Pilotprojekt: Bio-Schulessen ist günstig

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Schulessen in Bio-Qualität ist günstiger als gedacht.

München - Ein Pilotprojekt zu Schulessen in Bio-Qualität hat gezeigt, dass die Verpflegung der Schüler günstiger ist als gedacht. Jetzt soll es sich bundesweit durchsetzen.

Ein warmes, ausgewogenes Essen, am besten in Bio-Qualität - das wünschen sich viele Eltern für ihre Kinder in der Schule. Doch davon sind viele Einrichtungen weit entfernt, nicht zuletzt weil sie höhere Kosten befürchten. Doch diese Angst sei unbegründet, hält Stephanie Weigel vom Münchner Pilotprojekt “Bio für Kinder“ dagegen. Pro Kind und Hauptmahlzeit sei die Bio-Verpflegung durchschnittlich 24 Cent teurer als ein Essen mit konventionellen Lebensmitteln, sagte Weigel am Dienstag in München bei der Vorstellung einer Zwischenbilanz. Das sei deutlich weniger, als gemeinhin angenommen.

Ihre Spartipps: Saisonale Lebensmittel aus der Region verwenden, weniger Fleischgerichte anbieten und Speisepläne länger im Voraus kalkulieren. Mit einem Aktionshandbuch wollen die Stadt München und das Tollwood Festival als Träger des Projektes auch anderen Städten helfen, das Essen in Kindertagesstätten und Schulen auf Bio umzustellen. Es gebe bereits zahlreiche Anfragen, unter anderem aus Berlin, Nürnberg, Heidelberg und Münster. Berlin hat dabei unter den deutschen Städten eine Vorreiterrolle. In elf von zwölf Bezirken sei ein Bio-Anteil von zehn Prozent vorgeschrieben, sagte Melanie Lukas von der Fachhochschule Münster, die im Rahmen der internationalen Studie iPOPY die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit ökologischen Lebensmitteln in Dänemark, Italien, Finnland, Norwegen und Deutschland untersucht. Spitzenreiter ist dabei Italien, wo bis zu 40 Prozent des Essens aus organischem Anbau stammten. In Deutschland dagegen gebe es noch viel Entwicklungspotenzial, erläuterte Lukas.

Zwei Jahre lang Zeit für Umstellung

Bei dem Projekt Bio für Kinder werden ausgewählte Einrichtungen zwei Jahre lang finanziell unterstützt, damit sie ihre Küche auf ökologische Verpflegung umstellen können. Firmen übernehmen als Paten die Mehrkosten. Außerdem soll die Umstellung in ein Konzept eingebunden sein, mit dem die Kinder an gesunde Ernährung herangeführt werden wie Besuche beim Bio-Bauern oder Projekttage.

16 Kindertagesstätten und Schulen haben das Projekt bereits abgeschlossen, zwölf weitere nehmen noch daran teil. Eine neue Bewerbungsrunde ist geplant. Die fertigen Teilnehmer hätten ihre Kosten so optimiert, dass sie die Bio-Ernährung nun auch ohne das Geld der Paten fortführen könnten, erklärte Weigel. Reine Bio-Kost haben zwar nicht alle beibehalten, doch mit 90 Prozent liege der Anteil an ökologischen Lebensmitteln immer noch sehr hoch. Ihre Erfahrungen wollen die Teilnehmer auf der Fachtagung “Zur Nachahmung empfohlen: Bio in Kindergärten und Schule“ am Mittwoch in München darlegen.

dpa

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