Opferzahl nach unten korrigiert

Tote bei Plünderungen im Taifun-Gebiet

Manila - Im Taifun-Notstandsgebiet auf den Philippinen kommen nicht ausreichend Hilfsgüter an, die Nerven liegen blank. Acht Menschen werden von einer Mauer erschlagen, als Tausende ein Reislager stürmen.

Die katastrophale Versorgungslage der Taifun-Opfer auf den Philippinen hat zusätzliche Menschenleben gefordert. Beim Sturm auf ein Reis-Lager auf der verwüsteten Insel Leyte seien acht Menschen von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden, sagte Rex Estoperez, Sprecher der nationalen Nahrungsmittelbehörde, am Mittwoch. Die Katastrophenschutzbehörde gab die Zahl der Opfer des Unwetters unterdessen mit 2275 an. Viele Menschen wurden am Mittwoch allerdings noch vermisst, einen Überblick über die gesamte Totenzahl gab es nicht.

Philippinen: Erste Hilfe nach der Taifun-Hölle 

US-Soldaten und philippinische Armee bereiten die Verteilung von Nahrungsmitteln vor © AFP
In Sicherheit: Ein Soldat übergibt ein verletztes Kind an einen Sanitäter  © AFP
Dieser Vater und sein Kind warten in Tacloban auf die Verteilung von Lebensmittelrationen   © dpa
Taifun-Opfer warten vor dem Flughafen von Tacloban. Sie hoffen auf einen Platz in einer Militärmaschine, die sie aus der Krisenregion fliegt   © AFP
Soldaten tragen eine verletzte Frau über das Rollfeld des Flughafens von Tacloban. Die alte Dame soll nach Manila geflogen werden, wo sie medizinisch versorgt werden kann © dpa
Nach vielen Plünderungen patroullieren jetzt Militär und Polizei auf den Straßen von Tacloban © dpa
Kinder spielen auf den Trümmern eines durch den Taifun zerstörten Wasserflugzeuges. Im Hintergrund ein völlig zerstörter Vorort von Tacloban   © dpa
Eine Mutter weint, nachdem ihre Familie im Kampf um die begehrten Plätze an Bord eines Militärflugzeuges leer ausging © AFP
Glückliche Ausbeute: Ein kleiner Filipino hat zwei große Tüten Lebensmittel ergattert © dpa
Taifun-OPfer warten vor den Toren des Airports von Tacloban auf ihre Evakuierung © AFP
"Bitte, helft uns" steht auf dem Pappschild, mit dem der kleine Junge am Straßenrand nahe Tacloban um Lebensmittel bettelt © dpa
Auch diese Kinder flehen um etwas zu essen, während auf der Straße nach Borbon (Provinz Cebu) die Autos an ihnen vorbeifahren © dpa
Diese Kirche in Tacloban bietet Taifun-Überlebenden Schutz und ein Dach über dem Kopf © dpa
Überlebende beten in der Santo-Domingo-Kirche in Tacloban um Schutz und Beistand © AFP
Eine Mutter irrt mit ihrem Kind durch die zerstörten Straßen von Tacloban © dpa
Für den kleinen Jungen in Tacloban ist die grüne Flasche sein großer Schatz: Sie enthält sauberes Trinkwasser. © dpa
Ein Mann ist auf sein zerstörtes Auto geklettert: Dort oben hofft er aufd Empfang für sein Handy © AFP
Soldaten und Polizisten bergen im Katastrophengebiet von Tacloban Todesopfer © dpa
Dieser alte Mann badet seinen Hund inmitten der Trümmerwüste von Tacloban © AFP
Es ist zwar so gut wie nichts, was ihnen geblieben ist, dennoch versuchen diese Männer, ihr Heim notdürftig wiederaufzubauen © AFP
Auch dieser Mann in Tacloban macht sich an die Reparaturen © AFP
Hilfe ist unterwegs: Das britische Kriegsschif "HMS Daring" ist mit Hilfsgütern beladen auf dem Weg zu den Philippinen © dpa
Die US-Regierung schickt die "USS Washington" ins Krisengebiet © dpa

Mehrere tausend Menschen hätten am Dienstag in Alangalan rund 100 Kilometer südlich von Tacloban das Lagerhaus gestürmt. Nach Angaben von Estoperez nahmen sie 129 000 Säcke Reis a 50 Kilogramm mit. Er bezifferte den Schaden auf umgerechnet gut 21 Millionen Euro. „Wir appellieren an diejenigen, die Reissäcke mitgenommen haben, sie mit anderen zu teilen und nicht zu verkaufen“, sagte er.

Zahl der Taifun-Toten steigt auf über 2000

Die Zahl der Todesopfer ist offiziell auf mehr als 2000 gestiegen. Am Mittwoch wurden aus den Trümmern der Verwüstung, die der Taifun „Haiyan“ am Freitag hinterlassen hatte, weitere Leichen geborgen. Die Behörde für Katastrophenschutz listete insgesamt 2275 Todesopfer auf.

Präsident Benigno Aquino, der sich seit Anfang der Woche geweigert hatte, die von einem Lokalbeamten genannte Zahl von 10 000 Opfern zu akzeptieren, rechnet mit 2000 bis 2500 Toten. Das sagte er dem Fernsehsender CNN.

Im Notstandsgebiet sind inzwischen mobile Einheiten mit Ärzten und Pflegern unterwegs, um den Menschen Erste Hilfe zu leisten - unter ihnen auch Teams aus Deutschland. Schlechtes Wetter macht die Versorgung der Überlebenden jedoch weiterhin schwierig.

Heftiger Regen hat viele der Trümmerfelder, in denen Menschen meist unter freiem Himmel hausen, unter Wasser gesetzt. Am Mittwoch hellte es sich in der Region um Tacloban zunächst auf, aber der Wetterdienst rechnet in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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