Was passiert beim Abschalten eines AKW?

Berlin - Als Reaktion auf die Katastrophe in Japan sollen sieben deutsche AKWs vom Netz gehen. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Wie die Kettenreaktion eines laufenden Kerkraftwerks gestoppt wird:

Betroffen sind die Meiler Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar 1 sowie Unterweser und Philippsburg 1. Alle sind vor Ende 1980 in Betrieb gegangen. Um ein Atomkraftwerk stillzulegen, muss die Uran-Spaltung zur Energiegewinnung im Kern eines Reaktors gestoppt werden. Hierfür würden in das Becken mit den Brennstäben sogenannte Steuerstäbe eingeführt, die jene Neutronen einfingen, die die Uran-Spaltung auslösten, erklärt Greenpeace-Sprecher Stefan Krug der dapd am Mittwoch in Berlin.

Diese deutschen AKWs müssen sofort vom Netz

Diese deutschen AKWs müssen sofort vom Netz

Dieser Vorgang unterbricht die Kettenreaktion zur Energieerzeugung in einem Kraftwerk zwar recht schnell. Er lässt ein Atomkraftwerk damit aber nicht von heute auf morgen harmlos werden.

Denn die Brennstäbe bleiben auch in einem heruntergefahrenen Kraftwerk noch sehr heiß und müssen ein bis fünf Jahre in einem Abklingbecken außerhalb des Reaktors gekühlt werden. Nur damit kann ein Schmelzen der Brennstäbe und eine Freisetzung von Radioaktivität vermieden werden. Erst wenn die Brennstäbe auf eine Temperatur von etwa 400 bis 500 Grad heruntergekühlt worden sind, können sie in Castor-Behältern in ein Zwischen- oder Endlager transportiert werden.

dapd

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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Rubriklistenbild: © dpa

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