Zwiebelschalen, Möhren und Co.

Anleitung und Tipps: So werden Ostereier ganz einfach mit Naturfarben bunt

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Wunderbar farbenfroh und das ganz ohne chemische Farbstoffe aus der Industrie: Wer Ostereier selbst färben will, der kann auf einfache Zutaten aus dem Küchenschrank zurückgreifen. Besonders beliebt ist unter anderem das Färben mit Zwiebelschalen.

Wer beim Färben der Ostereier auf Chemie verzichten möchte, kann sich problemlos mit der Natur behelfen. Wir haben ein paar einfache Tipps zusammengestellt.

Aktualisiert am 27. März 2018 - Wir erklären, wie man in wenigen Schritten beispielsweise mit Zwiebelschalen, Möhren und Blüten ganz natürlich gefärbte Eier zaubert. Neben den naturbelassenen Hilfsmitteln aus dem Küchenschrank benötigt man auch eine Feinstrumpfhose. Natürlich sind die Eier, die beim Färben mit Naturfarben entstehen, dann nicht so knallig und bunt, aber auch zarte Farbtöne haben ihren Reiz. Zumal solche Naturfarben-Eier etwas ganz Besonderes sind, weil sie anders aussehen, als beispielsweise die Varianten, die man fertig gefärbt im Supermarkt kaufen kann. 

So färbt man Ostereier mit Naturfarben

1. Zunächst werden alte Feinstrumpfhosen in gut drei Zentimeter breite Streifen geschnitten. Dabei gilt: Je breiter der Streifen, umso weniger muss man ihn spannen, um ihn auf der anderen Seite des Eis mit einem Haushaltsgummi zu fixieren.

2. Vor dem Färben sollten die Eier gründlich gewaschen werden, damit die Farbe überall gleich gut haftet. Je nach Ursprungsfarbe des Eis variiert die Färbung, weiße Eier lassen sich am besten färben. Damit das Farbergebnis noch besser ausfällt, kann man die Eier vor dem Kochen noch großzügig mit handelsüblichem Essig einreiben. Dabei sollte man einen farbneutralen Essig wählen. Denn Sorten wie Balsamico-Essig haben schon eine fast schwarze Grundfarbe, die auch auf die Eier übergehen kann.

Natürlich: Je nach Ursprungsfarbe des Eis variiert das Endergebnis.

3. Im Garten gesammelte Blätter und Blüten werden in einer Schüssel mit Wasser gelagert, bevor sie aufs Ei kommen. So welken sie nicht und haften zudem besser auf der Schale. Vorsicht bei bunten Blüten: Auch sie färben das Ei. Das muss aber kein negativer Aspekt sein. Es kann auch zu unerwarteten Farbspielen beitragen.

Filigran: Fiedrige Blätter und Blüten machen die schönsten Muster auf dem Ei.

4.Dann wird das Stück Strumpfhose über das Blatt oder die Blüte gestülpt und auf der anderen Seite mit einem Gummiring fixiert. Alternativ können auch einige dickere Gummiringe um das Ei gespannt werden, um ein Streifen-Muster zu erzielen. Vorsicht: Durch die Spannung platzen diese Eier während des Färbevorgangs häufiger. Da ist also ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt.

Eingepackt: Mit Blüten, Blättern und dicken Gummiringen lassen sich Muster erzeugen.

5. Während die Eier so präpariert werden, kann bereits ein Kochtopf mit Wasser und beispielsweise Zwiebelschalen aufgesetzt werden. Je länger man diesen Sud für sich kochen lässt, umso intensiver wird die Färbung später ausfallen. Bei manchen Blättern und Beeren kann man den Sud getrost eine Stunde und länger (natürlich ohne die Eier) kochen lassen. 

Mit einem Löffel werden die Eier anschließend vorsichtig in den Topf gegeben. Je nachdem, ob man weiche oder hart gekochte Eier haben möchte und wie intensiv die Färbung sein soll, lässt man die Eier zwischen vier und neun Minuten im kochenden Sud.

Färbt am zuverlässigsten: Zwiebelschalen ergeben rotbraune Eier.

