Ermittlungen dauern bis August

Pistorius hat Ärger mit der Steuerbehörde

Johannisburg - Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft in Südafrika wegen Mordes gegen Sprintstar Pistorius. Ein Ergebnis hat das Verfahren bereits nach sich gezogen: eine Steuerstrafzahlung.

Die Mordermittlungen gegen den südafrikanischen Läufer Oskar Pistorius haben offenbar auch noch ein Steuerverfahren nach sich gezogen. Die südafrikanische Steuerbehörde habe den beinamputierten Paralympics-Star mit einer Strafe von „unter einer Million Rand“ (rund 80 000 Euro) belegt, meldete die Zeitung „City Press“ am Sonntag. Hintergrund ist die Offenlegung von Pistorius' Vermögensverhältnissen für seine Freilassung auf Kaution im Februar.

Pistorius soll am 14. Februar - dem Valentinstag - seine Freundin Reeva Steenkamp getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzlichen Mord vor, er selbst spricht von einem tragischen Versehen. Am 22. Februar wurde Pistorius gegen eine Kaution von umgerechnet rund 87 000 Euro freigelassen. Die Mordermittlungen gegen ihn sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnten sie sich noch bis August hinziehen.

Pistorius-Freundin Reeva Steenkamp (†): Juristin, Model und Fernsehstar

Der sechsmalige Paralympics-Gewinner Oscar Pistorius hat am frühen Donnerstagmorgen in seinem Haus in Silver Lakes am Rande der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen, die er laut Medienberichten für eine Einbrecherin gehalten hatte. © ap
Die Freundin von Oscar Pistorius war selbst ein Star, zumindest in Südafrika. Die 30-Jährige, die eine abgeschlossene juristische Ausbildung hatte, war ein gefragtes Model. © ap
Vor einem Jahr zierte sie die Titelseite des internationalen Herren-Magazins FHM. © ap
Kürzlich nahm Reeva Steenkamp an der südafrikanischen Variante von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ teil. In der Realityshow „Tropika Island of Treasure“ war sie einer der sieben konkurrierenden Prominenten. Die erste Episode sollte am Samstag im staatlichen Fernsehen SABC ausgestrahlt werden. © ap
Die blonde Südafrikanerin mit den blau-grünen Augen wurde in Kapstadt geboren und wuchs in Port Elisabeth auf. Nach einem abgeschlossenen Jurastudium schloss sie einen Vertrag mit der Kosmetikfirma Avon und zog vor sechs Jahren nach Johannesburg. © ap
Pistorius and Steenkamp waren in der Vergangenheit südafrikanischen Medien zufolge mehrfach zusammen aufgetreten. Zunächst aber hatte es immer nur geheißen, die beiden seien „nur Freunde“. © ap
„Wir sind tief bekümmert und schicken unser Beileid an Reevas Familia und Freunde“, hieß es nach den Ereignissen im Hause von Pistorius auf der Website von SABC. © ap
Das südafrikanische Model Lee-Ann Liebenberg schrieb im Nachrichtenkurzdienst Twitter: „Wie tragisch. Meine Gedanken und Gebete sind mit Oscar und den beiden Familien“. © ap
Viele andere südafrikanische Künstler und Prominente zeigten sich ebenfalls bestürzt. (im Bild: Archivbild von Oscar Pistorius) © dpa
 © dpa

In den Gerichtspapieren für die Freilassung auf Kaution hatte der 26-Jährige sein Jahreseinkommen mit umgerechnet rund 490 000 Euro angegeben. Zudem erklärte er, er besitze drei Häuser und ein Grundstück, die zusammen etwa 770 000 Euro wert sein sollen. Nach Darstellung des „City Paper“ besitzt er aber noch ein weiteres Haus in Johannesburg im Wert von umgerechnet knapp 790 000 Euro. Dieses war in den Gerichtsakten nicht aufgetaucht. Pistorius habe die Strafe bezahlt, berichtete das Blatt weiter.

Pistorius' Onkel erklärte in einer Email an die Nachrichtenagentur AP am Sonntag lediglich: „Oskar ist steuerehrlich.“ Auf Details des Zeitungsberichts ging er nicht ein. Die Familie hatte zuvor Medienberichte dementiert, wonach die hohen Kosten für seine Verteidigung den Sprintstar in den Ruin treiben.

Für den 4. Juni ist eine Anhörung vor Gericht mit Pistorius geplant. Doch sei der Termin nur auf etwa zehn Minuten angesetzt, erklärte die südafrikanische Nationale Anklagebehörde am Samstag. Die Anhörung werde dann vermutlich vertagt. Die Polizei habe die Sammlung und Sichtung von Beweisen sowie die Zeugenbefragung noch nicht abgeschlossen.

AP

Rubriklistenbild: © AP

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