Rückruf-Artikel im Überblick

Pferdefleisch: Diese Produkte sind betroffen

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Nicht nur in Lasagnen wurde Pferdefleisch entdeckt. Inzwischen sind auch zahlreiche andere Produkte aus dem Handel genommen worden.

Berlin - Der Pferdefleisch-Skandal weitet sich mehr und mehr aus. Täglich werden neue verdächtige Produkte aus dem Handel genommen. Eine Übersicht aller bisher zurückgerufenen Artikel:

In der vergangenen Woche wurden immer mehr Fertiggerichte entdeckt, die neben dem deklarierten Rindfleisch auch Pferdefleisch enthielten. Supermärkte zogen die betroffenen Produkte aus dem Verkehr. Auch verdächtige Gerichte wurden vorsorglich entfernt. Eine Übersicht:

Lasagne:

- Nach EU-Informationen wurden rund 179 000 Packungen Lasagne mit möglicherweise nicht deklariertem Pferdefleisch nach Deutschland geliefert.

- Allein in Brandenburg blockieren die Behörden rund 26 000 Packungen, die möglicherweise Pferd statt des angegebenen Rindfleischs enthalten. Das verdächtige Produkt sei über einen Großhändler aus Nordrhein-Westfalen dorthin gelangt. In Mecklenburg-Vorpommern werden gut 11 000 verdächtige Packungen aus den Regalen geräumt. Auch in Hamburg werden Spuren von Pferdefleisch in tiefgekühlter Lasagne festgestellt.

- Die Supermarktkette Real ruft die „TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt“ zurück, nachdem in einzelnen Stichproben Anteile von Pferdefleisch gefunden worden waren. An das Zentrallager eines Handelsunternehmens in Rheinland-Pfalz wurden nach Behördenangaben etwa 1000 Kilogramm falsch etikettierte „TiP“-Lasagne geliefert. Die Ware sei aber nicht mehr in den Verkauf gelangt.

- Die Supermarktkette Edeka entfernt vorsorglich das Produkt „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“. In einzelnen Stichproben seien geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden.

- Das Handelsunternehmen Konsum Leipzig nimmt „Lasagne Bolognese Gut & Günstig“ aus den Tiefkühltruhen seiner etwa 70 Filialen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

- Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann nimmt in ihren rund 500 Filialen in den Regionen Berlin, Nordrhein und Oberbayern ihre Tiefkühllasagne vorsorglich aus dem Verkauf. Sie geht davon aus, dass auch ihre Eigenmarke A&P Pferdefleisch enthält. Der französische Hersteller Comigel habe seine Kunden offiziell informiert, dass unabhängige Labore in Fertiggerichten aus seiner Produktion Pferdefleisch entdeckt hätten.

- In Baden-Württemberg wird verdächtige Tiefkühllasagne der Firma Eismann aus dem Handel genommen.

- Auch Rewe Dortmund zieht nach Unternehmensangaben vorsorglich eine verdächtige Lasagne zurück.

- Die Metro-Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende nehmen die „Lasagne Bolognese Capri 400 g“ vorsorglich aus dem Verkauf. Die Metro-Großhandelssparte hat gut 100 Märkte in Deutschland.

- Auch in Nudelfertiggerichten von Nestlé wurde Pferdefleisch entdeckt. Die Nestlé  „Lasagne à la Bolognaise“ wurde in Frankreich zurückgerufen.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

Rindergulasch:

- Aldi Süd nimmt Gulasch des Lieferanten Omnimax vorsorglich aus dem Sortiment. Das Produkt sei nur in Nordrhein-Westfalen angeboten worden.

- Nach Angaben der Dreistern-Konserven GmbH & Co. KG aus dem brandenburgischen Neuruppin wurden Spuren von Pferdefleisch in „Rindergulasch 540g Omnimax“ nachgewiesen. Sie könnt auch „im Rahmen der Fleischverarbeitung bereits durch die Nutzung gemeinsamer Schlachthäuser oder Transportbehälter entstanden sein“.

Ravioli:

- Aldi Süd nimmt „Ravioli, 800g Dose (Sorte Bolognese)“ vorsorglich aus den Regalen.

- Lidl meldet, dass auch in „Ravioli in pikanter Sauce“ von William Saurin Pferdefleisch gefunden wurde.

- Nestlé erklärt, dass in Ravioli und Tortellini der Marke Buitoni Pferdefleisch gefunden wurde.

Tortelloni:

- Der Discounter Lidl stoppt den Verkauf von „Tortelloni Rindfleisch“ der Handelsmarke Gusto. Bei Lidl in Österreich war darin Pferdefleisch gefunden worden. Die Gusto GmbH gehört zur Hilcona AG mit Sitz in Liechtenstein.

Spaghetti Bolognese

- Die Supermarktkette Rewe nimmt wegen Verdachts auf Pferdefleisch Spaghetti Bolognese aus den Regalen. Der Hersteller SGS Geniesser Service (Laage-Kronskamp) habe die Rewe Group darüber informiert, er könne nicht ausschließen, dass darin Anteile von Pferdefleisch enthalten sind.

- Lidl stoppt den Verkauf von „Penne Bolognese“ der beiden Hersteller Copack und Schröder KGnachdem auch darin Pferdefleisch festgestellt worden ist.

- Aldi Süd nimmt vorsorglich „Pasta Spezialitäten, 750 g (Sorte Penne Bolognese)“ des Lieferanten Copack aus den Regalen.

Chili con Carne

- Ebenfalls vom Hersteller SGS Geniesser Service (Laage-Kronskamp) hat Rewe das tiefgekühlte Chili Con Carne vorsorglich zurückgerufen.

dpa

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