Papst Johannes Paul II. ist ein Seliger

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Papst Benedikt XVI. wird in seinem Papamobil bei der Messe zur Seligsprechung von Johannes Paul II. über den Petersplatz im Vatikan in Rom gefahren.

Rom - Beim Tod von Johannes Paul II. hatten Millionen Katholiken seine sofortige Erhebung zum Heiligen gefordert. Am Sonntag sprach Papst Benedikt XVI. seinen charismatischen Vorgänger selig - ein Akt in Rekordzeit.

Papst Johannes Paul II. ist seliggesprochen. Nur sechs Jahre nach dem Tod des Polen erhob ihn Benedikt XVI. am Sonntag auf diese Vorstufe zur Heiligkeit. “Johannes Paul II. ist selig!“, rief der Papst am Sonntag unter dem Jubel der Tausenden Pilger auf dem Petersplatz. Viele sanken betend auf die Knie. Andere vergossen Tränen der Rührung, als ein Porträt Karol Wojtylas an der Fassade des Petersdoms enthüllt wurde. Schon bei dessen Beerdigungsfeier am 8. April 2005 hatten Millionen Gläubige tief bewegt gefordert: “Santo subito“ (Sofort heilig).

Johannes Paul II: Einblicke in sein Leben

Johannes Paul II: Einblicke in sein Leben

Johannes Paul II - Papst
Johannes Paul II kam am 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen als Karol Józef Wojtyła zur Welt. Der spätere Literatur- und Philosophiestudent ist auf diesem Foto zwölf Jahre alt. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Sein Pontifikat dauerte vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod am 2. April 2005. Seine Amzeit als Papst war demnach die zweitlängste, fast 30 Jahre. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Frohe Botschaft für Tausende: Am 1. Mai 2011 wird Papst Johannes Paul II durch Benedikt XVI selig gesprochen; ausschlaggebend dafür war die wundersame Heilung der Nonne Marie Simon-Pierre die an Parkinson litt. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Er pflegte stets engen Kontakt mit anderen Kulturen. Hier ein Treffen zwischen ihm und dem Dalai Lama 1982 in der Vatikan Stadt. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Bei 104 Auslandsreisen, Pastoralbesuche genannt, besuchte der Papst 127 Länder. Seine Reisetätigkeit trug ihm rasch den Spitznamen „Eiliger Vater“ ein. Auch die Bevölkerung in Brazzavile, Kongo feiert ihn während seiner ersten Afrikareise 1980 (Foto). © dpa
Johannes Paul II - Papst
Johannes Paul mit Fidel Castro in Havanna, Kuba am 25. Januar 1998. © dpa
Johannes Paul II - Papst
1982 in Lagos, Nigeria begrüßt er eine begeisterte Gruppe von Gläubigen. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Treffen der Seligen: Mutter Theresa ( 5. September 1997 in Kalkutta getorben und 2003 selig gesprochen) und Johannes Paul II. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Am 13. Mai 1981 wird ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. durch den jungen Türken Mehmet Ali Agca verübt. Drei Kugeln verletzten den Heiligen Vater schwer. Sein Leben lang litt er an den Folgen der Wunden und ging gebückt. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Doch trotz allem Leid vergab Johannes Paul II dem rechtsextremistischen Attentäter und besuchte ihn sogar im Gefängnis in Rom. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Ohne Berührungsängste: Der Papst 1986 in Kolumbien mit einem landestypischen Hut. © dpa
Johannes Paul II - Papst
1991 in Warschau, Polen umgeben von erfreuten Kindern. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Kuss und Segnung eines polnischen Opfers des Holocausts 1999. © dpa
Johannes Paul II - Papst
Der von Krebs, Parkinson und Arthritis gebeutelte Johannes Paul II mit seinem jahrelangen Berater und Nachfolger Joseph Ratzinger. © dpa
Am 2. April 2005 verstarb der gesundheitlich schwer angeschlagene Johannes Paul II (85). Seine Leiche wurde im Vatikan aufgebahrt. Bereits während des ersten Tages erwiesen eine halbe Million Menschen dem verstorbenen Papst die letzte Ehre. Millionen erwiesen Johannes Paul II am 8. April die letzte Ehre. Allein 3,5 Millionen Pilger reisten an jenem Tag zu seinem Begräbnis nach Rom. © dpa

