Betreiber wollten Flirt-App bekannt machen

Schlafplatz gegen Sex - Chinesin Ju Peng war nur ein Werbetrick

Schanghai. Die Geschichte über eine junge Chinesin, die eine Weltreise angeblich durch Sex mit fremden Männern finanzieren will, ist ein frei erfunden. Wie jetzt bekannt wurde, verbreiteten die Betreiber einer chinesischen Flirt-App die Geschichte, um Werbung für ihr Produkt zu machen.

Als erstes fiel die britische Zeitung "Mirror" darauf herein. Sie berichtete über Peng Ju, eine 19-jährige Chinesin, die angeblich auf Weltreise gehen wollte. Weil sie kein Geld habe, habe sie kurzerhand eine Anzeige ins Internet gesetzt, mit deren Hilfe sie nach reichen Männern suche, die ihr den Aufenthalt in Städten auf der ganzen Welt finanzieren - gegen Sex.

Geschichte von Ju Peng ging schnell um die Welt

Der Mirror zitierte die junge Frau sogar. Demnach sei auf der Suche nach "Vorübergehenden Freunden" die "gut aussehen, unter 30 Jahre alt, kleiner als 1,75 Meter und - natürlich - reich" sein müssen. Diese Männer müssten dann die Kosten für die Reise in die jeweilige Stadt und alle Ausgaben, die Ju Peng während des Aufenthalts dort habe, bezahlen - und sich auch sonst großzügig zeigen, zitiert die Zeitung Ju Peng.

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Die Meldung machte schnell die Runde: Zuerst griffen andere britische Medien wie die Daily Mailsie auf, schnell auch internationale Medien wie die International Business Times. So ging die Geschichte um die Welt - auch wir berichteten darüber. Inzwischen kommt der Name Ju Peng in der News-Suche auf mehr als 13.000 Einträge.

Gibt es Ju Peng wirklich?

Wie sich jetzt herausstellte, ist die Geschichte ein genialer Werbe-Schachzug der Betreiber des chinesischen Online-Dating-Portals Youjia, das eine neue Flirt-App bewerben wollte. Ob die 19-jährige Ju Peng tatsächlich existiert, ist unklar. Das von den Medien verwendete Bildmaterial stammt von einer Facebook-Seite, die ebenfalls den Namen Ju Peng trägt.

Doch so genial das Vorgehen der Betreiber auch anmuten mag, es hat Konsequenzen: Wie die SchanghaiDaily berichtet, wurde der Vertrieb der Dating-App landesweit verboten. "Die Firma hat die Linie für lautere Werbung überschritten", habe die chinesische Internet-Behörde auf Nachfrage mitgeteilt.

Von Moritz Schäfer 

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