Ganz anderer Amtsstil

Meisner: Papst wirbelt Gästehaus durcheinander

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Papst Franziskus

Rom - Kardinal Meisner sagt, er habe ein größeres Schlafzimmer als Papst Franziskus. Der Pontifex weigere sich noch immer, aus dem Gästehaus im Vatikan auszuziehen und wirbele den Betrieb dort durcheinander.

Papst Franziskus hat nach Ansicht von Kardinal Joachim Meisner einen ganz anderen Amtsstil als sein Vorgänger Benedikt XVI. „Aber in der Sache liegen sie eng beieinander“, sagte der Kölner Erzbischof am Mittwoch im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Was der neue Papst von der Armenkirche sage, passe zu Benedikts Wort von der „Entweltlichung“.

Meisner: "Das bringt den Laden da ganz durcheinander"

Meisner wies darauf hin, dass Franziskus immer noch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta wohne. „Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.“ Mit Distanz zur Kurie habe der ausbleibende Umzug in den Apostolischen Palast weniger zu tun. Vielmehr wolle der Papst als Südamerikaner mehr unter Leuten sein. Auch widerspreche das päpstliche Appartement nicht dem Armutsideal von Franziskus, da es eine ganz normale Wohnung sei. „Groß ist dort nur der Empfangsraum. Die Privaträume sind klein. Ich habe ein größeres Schlafzimmer als der Papst.“

Der Kardinal wies Kritik an der barocken Kleidung von Papst Benedikt XVI. zurück: „Das hat doch nichts mit Prunksucht zu tun.“ Der inzwischen emeritierte Papst habe neben dem neuen Messritus auch dem alten Geltung verschaffen wollen. Die Kontinuität zur über 1000-jährigen Liturgie habe er „zeichenhaft auch in seiner Kleidung sichtbar gemacht“.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1973 war Bergoglio noch einfacher Priester. © AP/dpa
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Hochzeitsfoto der Eltern Bergoglios, Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio, aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
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Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires © AP/dpa
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Bergoglios Vater, Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert) © AP/dpa
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In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. © AP/dpa
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In einem Seminar lehrte Bergoglio (hier ein Bild aus dem Jahr 1966) Literatur und Psychologie. © ap/dpa
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1969 bekam Bergoglio seine Priestweihe. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
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Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
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Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. © ap/dpa
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Dieses Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
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Bergoglio ist Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
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Bergoglio ist Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
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Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
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Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
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Die Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zum neuen Papst haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
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Bergoglio fuhr noch als Kardinal von Buenos Aires mit der U-Bahn. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
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Die Volksnähe hat er sich bewahrt: Bergoglio trinkt Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
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Als Papst nennt er sich Franziskus - nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
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Die jüngste Stimme von Papst Bergoglio, María Elena Bergoglio (65), hat ihren Pass erneuert, um ihren Bruder in Rom besuchen zu können. © dpa

Der Erzbischof zeigte sich erschrocken über die Gesundheit von Benedikt XVI. Er habe ihn am 18. März besucht und dabei gesehen, wie schmal er geworden sei, „so eine halbe Portion“. Er sei mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden gewesen, so Meisner. „Aber als ich ihn so sah, sind meine Vorbehalte weggeschmolzen.“ Geistig sei er „ganz fit, ganz der Alte“.

Er sei der Überzeugung gewesen, dass das Papstamt wie auch die Ehe erst mit dem Tod ende, betonte der Kardinal. Aber die heutige Medizin erlaube es, dass ein Mensch trotz Krankheit und Altersschwäche lange lebe, sagte er unter Hinweis auf das inzwischen achtjährige Wachkoma des früheren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. „Für das Papstamt wäre eine solche Situation nicht tragbar.“

kna

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