Neue Studie

Das perfekte Lächeln: Weniger kann mehr sein

+
Bekannt für ihr Lächeln: US-Schauspielerin Julia Roberts. Foto: Guillaume Horcajuelo

Manch einer grinst von einem Ohr zum anderen, ein anderer verzieht nur leicht die Mundwinkel nach oben. Was besser ankommt? Kommt ganz drauf an, zeigt eine neue Studie.

Minneapolis (dpa) - Das eine perfekte Lächeln gibt es nicht. Ein angenehmes und echtes Lächeln kann auf verschiedene Weise erzeugt werden, berichten US-Forscher im Fachblatt "Plos One".

Eine wesentliche Rolle spielten dabei die Stellung der Mundwinkel, die Breite des Lächelns und wie stark die Zähne zu sehen sind.

Wichtig seien diese Erkenntnisse vor allem für Ärzte, die etwa über plastische Eingriffe versuchten, Menschen zu helfen, die wegen eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nicht mehr lächeln können.

Die Fähigkeit, emotionale Zustände über den Gesichtsausdruck zu vermitteln, sei ein fundamentaler Aspekt sozialer Interaktionen und nonverbaler Kommunikation, schreiben die Forscher um Nathaniel Helwig von der US-amerikanischen University of Minnesota. So schütze es etwa vor Gefahr, wenn man ein wütendes oder vertrauenswürdiges Gesicht richtig zu interpretieren versteht. Lächeln spiele vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen eine zentrale Rolle. Studien hätten gezeigt, dass Menschen, die nicht richtig lächeln können, zu Depressionen neigen.

Um nun zu untersuchen, wie ein Lächeln von einem Gegenüber wahrgenommen wird, ließen die Forscher mehr als 800 Personen 3D-Animationen von lächelnden Gesichtern bewerten, also Gesichter, deren Mund sich dynamisch zu einem Lächeln verzog. Die Probanden sollten angeben, was das Gesicht ausdrückte und wie echt, gelungen und angenehm sie das Lächeln empfanden. Mit Hilfe der Antworten errechneten die Wissenschaftler, was ein gelungenes Lächeln ausmacht.

Die Auswertung ergab, dass Weniger im Bezug auf Lächeln häufiger mehr ist: Ein von einem Ohr zum andern reichendes Lächeln wurde also nicht zwangsläufig als besonders angenehm und echt empfunden. Andersherum wirkte ein verhaltenes Lächeln nicht unbedingt falsch oder unangenehm.

Die Forscher stellten fest, dass insbesondere die Kombination von drei Merkmalen für ein gelungenes Lächeln stimmig sein muss: Wie stark die Mundwinkel nach oben gezogen sind, wie weit die Mundwinkel auseinander liegen und vor allem wie stark die Zähne sichtbar sind. Bei einem eher schmalen Lächeln stören stark sichtbare Zähne. Bei einem breiteren Grinsen können sie es angenehmer machen. Erkenntnisse wie dieses müssten in der plastischen Chirurgie künftig stärker berücksichtigt werden.

Außer diesen Faktoren bewerteten die Probanden ein leicht asymmetrisches Lächeln als besonders gelungen, also wenn sich linker und rechter Mundwinkel mit einer winzigen Verzögerung - weniger als 125 Millisekunden - nach oben zogen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.