Wirkung gemeinsamen Handelns: Hautkrebsrisiko wurde drastisch reduziert

Hurra - Das Ozonloch schließt sich

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Das Ozonloch über der Antarktis wird nach neuesten Messungen von Meteorologen immer kleiner: Auf dem linken Bild vom 9. Juni 2013 ist ein deutlicher Rückgang zum Bild von 2006 (rechts) zu erkennen. Je violetter, desto dünner ist die Ozonschicht. Die gelben und grünen Farben weisen auf mehr Ozon hin. 

Es gibt sie noch, die guten Geschichten: Knapp drei Jahrzehnte nach seiner Entdeckung schließt sich das Ozonloch in der Atmosphäre.

Noch in den 1980er-Jahren war die Furcht vor der sich immer weiter ausbreitenden Bruchstelle am Himmel groß. Das Ozonloch wurde zum Synonym für Umweltzerstörung. Bereits 1989 hatte das Loch in der Ozonschicht über der Antarktis die Größe der Vereinigten Staaten erreicht und beunruhigte in zunehmendem Maße die Wissenschaft. Die Sorge einer Hautkrebserkrankung, Augenschäden, Missernten und Umweltkatastrophen ging um die Welt. Die Bevölkerung war alarmiert.

Galt das Ozonloch damals als eine der größten Gefahren für Mensch und Landwirtschaft, ist es heute aus den Medien und dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. War also alles nur Panik? Nein – Umweltprogramme zeigen nun endlich Wirkung. Nach UN-Prognosen wird sich die Ozonschicht, die die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützt, erholen. Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten wieder Ozonwerte in der Größenordnung der 1980er Jahre erreicht werden. Dies geht aus einem in New York veröffentlichten Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor.

Was sich für die Wissenschaftler seit Jahren abzeichnet, ist die Geschichte eines ausgebliebenen Weltuntergangs. Auch wenn manche Warnung im Nachhinein übertrieben klingt – die Gefahren waren real, sagt Martin Riese. Der Leiter des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung ist gemeinsam mit 300 anderen Wissenschaftlern am UN-Ozonschicht-Bericht beteiligt.

Panik der Zeit

So rechnete das Washingtor Worldwach Institute wegen der erhöhten Krebsgefahr damals sogar „mit Millionen von zusätzlichen Toten“ in den kommenden fünf Jahrzehnten. Die Zeitungen betitelten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als „Ozonkiller“, Initiativen wurden gegründet. Jeder wollte etwas tun gegen die Zerstörung unseres Sonnenschirms.

Unsere Zeitung schrieb in der Wochenendausgabe vom 1. und 2. Mai 1987: „Allein gegen die Gefahr aus der Spraydose – Initiative gegen die Zerstörung der Ozonschicht“, die sich an Friseure wandte und den übermäßigen Gebrauch von Haarspray eindämmen sollte. Mit Erfolg: Die Menschen hörten in kurzer Zeit auf, in großem Stil FCKW in die Luft zu blasen.

In kürzester Zeit nach Bekanntwerden von Gefahr und Verursacher verständigten sich die Staaten auf einen Verzicht von FCKW und anderen ozonschädigenden Gasen. Mit dem Montreal-Protokoll von 1987 schaffte die Staatengemeinschaft das, worum sie bei der Begrenzung des CO2-Ausstoßes seit Jahren ohne durchschlagenden Erfolg ringt.

Weniger Hautkrebs

Die Experten schätzen: Von 1989 bis 2030 könnten so jährlich im Durchschnitt zwei Millionen Fälle von Hautkrebs verhindert worden sein. Doch zugleich warnen die Behörden: Der schnelle Anstieg einiger anderer Treibhausgase wie Kohlendioxid könnte die positive Entwicklung untergraben.

Von Melanie Triesch

Hintergrund

Aufgaben der Ozonschicht 

Seit Entdeckung des Ozonlochs dokumentiert die Weltorganisation für Meteorologie gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in dem alle vier Jahre erscheinenden Bericht, wie sich der Zustand der Ozonschicht verändert hat. Die Ozonschicht filtert die schädliche UV-C-Strahlung der Sonne fast vollständig aus und schwächt die weniger gefährliche UV-B-Strahlung. Als Teil der Stratosphäre befindet sich die Ozonschicht etwa in 15 bis 50 Kilometer Höhe und enthält 90 Prozent des atmosphärischen Ozons. Ozon ist eines der wichtigsten Spurengase in der Erdatmosphäre. (mel) 

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