Skandal weitet sich aus

Schädliches Mittel in Pferdefleisch entdeckt

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Den meisten dürfte der Appetit auf Lasagne derzeit vergangen sein.

London - In Pferdefleisch, das in Frankreich in die Lebensmittelkette gelangt ist, haben Experten ein für Menschen schädliches Schmerzmittel nachgewiesen.

In Pferdefleisch, das in Frankreich in die Nahrungsmittelkette gelangt ist, haben Experten ein für Menschen schädliches Schmerzmittel nachgewiesen. Das teilte die britische Regierung am Donnerstag mit.

Fleisch von drei Pferden aus britischen Schlachthäusern sei in Frankreich in Nahrungsmittel gelangt, obwohl den Tieren das Schmerzmittel Bute verabreicht worden sei, sagte der britische Umweltminister David Heath in London. Bute gilt als schädlich für den Menschen, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird.

Tests der britischen Lebensmittelaufsicht FSA haben zudem ergeben, dass Fleisch von drei mit Phenylbutazon gespritzten Pferden wohl in die Nahrungskette geraten ist. Das Fleisch sei von Großbritannien nach Frankreich verkauft worden, sagte Ernährungsstaatssekretär David Heath im britischen Parlament nach Angaben der BBC. Insgesamt seien 206 Pferdekadaver getestet worden.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

Behörden in vielen Ländern Europas suchen derzeit nach Pferdefleisch in Lebensmitteln sowie nach Spuren von Medikamenten. In mehreren Länder war nicht deklariertes Pferdefleisch in Burger- und Lasagneprodukten entdeckt worden, zunächst in Großbritannien.

Eismann-Lasagne aus Handel genommen

Auch in Deutschland weitet sich der Pferdefleisch-Skandal aus. Die Einzelhandelskette Edeka ist bei der Suche nach Pferdefleisch in Fertiggerichten fündig geworden. In dem Tiefkühl-Produkt „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“ seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher am Donnerstag in Hamburg. Nachdem die Supermarktkette Real am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen hatte, ist am Donnerstag außerdem eine verdächtige Tiefkühl-Lasagne der Firma Eismann aus dem Handel genommen worden.

AP/dpa

Grundnahrungsmittel vom Discounter im "Öko-Test"

Milfina Joghurt 3,5 % Fett erhält das Testurteil "sehr gut". Kritikpunkt waren dennoch niedrige Omega-3-Fettsäuren. Das bedeutet, dass die Kühe selten Gras und meistens Kraftfutter bekommen haben. Doch mit diesem Mangel haben auch die Produkte der Discounter Aldi Süd und Nord, Penny, Lidl, Netto und Norma zu kämpfen. Sie enthalten zusätzlich noch Weichmacher in der Verpackung. © Öko-Test
Pennys Lindenhof Gouda schneidet im Test auch "sehr gut" ab - trotz niedriger Omega-3-Fettäurewerten. Doch auch alle gestesten Gouda anderer Discounter weisen diesen Mangel auf. © Öko-Test
Das Mineralwasser "Saskia" (Medium) von Lidl schafft nur die Marke "befriedigend". Sein Mangel laut "Öko-Test": PET-Einweg. Damit befindet sich das Wasser, das ebenso wie alle anderen von seinen Inhaltsstoffen einwandfrei ist, in guter Gesellschaft mit den Marken der genannten Discounter. © Öko-Test
Jodsalz von Norma ist "sehr gut" und ohne Mangel. Ebenso wie alle anderen getesteten Billigprodukte von Penny, Lidl, Aldi Nord und Süd und Netto. © Öko-Test
Beim Sonnenblumenöl droht allseits Ungemach: Das Premium Sonnenblumenöl von Netto wurde mit der Auszeichnung "ausreichend" versehen, weil die Ölqualität zu gering ist und der Wert der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) vergleichsweise hoch. PAKs können krebserregend und erbgutschädigend sein. Allerdings lagen die Messwerte hier immer noch deutlich unter den zugelassenen Höchstmengen. © Öko-Test
Auch bei den anderen Sonnenblumenölen war die Ölqualität nicht immer gut und Inhalststoffe und Kennzeichnung nicht immer zufriedenstellend. Norma beispielsweise zeichnet sein Öl mit dem Vermerk "cholesterinfrei" aus. © Öko-Test
Die Spaghetti im Test waren alle "sehr gut" und wiesen wie Lidls Combino Spaghetti keinerlei Mängel auf. © Öko-Test
Der Spinat jedoch hat seinen Ruf nicht umsonst, er schwächelt bei den Inhaltsstoffen. Der Vorwurf: Nitrat und Cadmium liegen über 50 Prozent der täglich empfohlenen Dosis. Deshalb erhält das Gartenkrone-Produkt von Aldi Süd auch nur das Zertifikat "ausreichend". Auch bei Norma, Penny, Aldi Nord und Netto liegt das Cadmium im Spinat darüber, bei Lidl ist es der Nitrat-Wert. © Öko-Test
Das Puda-Weizenmehl von Penny erhält nur die Auszeichnung "befriedigend", weil es erhöhte Schimmelpilzgifte enthält. Auch in Aldi Nords Goldähren-Weizenmehl stecken zu viele davon, deshalb ist es auch nur "befriedigend". Alle anderen Discount-Mehle erringen das Urteil "sehr gut". © Öko-Test
Die passierten Tomaten von Aldi Süd schneiden "sehr gut" ab. Ebenso die Tomaten aller anderen Discounter. Nichts daran auszusetzen. © Öko-Test
Der Bellarom Gold Kaffee von Lidl teilt sich die Auszeichnung "sehr gut" mit den Eigenmarken von Penny, Norma, Netto sowie Aldi Nord und Süd. Eine glatte 1 für alle. © Öko-Test

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