Sie konnten ihn noch ein letztes Mal umarmen

Enkel lag im Sterben: So half ein Pilot Oma und Opa

Manchester - Oma und Opa haben in einem Flugzeug Richtung Australien per SMS erfahren, dass ihr Enkel im Sterben lag. Die Maschine rollte zur Startbahn, ein Abschied schien unmöglich - eigentlich. 

An einem Flughafen muss alles straff durchorganisiert sein, damit Menschenmassen möglichst pünktlich von A nach B kommen. Das folgt klaren Abläufen. Einchecken, Boarden, Starten. Unterbrechungen unerwünscht, außer die Technik streikt natürlich. Da ist kein Raum für Einzelschicksale und übertriebene Menschlichkeit - sollte man meinen.

Ein Pilot von "Etihad Airways" hat jetzt das Gegenteil bewiesen. Wie der britische Sender BBC vor kurzem berichtet hat, gab es Ende März einen äußerst ungewöhnlichen Vorfall an Bord einer Maschine der arabischen Airline in Manchester. Ein älteres Ehepaar, das nach Australien reisen wollte, erfuhr per SMS, dass der Enkelsohn auf einer Intensivstation im Sterben lag. Das Flugzeug rollte bereits in Richtung Startbahn, ein Abschied von dem geliebten Menschen schien aussichtslos. 

Die Großeltern konnten ihren Enkel umarmen - ein letztes Mal

Doch die beiden ließen es auf einen Versuch ankommen. Gott sei Dank. Sie teilten der Crew mit, was passiert war. Der Pilot fackelte nicht lange, er wollte helfen. Er brach den Start ab und kehrte zum Gate um. Die Großeltern machten sich umgehend auf den Weg ins Krankenhaus und schafften es tatsächlich noch, ihren Enkel in die Arme zu schließen. Ein letztes Mal. Er starb noch in der gleichen Nacht.

Das große Rauschen: Wasserfälle auf der ganzen Welt

Wer das Ehepaar ist und weshalb der Enkelsohn sterben musste, ist nicht bekannt. Man könnte natürlich einen äußerst zweifelhaften PR-Gag wittern, die BBC gilt jedoch als seriöse Nachrichtenquelle. Der Vorfall kam deshalb an die Öffentlichkeit, weil sich Reiseagentin Becky Stephenson, die den Australien-Trip für das Paar organisiert hatte, per Facebook bei der Airline bedankte. "Meine Kunden sind so dankbar, dass sie zurückkehren und ihn noch einmal sehen konnten", schreibt sie. 

Sie ist tief beeindruckt von Pilot und Crew. Seit 25 Jahren arbeite sie in der Branche, aber so etwas habe sie noch nie erlebt. Manchmal zählen einfach andere Dinge, als Pünktlichkeit. Dafür dürften auch die Mitpassagiere Verständnis gehabt haben. 

Der Facebook-Post der Reiseagentin, die sich bei dem Piloten bedankt

kg

Rubriklistenbild: © dpa

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