Bei der Begräbnisfeier sei bereits der “Duft seiner Heiligkeit“ zu spüren gewesen, sagte Benedikt am Sonntag. Deshalb habe er gewollt, dass der Prozess der Seligsprechung seines Vorgängers zwar vorschriftsmäßig, aber “ziemlich rasch“ vorangehen konnte. Der deutsche Pontifex hatte den Ruf der Gläubigen erhört und nach nur knapp drei Monaten den Prozess der Seligsprechung eingeleitet. Normalerweise kann dieser erst fünf Jahre nach dem Tod beginnen. “Heute ist der erwartete Tag gekommen“, rief Benedikt den Massen zu, “er ist schnell gekommen, weil es dem Herrn so gefallen hat.“

ARCHIV - Papst Johannes Paul II. winkt am 25.12.2002 in der Vatikanstadt den Gläubigen zu.

Über eine Million Pilger hatten sich für den feierlichen Akt bei zunehmend sonnigem Wetter in Rom eingefunden. Unter ihnen waren etwa 90 hochrangige Delegation aus aller Welt, 16 Präsidenten und Vertreter von 5 Königshäusern. Allein auf dem stark gesicherten Gelände direkt vor dem Petersdom wurden etwa 80 000 Pilger gezählt. Wer auf der erst in den frühen Morgenstunden geöffneten Piazza San Pietro keinen Platz fand, konnte die Seligsprechung auf einem von 14 Großbildschirmen auf zentralen Plätzen der Ewigen Stadt verfolgen.

“Dieser beispielhafte Sohn der polnischen Nation hat den Christen auf der ganzen Welt geholfen, keine Angst zu haben, sich Christen zu nennen, zur Kirche zu gehören und vom Evangelium zu sprechen“, hob Joseph Ratzinger hervor. Er nahm selbst die Seligsprechung seines früheren Mentors vor. Damit schrieb erstmals ein Papst seinen direkten Vorgänger in das Buch der Seligen ein.

Seligsprechung von Johannes Paul II. - die Bilder aus Rom

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Seligsprechung von Johannes Paul II. - die Bilder aus Rom © dpa
Seligsprechung von Johannes Paul II. - die Bilder aus Rom © dpa
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Seligsprechung von Johannes Paul II. - die Bilder aus Rom © dpa
Seligsprechung von Johannes Paul II. - die Bilder aus Rom © dpa

Im Januar hatte der Vatikan den Weg für die Seligsprechung freigemacht, indem er die angebliche Wunderheilung Johannes Pauls an der französischen Nonne Marie Simon-Pierre anerkannte. Sie litt wie er an Parkinson. Die Nonne nahm prominent an der Messe vor dem Dom teil.

“Er hat die Gesellschaft, die Kultur, die Bereiche der Politik und der Wirtschaft für Christus geöffnet“, so Benedikt. Wojtyla habe mit der Kraft eines Riesen daran gewirkt, “uns die Kraft wiederzugeben, an Christus zu glauben“. Benedikt ging ausdrücklich auf das Wirken des Polen gegen Kommunismus und Sowjetideologien vor dem Fall der Mauer ein.

Etwa 100 000 Pilger hatten bereits am Samstagabend mit einer mehrstündigen Gebetswache im antiken Circo Massimo des beliebten Polen gedacht. Bei noch ungemütlichem Wetter waren auffallend viele junge Leute in die einstige Arena für Wagenrennen gekommen. Benedikt hatte sich mit einer Gebetsbotschaft an die Gläubigen gewandt. Die französische Nonne berichete von ihrer Heilung. Acht römische Kirchen waren die ganze Nacht über für die angereisten Pilger geöffnet geblieben.

Von Hanns-Jochen Kaffsack und Katie Kahle, dpa

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