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Wissenschaftler entdecken Planeten, der offenbar drei Sterne gleichzeitig umkreist

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Von: Luisa Ebbrecht

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Wissenschaftler aus den USA haben möglicherweise den ersten Planeten entdeckt, der gleichzeitig drei Sterne umkreist.
Wissenschaftler aus den USA haben möglicherweise den ersten Planeten entdeckt, der gleichzeitig drei Sterne umkreist. © ESO/ L. Calçada, EXETER/ Kraus et al.

US-Forscherinnen und Forscher glauben, dass sie den ersten Planeten entdeckt haben, der gleichzeitig drei Sterne umkreist. Sie haben ihn jedoch noch nicht gesehen.

Toronto - In den vergangenen Jahren haben Astronomen bereits mehrere Planeten entdeckt, die zwei Sterne gleichzeitig umkreisen. Solche Entdeckungen werden auch zirkumbinäre Planeten genannt. Jetzt haben Forscherinnen und Forscher um Jeremy Smallwood von der Unitversity of Nevada nun möglicherweise den ersten Planeten gefunden, der sogar drei Sterne umkreist. Das berichtet die New York Times.

Zu finden ist dieser Planet im etwa 1300 Lichtjahre von der Erde entfernten Sternensystem „GW Ori“. Dieses System soll nach ersten Informationen drei Sterne beherbergen, die einander eng umkreisen. Zudem befindet sich dort eine riesige Staubscheibe, die alle drei umgibt. Zwischen dem inneren Ring und den beiden äußeren klafft eine große Lücke.

Studie widerlegt gängige Theorie

Eine gängige Theorie über die Entstehung dieser Staubringe war bislang, dass das Drehmoment der drei Sterne die Gasscheibe um die Sterne in diese unterschiedlichen Schichten aufteilen könnte. Dies wurde in der neuen Studie mithilfe einer Modellierung überprüft. Demnach könnte der Druck der Sterne die Scheibe zwar verziehen, jedoch nicht brechen.

Die neue Studie, die in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht wurde, deutet die Lücke in den Staubringen um die Sterne darauf hin, dass versteckte Planeten die drei Sterne umkreisen. Es könnte sich also um den ersten bekannten "Zirkumtriple"-Planet handeln.

Forscherinnen und Forscher konnten Planeten bislang nicht sehen

„Es ist wirklich aufregend, weil es die Theorie der Planetenentstehung wirklich festigt“, sagte Jeremy Smallwood, Hauptautor der Studie, in einer Pressemitteilung. „Es könnte bedeuten, dass die Planetenbildung viel aktiver ist, als wir dachten, was ziemlich cool ist.“

Mit dem sogenannten ALMA-Teleskop konnten die Forscherinnen und Forscher bislang noch keine direkten Beweise für einen solch besonderen Planeten erfassen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Erkenntnisse, die bislang nur Modellierungen entstammen, auch in der Realität bestätigen lassen.

Gegenüber der New York Times sagte die Astronomin Alison Young von der University of Leicester, dass in naher Zukunft Beobachtungen mit dem ALMA-Teleskop und dem Very Large Telescope geplant seien. Dabei könnte auch der Planet selbst abgelichtet werden. (ebb)

Die „Zweite Erde“ kreist wie unsere um einen Sonnenstern. Das Paar aus Planet und Sonne könnte Leben ermöglichen.

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