6. Am zuverlässigsten färben Zwiebelschalen - ob man gelbe oder rote Zwiebelschalen verwendet ist dem eigenen Geschmack überlassen. Natürlich kann man auch experimentieren und verschiedene Zwiebelschalen für den Sud mischen. Sie ergeben rotbraune Eier. Trotzdem variieren die Färbungen stark – je nachdem, wo das Ei im Topf gelegen hat. Für zehn Eier sollte man mindestens 70 Gramm Zwiebelschale verwenden, die in 2 bis 2,5 Liter Wasser gekocht werden.

Auch Rote-Beete-Saft eignet sich pur sehr gut zum Färben. Das Ergebnis geht bis hin zu lilafarbenen Eiern. Man sollte mindestens 1,5 Liter Saft verwenden. Ein ähnliches Farbergebnis kann man mit Rotkraut (auch fertiges aus der Dose funktioniert zum Färben) erzielen. Dabei kann man das Rotkraut zum Beispiel auch einfach im Topf lassen und die Eier hinzufügen, statt nur den Sud zu benutzen - so entstehen ebenfalls individuelle Muster. Wer die Eier sehr lang mit Rotkraut färbt, erreicht sogar einen satten Blauton.

Will man einen Grünton erreichen, wird es schwieriger. Einige Versuche mit Matcha- und Schachtelhalm-Tee sowie die Zugabe von Brennnesseln, Spinat und Petersilie schlugen oftmals fehl. Auch Blätter vom Efeu lassen Eier grünlich werden.

Variation: Von Gelb über Grün bis hin zu Rotbraun-Tönen reicht die Farbpalette.

Auch Gelbtöne erfordern etwas Geduld. Das funktioniert mit geraspelten Möhren und Kurkuma relativ gut. Da Möhren nichts anderes als Wurzel sind, sollten sie idealerweise schon ein bis zwei Tage vorm Färbevorgang in Wasser eingeweicht werden. Erst dann sollte man sie maximal 2 Stunden für den Färbesud kochen lassen. Faustregeln dafür, wie lang die jeweiligen Farbrohstoffe aus der Natur gekocht und eingeweicht werden müssen, finden sich in der Tabelle weiter unten im Artikel.

7. Die gefärbten Eier kann man in ein noch besseres Licht rücken, indem man sie zum Glänzen bringt. Auch das geht ganz ohne Chemie und sogar blitzschnell. Dafür gibt es verschiedene Varianten: Man kann die Eier mit einer rohen Speckschwarte abreiben. Wer die vegane Alternative vorzieht, der beträufelt ein Taschentuch oder ein Geschirrtuch mit Pflanzenöl und reibt die fertigen Eier damit ab.

8. Wer dem natürlichen Look am Ende treu bleiben möchte, verzichtet auf gekauftes Ostergras und Körbchen aus Plastik. Die fertigen Ostereier sehen in einem echten Weidenkorb mit Heu - das bekommt man zum Beispiel als Bergwiesen-Heu in der Tierfutterabteilung im Supermarkt - sehr hübsch aus.

Farbrohstoff

Menge für max. 2 Liter

Kochzeit ohne Eier

Einweichzeit ohne Kochen

Gemüse (z. B. Zwiebelschalen, Rotkraut)

70 - 500 Gramm

30 Min. - 1 Std.

Einweichen nicht nötig

Blätter und Beeren

bis 100 Gramm

bis 1 Std.

2 - 6 Std

Tee

bis 50 Gramm

30 Min.

Einweichen nicht nötig

Wurzeln (z. B. Möhren gerieben)

bis 100 Gramm

bis 2 Std.

1 - 2 Tage

Die Tabelle gibt nur grobe Richtwerte an. Wer Lust am Färben hat, kann natürlich mit größeren Mengen von Farbrohstoffen experimentieren. Auch die Koch- und Einweichzeiten dürfen variiert werden.

Video: So werden Eier mit Rotkohl blau

In unserem Archiv-Video zeigen wir, wie Ostereier ein sattes Blau abbekommen. Dazu braucht man eigentlich nur Rotkohl und Wasser. 

Video: So werden Eier richtig ausgeblasen

Wer gern mit Eiern dekorieren möchte, der bekommt in diesem Archiv-Video eine Anleitung dafür geliefert, wie man die Eier am einfachsten ausbläst. Auch gibt es nützliche Tipps: Man sollte mit einem Holzstäbchen zum Beispiel den Inhalt des Eis durchrühren, damit sich Eigelb und Eiweiß besser auspusten lassen.

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