Vatikan dementiert

Papst soll Exorzismus ausgeführt haben

+
Angeblich soll Papst Franziskus einen Exorzismus ausgeführt haben.

Rom - Der Exorzismus spielt in der katholischen Kirche eine wichtige Rolle, gilt aber als heikles Thema. Medien berichten, Papst Franziskus habe einem Mann den Teufel ausgetrieben - der Vatikan dementiert umgehend.

Papst Franziskus soll Medienberichten zufolge mit einem Exorzismus einem jungen Mann den Teufel ausgetrieben haben. Der Vatikan bestreitet das jedoch. „Der Papst hatte nicht vor, einen Exorzismus auszuführen: Er hat nur für eine kranke Person gebetet“, sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi am Dienstag. Eine Szene, bei der der Papst nach der Pfingstmesse auf dem Petersplatz einem jungen Mann die Hände auflegt und betet, war von italienischen Medien als Exorzismus interpretiert worden.

Ausgelöst hatte den Wirbel der katholische Fernsehsender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz, der die Szene zeigte und Exorzisten dazu befragte. „Die Exorzisten, die die Szene sahen, haben keine Zweifel. Es handelte sich um ein Gebet zur Befreiung vom Bösen und einen wirklichen und echten Exorzismus“, berichtete der Sender.

Später entschuldigte sich der Autor Dino Boffo jedoch beim Papst und den anderen Beteiligten. Die Episode habe bei ihm Kummer ausgelöst, weil eine Nachricht verbreitet worden sei, die in Teilen wahr sei und in Teilen nicht, sagte er.

Der Sender hatte zuvor gezeigt, wie Franziskus Kranke und Behinderte begrüßt. Ein Priester stellt ihm einen jungen Mann im Rollstuhl vor und wechselt einige Worte mit ihm, daraufhin wird Franziskus' Gesichtsausdruck ernst. Er legt seine Hände auf den Kopf des Mannes und verharrt einen Moment im Gebet. Dieser schnappt daraufhin krampfhaft nach Luft und zuckt. Die Reaktion und Franziskus' Gesichtsausdruck seien nach Ansicht von Exorzisten klare Anzeichen, berichteten italienische Medien.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1973 war Bergoglio noch einfacher Priester. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hochzeitsfoto der Eltern Bergoglios, Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio, aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglios Vater, Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
In einem Seminar lehrte Bergoglio (hier ein Bild aus dem Jahr 1966) Literatur und Psychologie. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1969 bekam Bergoglio seine Priestweihe. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Dieses Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zum neuen Papst haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio fuhr noch als Kardinal von Buenos Aires mit der U-Bahn. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Volksnähe hat er sich bewahrt: Bergoglio trinkt Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Als Papst nennt er sich Franziskus - nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Die jüngste Stimme von Papst Bergoglio, María Elena Bergoglio (65), hat ihren Pass erneuert, um ihren Bruder in Rom besuchen zu können. © dpa

Auch Papst Johannes Paul II. soll 1982 und 2000 einen Exorzismus ausgeführt haben. Nach der katholischen Lehre werden dabei Dämonen und Geister vertrieben oder ferngehalten. Sie beruft sich dabei auf Jesus Christus selbst, der laut den Evangelisten auch Dämonen ausgetrieben hat. Krankheiten, vor allem psychischer Art, müssten aber von Ärzten behandelt werden, heißt es im Katechismus. Nach etlichen Skandalen gilt das Thema Exorzismus aber auch innerhalb der Kirche als heikel.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.