Sechs Jahre nach Katastrophe

Pakistaner scheitert mit Klage gegen Kik wegen Fabrikbrand in Karachi

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Prozess nach Brand in pakistanischer Textilfabrik

Nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik im Pakistan sind vier Betroffene des Feuers mit einer in Deutschland bislang einzigartigen Zivilklage gegen Kik gescheitert.

Update vom 10.01.2019: Der Textildiscounter Kik muss nach einem Fabrikbrand in Karachi vor gut sechs Jahren kein Schmerzensgeld zahlen. Das Dortmunder Landgericht hat am Donnerstag die Klage von vier Pakistanern abgewiesen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Die geltend gemachten Ansprüche von 30.000 Euro pro Kläger seien nach pakistanischem Recht bereits verjährt, erklärten die Richter. Bei dem Feuer in der Textilfabrik Ali Enterprises waren im September 2012 insgesamt 258 Menschen zu Tode gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Die Kläger - drei Hinterbliebene und ein Überlebender - wollten erreichen, dass Kik als Hauptkunde der Fabrik für etwaige Brandmängel einstehen muss.

Prozessauftakt gegen Kik wegen tödlichem Fabrikbrand

Dortmund/Karachi - Rund sechs Jahre nach der Brandkatastrophe in einer Fabrik in Pakistan mit mehr als 250 Toten beginnt am Donnerstag (12.00 Uhr) ein Zivilprozess in Dortmund. Vier Kläger - ein Überlebender und drei Angehörige - fordern jeweils 30 000 Euro Schmerzensgeld vom damaligen Hauptauftraggeber, dem Textildiscounter Kik. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, mitverantwortlich zu sein für mangelhafte Brandschutzvorkehrungen. Kik weist die Ansprüche zurück und geht von einer Klageabweisung wegen Verjährung aus.

Menschenrechtsorganisationen unterstützen das Verfahren

Die Kläger wollen erreichen, dass erstmals ein deutsches Unternehmen für ein Unglück bei einem ausländischen Zulieferer haftbar gemacht wird. Die Menschenrechtsorganisationen ECCHR und Medico International unterstützen das Verfahren. Am 11. September 2012 waren bei dem Feuer bei Ali Enterprises in Karachi mehr als 250 Menschen getötet und mehrere Dutzend Arbeiter verletzt worden, einige von ihnen schwer. Kik hat bereits mehr als sechs Millionen US-Dollar (5,3 Millionen Euro) für die Betroffenen bereitgestellt. 

Kürzlich sorgte Kik auch für Schlagzeilen, weil ein Junge offenbar aus einer Filiale geworfen wurde. Grund dafür waren die Kleiderständer, die einem Hakenkreuz ähneln.

dpa

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