Staatsanwalt ermittelt

34 Fälle: Immer mehr Pferdefleisch entdeckt

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Eine Plastik-Kuh mit dem Aufkleber "Pferd?" steht bei einem Warnstreik in Neumünster (Schleswig-Holstein).

Berlin - Die deutschen Behörden entdecken immer mehr undeklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Bisher seien 34 von 485 amtlichen Proben positiv gewesen.

34 Proben wurden bisher positiv auf Pferdefleisch getestet, sagte Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch am Rande einer Sitzung des Bundestags- Verbraucherausschusses in Berlin.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt unterdessen gegen das niedersächsische Fleischunternehmen Schypke. Es bestehe der Verdacht, dass in dem Betrieb Pferdefleisch verarbeitet worden sei, sagte eine Sprecherin. Dies könne ein Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz darstellen. „Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen, wir produzieren weiter“, sagte Schypke-Vertriebschef Manfred Diekmann der Nachrichtenagentur dpa.

Zum Wiehern! Die besten Sprüche zum Pferdefleisch-Skandal

Lasagne im Einkaufswagen: Die Angst pferd mit. © dpa
Pferdiggerichte werden wärmstens empFohlen! © dpa
Geiz isst Gaul © dpa
Lasagne gibts natürlich nicht nur mit Pferd, somdern auch als BolognEsel! © dpa
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Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist die Lasagne, ganz ohne Rind! © dpa
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Meine Lasagne war 2008 Olympiasieger. © dpa
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Wieso sprichst Du mit Deiner Lasagne? Antwort: Ich bin der Pferdeflüsterer! © dpa
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Achtung! Diese Lasagne kann Spuren von Nüstern enthalten. © dpa
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Skandal: Seepferdchenfleisch in Fischstäbchen gefunden! © dpa
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Diese Mahlzeiten sind schwer im Kommen: Wieher Schnitzel, ... © dpa
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... Gaulasch, ... © dpa
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... serbischer Fohlentopf, ... © dpa
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... Spaghetti apassionata. © dpa
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Alle Kinder lieben Lasagne, nur nicht Gerd, der mag kein Pferd! © dpa
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Woran erkennt man gute Lasagne? Am Edel-Schimmel © dpa
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Wann kann ich ihrer Herkunft vertrauen? Der Nährwert ist nicht in kcal, sondern in PS angegeben. © dpa
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"Aldi ruft Ravioli zurück." Kommentar: Gut dressiert waren die Pferde ja, wenn sie auf Kommando zurückkommen ... © dpa
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Neuer Skandal? Menschenfleisch auf Pferden entdeckt! © dpa
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Mami, Mami, bekomme ich ein Pferd? Ist schon in der Mikrowelle! © dpa
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Handelsübliche Lasagne wird erst schlecht, wenn sie verSCHIMMELt ist. © dpa
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Einen gekochten Gaul steckt man sich ins Maul. (abgewandelte Redewendung) © dpa
Gibt's demnächst bei McDonalds den Mc Fury? (In Anspielung auf das Eis McFlurry) © dpa

Laut Bundesverbraucherministerium wurden in den amtlichen Proben jeweils mehr als ein Prozent Pferdefleisch festgestellt. Daher müsse nicht nur von Spuren, sondern von einer Beimischung gesprochen werden. Weitere 18 Untersuchungen von Pferdefleisch auf Rückstände von Tierarzneimitteln seien negativ ausgefallen.

Aigner betonte die Verantwortung des Handels für die Qualität der Produkte. „Jeder Pizzabäcker weiß, welche Zutaten er verarbeitet. Auch große Handelskonzerne, die unsere ganze Republik beliefern, müssen jederzeit wissen, was drin ist in ihren Produkten und woher es kommt“, sagte Aigner der „Bild“-Zeitung (Mittwoch).

SPD fordert Schutz für Mitarbeiter

Die SPD kritisierte, Aigners Krisenplan enthalte vor allem Prüfaufträge. Nötig seien rechtliche Schutzvorschriften für Mitarbeiter, wenn sie Lebensmittelskandale aufgedeckten, forderte die SPD-Verbraucherpolitikerin Elvira Drobinski-Weiß. Das geltende Verbraucherinformationsrecht verhindere zudem, dass Behörden die Namen von Pferdefleischprodukten und Herstellern nennen dürften.

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hatte nicht deklarierte Anteile von Pferdefleisch in seinen Produkten entdeckt und die niedersächsische Firma Schypke als Zulieferer genannt. Zu den Ermittlungen der Justiz sagte der Schypke-Vertriebschef, die Firma tue alles in ihren Kräften stehende, um in der Lieferkette die Verantwortlichen für falsch deklarierte Ware zu ermitteln.

Lasagne, Tortelloni, Gulasch: Liste der Produkte

In den vergangenen Tagen war in immer mehr Fertiggerichten wie Lasagne, Tortelloni oder Gulasch undeklariertes Pferdefleisch entdeckt worden. Supermärkte nahmen die Gerichte aus den Regalen. Die Behörden in Europa verschärften daraufhin die Kontrollen.

Die Liste der bisher zurückgerufenen Produkte

Neben Fertigmahlzeiten und Schlachtbetrieben untersuchen Prüfer in Deutschland auch Großküchen. Ein bundesweite Übersicht über Erkenntnisse der Länder ist nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums inzwischen über die Internet-Adresse www.pferdefleisch-rueckrufe.de einzusehen.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

Trotz des Skandals um Pferdefleisch in Lasagne oder Bolognese sehen italienische Gastwirte keine Nachteile für ihren Ruf. „Das betrifft die Hersteller von Fertigprodukten, nicht uns“, sagte der Generalsekretär der Vereinigung italienischer Gastronomen, Enzo Cucuzza, der dpa. Restaurants kochten ihre Speisen selbst. „Fertigprodukte verwenden sie nicht“, sagte er im hessischen Nidda.

dpa

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