EU ordnet Zwangskontrollen für Lebensmittel aus Japan an

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Mann im Suermarkt: Die EU hat Zwangskontrollen für Lebensmittel aus Japan angeordnet.

Brüssel - In Japan sind Lebensmittel radioaktiv belastet. Damit keine gefährlichen Waren nach Deutschland kommen, gelten jetzt strengere Regeln für Kontrollen. Bisher sei das nur Vorsorge, sagt Verbraucherministerin Aigner.

Deutschland verschärft nach dem Atomunglück die Kontrollen für Lebensmittel aus Japan. Dies kündigte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag an. Die Europäische Union hatte zuvor Zwangskontrollen für Lebensmittel aus Japan angeordnet. In Japan war bei Produkten wie Milch und Brokkoli eine radioaktive Belastung festgestellt worden.

“Zukünftig können aus Japan nur noch diejenigen Waren geliefert werden, die in Japan von den betroffenen Regionen zertifiziert geprüft sind (...)“, sagte Aigner. “Bereits vor der Verladung muss sichergestellt sein, dass die Waren keinerlei erhöhte Strahlenbelastung aufweisen.“ An den EU-Außenstellen würden alle Waren geprüft, die aus Japan kämen.

Die Ministerin sieht weiter keine akute Gefahr. Sie machte deutlich, dass es sich bisher um eine Vorsorgemaßnahme handele. “Vorsorgender Verbraucherschutz hat absolute Priorität.“ Bund und Länder hätten bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass belastete Waren aus der Krisenregion nach Deutschland gelangt sein könnten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sammelt Messergebnisse aus den Bundesländern und Erkenntnisse von Forschern.

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Im vergangenen Jahr importierte Deutschland aus Japan Nahrungsmittel im Wert von rund 33 Millionen Euro, aus allen Ländern waren es Waren für rund 61 Milliarden Euro. “Das ist im Verhältnis auch zu den Lebensmitteln, die in Deutschland auf dem Markt sind, ein sehr geringer Anteil“, sagte Aigner. Bei den Importen aus Japan handelt es sich nach ihren Angaben vor allem um Fischspezialitäten, grünen Tee und Algen.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich am Donnerstag auf Zwangskontrollen für Lebensmittel aus zwölf japanischen Präfekturen verständigt. Die Waren müssen in Japan auf Radioaktivität getestet werden. Über das Ergebnis wird ein Gesundheitszertifikat verlangt.

Lebensmittel aus Japan dürfen bis auf weiteres nur über wenige Kontrollstellen in die EU kommen. Um lückenloses Tests zu gewährleisten und Wartezeiten zu vermeiden, müssen alle Lieferungen mindestens zwei Tage vor ihrer Ankunft an den EU-Außenkontrollstellen angemeldet werden. In Europa soll es stichprobenartig weitere Untersuchungen geben. Von Lebensmitteln aus den anderen 35 Präfekturen des Inselstaats wird ebenfalls ein Teil in den EU-Mitgliedstaaten kontrolliert. Produkte, die vor dem 11. März hergestellt wurden, sind nicht betroffen. Die neuen Regeln sollen an diesem Wochenende in Kraft treten.

dpa

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