

+++ 15.00 Uhr: Karl Lauterbach hat sich abermals zur neuen Supervariante des Coronavirus geäußert. Auf Twitter bezeichnete er die Mutation B.1.1.529 als „echte massive Durchbruchsvariante“. Lauterbach teilte zudem mit, dass ein Durchbruch bei einer „Booster“-Impfung „unwahrscheinlich“ sei.

+++ 14.45 Uhr: Impfstoff-Hersteller Biontech hat sich ebenfalls zur neuen Corona-Variante geäußert. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, so das Mainzer Unternehmen.

Biontech prüft nun die Wirksamkeit des Vakzins gegen die Variante. „Die Variante unterscheidet sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen im Spike-Protein hat“, hieß es weiter. In zwei Wochen rechne man mit aussagekräftigen Daten dazu.

+++ 14.30 Uhr: Die Corona-Variante B.1.1.529 ist in Europa angekommen. Erstmalig wurde die Mutation von Sars-CoV-2 durch einen Test in einem europäischen Land festgestellt: in Belgien. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke am Freitagmittag bekannt.

Belgiens Premierminister Alexander De Croo kündigte Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an. Es sei derzeit Vorsicht, aber keine Panik, geboten, so De Croo.

Corona-Variante B.1.1.529 – Neue Reisenbeschränkungen veranlasst

+++ 12.00 Uhr: Malta hat nun auch vorsorglich eine Reisebeschränkung für sechs afrikanische Länder verhängt. Reisen von und nach Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Simbabwe seien ab Mitternacht in der Nacht von Samstag auf Sonntag untersagt, erklärte Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitag via Twitter. Ebenso Tschechien. Das Land verbietet Nicht-EU-Bürgern die Einreise aus Südafrika, Namibia, Mosambik, Sambia und vier weiteren afrikanischen Staaten. Das gelte von Samstag an, teilte das Außenministerium in Prag am Freitag mit. Für Tschechen und andere EU-Bürger, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem dieser Staaten aufgehalten haben, sind demnach strenge Quarantänemaßnahmen geplant.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern eingeschränkt. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit.

Auch Österreich verbietet diesbezüglich die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten. Das gab das Gesundheitsministerium am Freitag bekannt. Nur Österreicher, die sich in Südafrika, Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren. 

Neue Corona-Variante entdeckt: Für Lauterbach „ist Nichts schlimmer“ - „Anlass zur Sorge“

Update vom Freitag, 26.11.2021, 8.00 Uhr: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* warnt vor der B.1.1529-Variante des Coronavirus. Auf Twitter schreibt er, dass die neue Südafrikanische Variante B1.1.529 von Spezialisten in Großbritannien* als sehr gefährlich eingestuft werde. Die Mutation würde die Delta-Variante verdrängen, auch sei der Mechanismus „voll unklar“. Es gebe ein WHO-Meeting hierzu.

„Hoffentlich bestätigt sich nicht, was diese Grafik zeigt. Wenn ja, müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen. Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, schreibt der SPD-Politiker weiter.

Neue Corona-Variante entdeckt: Israel erlässt Reisebeschränkungen

+++ 22.00 Uhr: Aus Sorge vor der B.1.1529-Variante des Coronavirus hat Israel am Donnerstag (25.11.2021) sofortige Reisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder verhängt. Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini als „rote Länder“ eingestuft worden.

Ausländer dürften aus diesen Ländern nicht mehr nach Israel einreisen, heißt es in der Mitteilung. Israelis, die aus diesen Ländern zurückkehrten, müssten für bis zu 14 Tage in Quarantäne in ein Corona-Hotel. Nach einer Woche könnten sie sich jedoch mit zwei negativen PCR-Tests freitesten.

„Anlass zur Sorge“ – Neue Variante des Coronavirus entdeckt

Erstmeldung von Donnerstag, 25.11.2021, 16.00 Uhr: Johannesburg – Um Mutationen des Coronavirus war es in letzter Zeit still geworden, seitdem die Delta-Variante* im Sommer die Welt eroberte, alle anderen Arten des Virus mehr oder weniger verdrängt hat und für eine Verschärfung der Pandemie* besonders in Europa sorgt. Delta weist eine extrem hohe Infektiosität aus und hat alle anderen Mutanten verdrängt oder ausgeschaltet. Allerdings kann man aufgrund dieses Umstands nicht davon ausgehen, dass Delta die letzte Supervariante des Virus ist.

In Südafrika ist Fachleuten zufolge jetzt eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 „weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf“, sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (25.11.2021). Sie gebe in dem Land „Anlass zur Sorge“. Die Wirksamkeit der bislang bekannten Vakzine gegen diese Virusvariante sei noch unklar, so der Wissenschaftler.

Neue Corona-Variante lässt sich mit PCR-Test nachweisen

De Oliveira berichtete davon, dass B.1.1.529 mittlerweile praktisch in allen Provinzen Südafrikas nachgewiesen werden könne. Eine halbwegs gute Nachricht ist aber immerhin, dass es wegen der speziellen Mutationen von B.1.1.529 keine Sequenzierung braucht, um die Variante zu identifizieren, sondern normale PCR-Tests reichen.

Bislang sei die Variante auch in Botswana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika entdeckt worden. Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und als Ursache für einen „exponentiellen“ Anstieg der gemeldeten Fälle in Südafrika. Die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen stieg am Mittwoch (24.11.2021) auf mehr als 1200. Anfang des Monats waren es lediglich rund 100 Neuansteckungen.

Laut Wissenschaftlern weist die neue Variante mindestens zehn Mutationen auf - bei der Delta-Variante sind es zum Vergleich nur zwei, bei Beta drei. „Was uns Sorgen bereitet, ist, dass diese Variante nicht nur eine erhöhte Übertragbarkeit haben könnte, sich also effizienter ausbreitet, sondern auch in der Lage sein könnte, Teile des Immunsystems und den Schutz, den wir in unserem Immunsystem haben, zu umgehen“, sagte der Experte Richard Lessells. 

Neue Corona-Variante B.1.1.529 verbreitet sich schnell

Die ersten Fälle der Variante B.1.1.529 wurden am 11. November in Botswana registriert, der früheste Fall in Südafrika folgte drei Tage später. Bei dem in Hongkong gefundenen Fall handelte es sich um einen 36-jährigen Mann, der vor seinem Flug von Hongkong nach Südafrika, wo er sich vom 22. Oktober bis zum 11. November aufhielt, einen negativen PCR-Test gemacht hatte. Bei seiner Rückkehr nach Hongkong war der Test negativ, während er am 13. November in der Quarantäne positiv getestet wurde.

In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen* und mehr als 89.600 Toten das am schwersten betroffene Land in Afrika.

EU-Gesundheitsbehörde ruft zur Impfungen auf

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen* hat unterdessen die EU-Gesundheitsbehörde die Mitgliedsstaaten aufgefordert, „dringend“ mehr Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Es gebe eine „große Impflücke“, die dem Virus „viel Raum zur Ausbreitung gibt“, warnte am Mittwoch die Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), Andrea Ammon. Sie empfahl Auffrischungsimpfungen für alle Erwachsenen über 18 Jahren - „mit Priorität für Menschen über 40 Jahren“.

In der EU sind derzeit 67,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, aber die Impfquoten sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. So ist zum Beispiel lediglich 24,2 Prozent der bulgarischen Bevölkerung mindestens doppelt geimpft, während die Zahl in Portugal bei 86,7 Prozent liegt. (skr/tu/slo/luw mit dpa/AFP) *fr.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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