Papst ernennt zwei Deutsche zu Kardinälen

Rom - Der Berliner Erzbischof Woelki und der deutsche Jesuitenpater Becker sind in den Kardinalsstand erhoben worden. Der Papst mahnte sie zur Treue zur Kirche bis zum Blutvergießen.

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki ist jetzt Kardinal. Papst Benedikt XVI. erhob ihn am Samstag in Rom bei einem feierlichen Konsistorium gemeinsam mit 21 weiteren kirchlichen Würdenträgern in den Kardinalsstand. Damit ist der 55-jährige Woelki jetzt weltweit der jüngste von insgesamt 214 Kardinälen.

Woelki betrachtet seine Erhebung so kurz nach seinem Amtsantritt in Berlin auch als eine große Ehre für das Erzbistum Berlin und die katholische Kirche in Deutschland sowie für jene Katholiken, die in der DDR ihren Glauben bekannt haben. Neben Woelki empfing auch der deutsche Theologe Karl Josef Becker die Kardinalswürde. Die Feierlichkeiten in Rom mit Audienzen und Gottesdiensten dauern noch bis Montag an.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte, dass die neuen Kardinäle mit dem Dienst der Liebe zu Gott und der Kirche sowie der absoluten und bedingungslosen Liebe zu den Brüdern und Schwestern beauftragt seien. Diese reiche, wenn nötig, bis zum Vergießen des eigenen Blutes. Bei der sogenannten Kardinalskreierung erhielten die neuen Würdenträger den roten Kardinalshut (Birett) und den Kardinalsring.

Woelki reiste mit Kardinalsfamilie nach Rom

Der Kardinalstitel wird auf Lebzeiten verliehen und ist mit der Person und nicht etwa dem Bistum verknüpft. Kardinäle gelten als die wichtigsten Berater des Papstes und wählen nach dessen Tod den Nachfolger. Wahlberechtigt sind allerdings nur Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sind.

Begleitet wurde der Berliner Erzbischof von seiner sogenannten Kardinalsfamilie, zu der unter anderen seine Eltern, Mitarbeiter, Vertreter anderer Religionen und Landespolitiker gehören. Darunter waren Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) sowie Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge.

Dem kritischen Dialog nicht ausweichen

Wowereit hatte bereits vor der Zeremonie die Zusammenarbeit mit Woelki gelobt. In einer sich wandelnden Gesellschaft dürfe die katholische Kirche einem kritischen Dialog nicht ausweichen, und er begrüße es sehr, dass „Erzbischof Woelki bereits in seiner kurzen Amtszeit offen für diesen Dialog war“, sagte der Regierungschef. Kulturministerin Kunst hob hervor, dass Brandenburg „sehr verlässlich“ mit der katholischen Kirche kooperiert. Als Beispiele nannte sie das gute Angebot an katholischen Kindergärten und das renommierte katholische Schulzentrum Bernhardinum in Fürstenwalde. Nach Ansicht von Landesjustizministerin Kuder unterstreicht die Ernennung nicht nur die Bedeutung des Erzbistums Berlin als Hauptstadtbistum, sondern stärkt auch die Stellung der Katholiken in der „Diasporasituation“ in Mecklenburg-Vorpommern.

Im Erzbistum Berlin leben etwa 390.000 Katholiken. Es umfasst neben Berlin auch große Teile Brandenburgs sowie den Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Woelki war vor knapp einem halben Jahr Erzbischof geworden. Auch fast alle seine Amtsvorgänger in Berlin waren Kardinäle.

dapd

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