Pöbelnde Parksünder

Parkscheinkontrolleure in Hessen werden immer häufiger beleidigt

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Werden immer häufiger beschimpft: Parkscheinkontrolleure in Hessen. Trotz teurer gewordener Strafzettel beim Falschparken können sich aber nicht alle Städte und Gemeinden über steigende Einnahmen freuen.

Kassel. Von Schimpfwörtern bis zu tätlichen Angriffen – Parkscheinkontrolleure sind 2013 in Hessen immer wieder Opfer von erwischten Parksündern geworden. Das hat eine Umfrage ergeben.

Eine statistische Erhebung zu Beschimpfungen gebe es zwar nicht, hieß es in Frankfurt: „Gleichwohl wird durch die Kolleginnen und Kollegen immer wieder der subjektive Eindruck geschildert, dass die Aggressivität ihnen gegenüber zunehme“, teilte die Stadt mit. Vereinzelt sei es auch zu tätlichen Übergriffen gekommen. Schmunzeln mussten die Beamten allerdings, als ein erwischter Autofahrer fragte, ob man die Verwarnung rückgängig machen könne, wenn er die Tat bereue.

Frankfurt: Die Knöllchen-Einnahmen in der Main-Metropole dürften 2013 zurückgegangen sein, wie die Stadt mitteilte. Zwischen Januar und November nahm die Kommune rund 9,25 Millionen Euro ein – 400 000 Euro weniger im Vergleich zum Vorjahr. Das ist überraschend, weil zum 1. April 2013 bundesweit die Bußgelder für viele Parkvergehen um fünf Euro angehoben wurden.

Kassel: In der nordhessischen Stadt seien die Beamten bei den Kontrollen immer häufiger Beleidigungen ausgesetzt, sagte ein Stadtsprecher. „Tätliche Angriffe konnten durch umsichtiges und deeskalierendes Verhalten der Mitarbeiter verhindert werden.“ In einigen Situationen habe jedoch die Polizei gerufen werden müssen.

Im Gegensatz zu Frankfurt sind in Nordhessen die Einnahmen wohl gestiegen. Genaue Zahlen gibt es aber noch nicht, da die Auswertung noch nicht abgeschlossen ist, wie die Stadt mitteilte. Die Erwischten sind allerdings nicht besonders einfallsreich, wenn es um ihre Ausreden geht. Das Erledigen einer Notdurft sei der absolute Spitzenreiter, sagte der Sprecher. Andere Ausflüchte waren ein dringender Termin, das Übersehen eines Schildes oder der Satz „der Parkscheinautomat war kaputt“.

Fulda: Die Kontrolleure mussten sich Schimpfwörter im üblichen Umfang anhören, berichtete die Stadt. Tätliche Angriffe habe es aber nicht gegeben. Hanau: kommen diese laut Stadt zwei bis maximal viermal im Jahr vor. Dann würden Mitarbeiter geschubst oder es werde ihnen auch mal die Dienstmütze vom Kopf gefegt, hieß es dort.

Marburg: In Mittelhessene werden Falschparker offenbar friedlicher: Es habe 2013 nur eine Beleidigung gegeben und keine Angriffe oder Pöbeleien, bilanzierte die Kommune. Darmstadt: Vier bis fünf Beleidigungen gab es, zum Glück aber keine tätlichen Angriffe, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte.

Hintergrund: So teuer ist Falschparken

Wer falsch parkt oder eine Parkuhr nicht (genug) gefüttert hat, wird mit einem Bußgeld bestraft. Die Höhe des Verwarnungsgelds ist im Bußgeldkatalog geregelt. Es wurde zum 1. April 2013 erhöht.

Demnach kommt noch am billigsten davon, wer bis zu 30 Minuten an einer abgelaufenen Parkuhr steht. Das kostet zehn Euro Verwarnungsgeld. Zwischen 30 und 60 Minuten sind für das Knöllchen 15 Euro fällig, 20 Euro für bis zu zwei Stunden, 25 Euro für bis zu drei Stunden und 30 Euro für noch längere Verstöße. Der Höchstsatz von 35 Euro gilt, wenn es um Verstöße wie das Zuparken von Feuerwehrzufahrten und Behindertenparkplätzen geht. Wenn Autofahrer auf Radwegen parken, beträgt die Geldbuße mindestens 20 Euro. (dpa)

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