Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

Papst feiert Messe mit Häftlingen: „Wir alle sind Sünder“

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Papst Franziskus predigt gegen Vorurteile

Vatikan - Papst Franziskus hat am Sonntag mit tausend Häftlingen eine Messe gefeiert. Im Petersdom sprach er den Gefangenen Mut zu und äußerte sich kritisch gegenüber Vorurteilen.

"Die Hoffnung ist ein Geschenk Gottes", sagte Franziskus, der in Italien und bei seinen Auslandsreisen schon häufig Haftanstalten besucht hat. Gesetzesverstöße müssten natürlich bestraft werden, sagte der Papst. Der Freiheitsentzug sei die schwerste Strafe, weil sie einen Menschen "in seinem Innersten trifft".

Keine vorschnellen Urteile fällen

"Jedes Mal, wenn ich ein Gefängnis betrete, frage ich mich: 'Warum sie und nicht ich?'", sagte Franziskus. "Wir können alle Fehler machen." Viele Menschen hätten jedoch eine "scheinheilige" Einstellung gegenüber Gefangenen, kritisierte das katholische Kirchenoberhaupt. Für sie seien Häftlinge einfach nur Übeltäter, für die "Gefängnis die einzige Lösung" sei. Sie glaubten nicht daran, dass Menschen ihr Leben ändern könnten, und hätten "wenig Vertrauen in die Rehabilitation". Solche Menschen hätten jedoch vergessen, "dass wir alle Sünder und oft auch Gefangene sind", sagte der Papst. Viele Menschen seien "in ihren eigenen Vorurteilen eingeschlossen und Sklaven eines Götzenbilds von falschem Wohlbefinden".

Vatikan verzichtet auf besonderen Schutz

Neben den Gefangenen aus zwölf Ländern, die aus Gefängnissen in Italien und Spanien in den Vatikan gekommen waren, nahmen noch 3000 weitere Menschen an der Messe teil, vor allem Familienangehörige, Vollzugsbeamte und freiwillige Helfer. Polizisten waren im Petersdom nicht zu sehen. Die Messe mit den Gefangenen war eine der letzten Initiativen des"Heiligen Jahres der Barmherzigkeit", das am 20. November endet. Die Häftlinge hatten bei dem Besuch im Vatikan zudem die Gelegenheit, zu beichten und zur Vergebung ihrer Sünden die sonst zugemauerte Heilige Pforte im Petersdom zu durchschreiten.

afp

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