Tiere

Tausende Rennpferde ohne Bestäubung geschlachtet: „Bilder sind der blanke Horror“

Schockierende BBC-Enthüllung: Tausende Rennpferde sollen geschlachtet worden sein. Dabei wurden offenbar geltende Regeln nicht beachtet (Symbolbild).
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Schockierende BBC-Enthüllung: Tausende Rennpferde sollen geschlachtet worden sein. Dabei wurden offenbar geltende Regeln nicht beachtet (Symbolbild).

Bei Rennpferd-Schlachtungen sollen geltende Vorschriften mehrfach verletzt worden sein. Vor ihrem Tod wurden die Tiere offenbar nicht betäubt.

England - Es sind schockierende Enthüllungen: In England und Irland sollen laut BBC in den vergangenen beiden Jahren bis zu 4000 Rennpferde geschlachtet worden sein. Verdeckte Video-Aufnahmen der Tieschutzorganisation „Animal Aid“ zeigen, wie bei den Schlachtungen geltende Vorschriften mehrfach verletzt worden sein sollen.

Dass Rennpferde nach ihrer Karriere geschlachtet werden, ist nicht unüblich, berichtet rtl.de. Doch der Weg in den Tod soll nicht grausam sein. Für den letzten Gang gibt es strenge Regeln, welche in England und Irland offenbar ignoriert wurden. Und das mehrfach.

BBC-Enthüllung: Pferde wurden vor der Schlachtung nicht betäubt

So gilt: Pferde dürfen nicht in Sichtweite zueinander getötet werden. Doch genau das passierte. Laut BBC ist in dem Filmmaterial zu sehen, wie die Tiere 26 Mal zusammen erschossen werden. Aufgenommen wurden die Videos an vier Tagen Ende 2019 und Anfang 2020.

Zudem soll den Tieren eigentlich großes Leid erspart werden. Der Tod soll schnell kommen. Doch genau das passierte nicht. Die Pferde wurden vor der Schlachtung offenbar nicht betäubt. „Animal Aid“-Sprecher Dene Stansall sagte der BBC: „Als wir uns das Filmmaterial ansahen, waren wir absolut verblüfft über die schiere Menge an jungen Vollblütern.“

RTL-Expertin beschreibt die Pferde-Schlachtungen als „Horrorszenario“

„Die Recherchen der BBC hören sich gar nicht gut an“, sagt RTL-Pferdeexpertin Birgit von Bentzel. „Wenn die Schlachtungen wirklich so stattgefunden haben, dann ist das Horror“. Pferde riechen den Tod, sie seien Fluchttiere und kriegen Panik. „Die Recherchen zeigen wirklich ein Horrorszenario“, meint Bentzel.

Auch in Deutschland kämen Pferde im Alter von drei oder vier Jahren von der Rennbahn zur Schlachtbank. Eine Praxis, mit der die RTL-Expertin hadert: „Mit drei Jahren fängt ein Pferdeleben ja erst an“, sagt Bentzel. Die Tiere seien quasi noch ein Kind.

Aussortierte Rennpferde werden häufig geschlachtet - auch in Deutschland

Das scheint wenig zu interessieren. Die Pferde hätten in dem Alter schon viele Rennen hinter sich. Ihre Leistung lasse nach. Dann seien die Vierbeiner nicht mehr für den Sport zu gebrauchen. Und an „normale“ Reiter schwer zu vermitteln. Denn die Pferde seien ihr gesamtes Leben auf Leistung und Erfolg getrimmt wurden.

„Deshalb ist es leider Praxis, dass die Tiere zum Schlachten kommen“, so Bentzel. Auch für die Zucht werden die aussortierten Rennpferde selten benötigt. Die RTL-Expertin fordert ein Umdenken in der Rennszene. „Man muss die Praxis sicher hinterfragen. Es geht gegen meine Tierliebe und Philosophie, ein gesundes Tier einzuschläfern, nur weil es nicht mehr genug Geld auf der Rennbahn gewinnt“.

Im Januar hatte ein Prozess über Tierquälerei für Aufsehen gesorgt. Angeklagt war ein Schlachthof aus Kassel. (Jan Wendt)

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