Franzose und Amerikaner ausgezeichnet

Physik-Nobelpreis geht an Quantenphysiker

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Serge Haroche (links im Bild, aus Frankreich) und David Wineland (USA)

Stockholm - Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat die Forscher für die Entdeckung neuer Methoden ausgezeichnet. Dabei geht es um die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie.

Die Preisträger hätten „die Tür zu einer neuen Ära der Quantenphysik-Experimente geöffnet“, teilte das Nobelkomitee mit.

Ihre „bahnbrechenden experimentellen Methoden“ seien der erste Schritt für die Entwicklung einer neuen Generation auf Quantenphysik basierender, extrem schneller Computer, erklärte das Komitee. Der Quanten-Computer werde den Alltag im Laufe des Jahrhunderts möglicherweise gleichermaßen revolutionieren wie es der klassische Computer im vergangenen Jahrhundert getan habe. Ihre Forschungsergebnisse hätten überdies zum Bau hochpräziser Uhren beigetragen.

Acht Fakten rund um den Nobelpreis

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Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. © dpa
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Als “Wiedergutmachung“ vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die “im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet. © dpa
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Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150 800 auf heute 10 Millionen Schwedische Kronen (1,1 Million Euro). Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. © dpa
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Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Nobel. © dpa
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Die Preisträger für Physik und Chemie werden von der Königlich- Schwedischen Akademie der Wissenschaften ausgewählt. © dpa
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Der Nobelpreis für Medizin wird vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste auserwählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo © dpa
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Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet © dpa
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Seit 1980 vergibt die schwedische “Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung“ (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden. © dpa

Haroche und Wineland, beide 68 Jahre alt, hätten unabhängig voneinander Methoden entwickelt, die das Messen und die Beeinflussung individueller Quantensysteme ermöglichten, ohne einzelne Partikel zu zerstören, hieß es in der Begründung. Früher waren Wissenschaftler demnach davon ausgegangen, dass diese Systeme nicht beobachtet werden können.

Haroche entwickelte einen Zugang, bei dem er Photonen, also Lichtpartikel, in kleinen Hohlräumen misst und kontrolliert. Wineland näherte sich dem Thema sozusagen von der anderen Seite, indem er Ionen, elektrisch positiv oder negativ geladene Atome, mithilfe von Photonen misst und kontrolliert.

„Zum Glück war eine Bank da“

Haroche wurde bei der Pressekonferenz in Stockholm per Telefon live zugeschaltet. Er sei gerade mit seiner Frau spazieren gegangen, als er den Anruf des Nobelkomitees erhalten habe, schilderte er. Da habe er habe sich erst einmal setzen müssen. „Zum Glück war eine Bank da.“

Haroche sieht in der Quantenphysik einen wichtigen Bestandteil des Alltags. „Man nutzt die Quantenphysik jeden Tag im Alltag, ohne es zu wissen“, sagte er dem Radiosender France Info. So funktionierten beispielsweise das Handy und seine Bestandteile nach den Gesetzen der Quantenphysik. Er lehrt in Paris an der renommierten Ecole Normale Supérieure. Wineland arbeitet am National Institute of Standards and Technology in Boulder im US-Staat Colorado.

Im vergangenen Jahr teilten sich drei Sternenforscher aus den USA und Australien die Auszeichnung. Die Verleihung des Preises findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

dapd

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