Pizzeria in den USA schafft Damentoiletten ab

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Sie hat die Damentoiletten abgeschafft: Juli Ghazi ist die Chefin der Pizzeria "Pure Pizza" im US-Bundesstaat North Carolina.

Charlotte. Wer das "Pure Pizza" im US-Bundesstaat North Carolina besucht, der wird vergeblich nach einer Damentoilette suchen.

Stattdessen gibt es nun ein stilles Örtchen, dass für jeden gedacht ist - ein Unisex-Klo sozusagen.

Der Grund für diesen Schritt: Es soll sich niemand benachteiligt fühlen. Wie das britische Blatt Daily Mail berichtete, wollte die Chefin der Pizzeria, Juli Ghazi, dass sich alle Gäste gleichermaßen behandelt fühlen. Sie hing zur Erklärung ein Schreiben an die Toilettentür, auf dem genau beschrieben wird, warum sich die Gastronomin zu diesem Schritt entschieden hat.

Auf dem eingerahmten Blatt steht: "Wir haben Unisex-Toiletten, weil geschlechtsspezifische Klos einige Menschen in unangenehme Situationen bringen." Unter anderem soll Lesben, Schwulen und Transsexuellen der Gang auf die Toilette damit erleichtert werden.

Aber auch Menschen, die andere beim Toilettengang begleiten, sollen nun nicht mehr schief angeguckt werden, wenn sie auf das vermeintlich falsche Klo gehen. Insbesondere auf Alleinerziehende Väter mit Töchtern und alleinerziehende Mütter mit Söhnen im Kindesalter zielt die Kampagne der Pizzeria ab. Aber auch "Erwachsene mit ihren Eltern, die eine geistige oder körperliche Einschränkung haben", sollen vor verständnislosen Blicken geschützt werden, wenn sie ihren Familienmitgliedern beim Aufsuchen der Toilette behilflich sind.

Insgesamt verfügt das Restaurant über zwei Toiletten. Ursprünglich eine für Damen und eine für Herren. Nun sind die Klos uneingeschränkt für beide Geschlechter zugänglich. Und die Chefin ist offenbar zufrieden mit ihrer Entscheidung. Gegenüber dem amerikanischen TV-Sender USA Today sagte Ghazi: "Wir haben es einfach gemacht. Was sollte denn schon passieren?"

Hintergrund: Unisex-Klos an der Uni Kassel

Im Herbst 2015 gab es auch an der Universität Kassel Unisex-Toiletten. An der Hochschule wurde eine Woche lang die „All Gender Welcome“-Toilette erprobt. Dahinter verbarg sich ein WC, das für jeden zugänglich war – unabhängig vom Geschlecht. Mit der Aktion wollte der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) auf die Diskriminierung von Menschen aufmerksam machen, die sich der klassischen Geschlechtereinteilung Mann / Frau nicht zugehörig fühlen. Die Leitung der Uni hatte der Aktion zugestimmt. Die ursprüngliche Idee für die Aktion stammte aber nicht aus Kassel. Sie war Bestandteil einer bundesweit geplanten Aktion an deutschen Unis.

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