Opposition: Kein Verständnis für Merkels Moratorium

Berlin - Mit einer Mahnwache vor dem Kanzleramt haben führende Oppositionspolitiker gegen den Beschluss von Regierungschefin Angela Merkel (CDU) protestiert, die AKW-Laufzeitverlängerung erst einmal drei Monate zu überprüfen.

Lesen Sie auch:
Merkel: Alte AKW müssen sofort vom Netz

SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, es fehle nur noch, dass Merkel ankündige, dass das Moratorium lediglich bis nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in zwei Wochen gelte. Er warf ihr einen taktischen Umgang mit den Ängsten der Menschen vor. Eine von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) geforderte Grundsatzdebatte lehnte Gabriel ab. “Was wir brauchen, sind Grundsatzentscheidungen und die Rückkehr zum alten Ausstiegsgesetz.“

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Ins gleiche Horn stießen auch die Grünen: Die Vorsitzende Claudia Roth sagte, Merkel wolle mit dem Moratorium nichts aussetzen, sondern die Debatte aussitzen. “Es ist menschliche Hybris zu glauben, dass die tödliche Atomenergie beherrschbar ist.“ Roth forderte, die sieben ältesten Atommeiler und den Reaktor Krümmel sofort abzuschalten. “Die Kanzlerin will sich garantiert nicht von der Atomlobby entfernen“, sagte die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch. Daran änderten auch kurzfristige Ansagen nichts. Umweltminister Röttgen solle sich lieber Atomminister nennen.

DGB-Chef Michael Sommer sagte zur Atomenergie, die von der Regierung als Brückentechnologie bezeichnet worden war: “Diese Brücke ist eingestürzt!“ An der kurzfristig einberufenen Mahnwache nahmen nach Veranstalterangaben rund 2.500 Menschen teil. In rund 400 deutschen Städten fanden ähnliche Aktionen statt.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.