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Paket mit Leiche verschwindet: Nach drei Jahren folgt skurrile Entschuldigung

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Von: Jan-Frederik Wendt

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In den USA ist ein Paket mit Leichenteilen verloren gegangen (Symbolfoto).
In den USA ist ein Paket mit Leichenteilen verloren gegangen (Symbolfoto). © Sina Schuldt/dpa

In den USA geht ein Paket mit Leichenresten verloren. Nach drei Jahren gibt es eine skurrile Entschuldigung. Viele Fragen bleiben.

St. Louis - Immer wieder werden skurrile Dinge per Post versendet. Manche Pakete sind nicht von Standard-Päckchen zu unterscheiden, andere fallen durch Firm, Farbe und diverse Aufkleber sofort auf. Das Paket vom Medical Examiner’s Office in Fulton County fällt in die zweite Kategorie. Das Paket wurde vor drei Jahren verschickt – aber kam nie an, wie die US-amerikanische Tageszeitung Atlanta Journal jetzt aufdeckte.

Aber: Warum erregt das Verschwinden eines einzelnen Pakets plötzlich so eine Aufmerksamkeit? Die Antwort dafür liefert der Inhalt. In dem knapp zehn Kilogramm schweren Paket befanden sich die Skelettreste von Jeffrey Merriweather. Der Mann starb im Jahr 2019 bei einer Schießerei. Seine Leiche wurde per Fedex verschickt, weil ein Speziallabor in St. Louis die Todesursache des 32-Jährigen ermitteln sollte.

Paket verschwunden: Polizei und Gerichtsmediziner stehen vor einem Rätsel

Laut Behörden wurde die teilweise verweste Leiche am 22. Juni 2019 hinter einem Haus im Südwesten von Atlanta gefunden. Die Polizei vermutete, dass Merriweather im Zusammenhang eines schiefgelaufenen Drogendeals getötet wurde. Allerdings standen Polizei und Gerichtsmediziner vor einem Rätsel: Warum war die Leiche bereits nach kurzer Zeit stark verwest und skelettiert? Wegen dieser Unklarheiten sollten die Überreste an die Spezialisten gesendet werden.

Als das Atlanta Journal vergangene Woche über den Fall twittert, reagiert das US-amerikanische Kurier- und Logistikunternehmen Fedex. Allerdings erhalten die Journalistinnen und Journalisten keine Antworten auf das unerklärliche Verschwinden des Leichnams, sondern eine unpersönliche Antwort von einem Twitter-Bot: „Hallo, mein Name ist Gaby“, schrieb Fedex Help, das Kundendienstkonto des Unternehmens in einem mittlerweile gelöschten Tweet. „Das ist nicht die Erfahrung, die wir bieten wollen. Die ausstehende Lieferung tut mir sehr leid. Bitte senden Sie eine direkte Nachricht, ich helfe Ihnen gerne weiter.“ Diese Fedex-Nachricht sorgte im Internet für Hohn und Spott.

Unklar ist, warum die Gerichtsmediziner Fedex für die Sendung des Leichnams nutzten. Das Versenden von Leichenteilen ist nämlich über Fedex gemäß der Unternehmensrichtlinien verboten. (Jan Wendt)

Nach DHL und Hermes will der nächste Paket-Dienst seine Preise erhöhen. Grund dafür seien gestiegene Kosten.

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