Appell in Assisi

Papst Franziskus: Kirche muss für Arme da sein

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Papst Franziksus wird am Freitag in Assisi von einem Kind mit einer Fahne des Vatikan begrüßt.

Assisi - Papst Franziskus hat am Freitag in Assisi seine Forderung nach einer stärkeren Hinwendung der Kirche zu den Armen, Kranken und Schwachen sowie nach mehr Bescheidenheit in der Kirche bekräftigt. Was der Papst will: 

Überschattet von der Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa hat Papst Franziskus am Freitag die Heimatstadt seines Namenspatrons Franz von Assisi besucht. Der Papst rief dabei dazu auf, dem Vorbild des Heiligen zu folgen und weltlichen Gütern zu entsagen. Mit Blick auf das Schiffsunglück, bei dem vor der italienischen Mittelmeerinsel wohl rund 300 Flüchtlinge ertranken, sprach Franziskus von einem "Tag der Tränen".

Franziskus nutzte die Reise in die zentralitalienische Kleinstadt, um seine Forderung nach einer stärkeren Hinwendung der Kirche zu den Armen, Kranken und Schwachen sowie nach mehr Bescheidenheit in der Kirche zu bekräftigen. Das katholische Kirchenoberhaupt rief die Welt dazu auf, "die Schöpfung zu achten" und den "Schrei jener zu hören, die weinen, leiden und sterben an der Gewalt, dem Terrorismus und dem Krieg", insbesondere in Syrien.

In dem Raum, in dem einst der Heilige Franz von Assisi (1182-1226) vor seinem Vater, einem reichen Kaufmann, seine Kleider abgelegt hatte als Zeichen, dass die weltlichen Güter den Armen zugedacht seien, forderte der Papst, dass die Christen seinem Vorbild folgen sollten. Er kritisierte eine "liebliche" Darstellung des Friedensideals des Heiligen Franz von Assisi, das fälschlicherweise als "pantheistische Harmonie mit dem Kosmos" präsentiert werde.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1973 war Bergoglio noch einfacher Priester. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hochzeitsfoto der Eltern Bergoglios, Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio, aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
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Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires © AP/dpa
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Bergoglios Vater, Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert) © AP/dpa
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In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. © AP/dpa
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In einem Seminar lehrte Bergoglio (hier ein Bild aus dem Jahr 1966) Literatur und Psychologie. © ap/dpa
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1969 bekam Bergoglio seine Priestweihe. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
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Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
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Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. © ap/dpa
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Dieses Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
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Bergoglio ist Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
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Bergoglio ist Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
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Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
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Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
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Die Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zum neuen Papst haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
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Bergoglio fuhr noch als Kardinal von Buenos Aires mit der U-Bahn. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
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Die Volksnähe hat er sich bewahrt: Bergoglio trinkt Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
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Als Papst nennt er sich Franziskus - nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
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Die jüngste Stimme von Papst Bergoglio, María Elena Bergoglio (65), hat ihren Pass erneuert, um ihren Bruder in Rom besuchen zu können. © dpa

Zwischen 60.000 und 100.000 Pilger wohnten in Assisi dem Besuch des Papstes bei. Außerhalb der malerisch gelegenen Stadt in Umbrien waren Großleinwände errichtet, auf denen die Zeremonien übertragen wurden. Den Ministerpräsidenten Enrico Letta, der an der Messe teilnahm, begrüßte der Papst mit einem Handschlag und rief dazu auf, für das italienische Volk zu beten, "damit jeder mehr betrachtet, was eint, als was trennt".

Bei dem Besuch äußerte sich das 76-jährige Kirchenoberhaupt auch zu dem Flüchtlingsdrama. Er verurteilte "die Gleichgültigkeit gegenüber jenen, welche die Sklaverei, den Hunger fliehen, um die Freiheit zu suchen, doch stattdessen den Tod finden, wie gestern in Lampedusa." "Heute ist ein Tag der Tränen", sagte der sichtlich bewegte Papst. Franziskus hatte es am Donnerstag eine "Schande" genannt, dass schon wieder Menschen bei einem solchen Unglück ums Leben kamen. Bislang wurden mehr als 110 Leichen geborgen, rund 200 Flüchtlinge wurden vermisst.

Zu Beginn seines Besuchs in Assisi traf der Papst in einem kirchlichen Heim Behinderte im Alter von fünf bis 45 Jahren, die er jeden einzeln begrüßte. Umgeben von den acht Kardinälen der von ihm eingesetzten Reformkommission äußerte er Kritik an der vorherrschenden "Kultur der Zurückweisung", die besonders die Schwachen treffe.

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio hatte bei seiner Wahl im März den Namen Franziskus angenommen. Er bezog sich damit auf den Heiligen Franz von Assisi, der Friedfertigkeit, Armut und den Schutz der Schöpfung Gottes gepredigt hatte. Der wie sein Vorbild für seine bescheidende Lebensweise bekannte Papst tritt mit Nachdruck für eine Reform des Vatikans ein und fordert eine "arme Kirche für die Armen".

kna

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