Platz für neue Kleider

Platz für neue Kleider - Zum Winterbeginn den Schrank ausmisten

Der Herbst beginnt. Keine Widerrede, das ist genau der richtige Zeitpunkt zum Ausmisten. Bevor neue Winterkleider in den Kleiderschrank wandern, sollten die alten aussortiert werden, damit der Schrank nicht überquillt.

Im Kleiderschrank stapeln sich Blusen, T-Shirts und Pullover in allen Farben und Formen. Und ja nicht anfangen, die Röcke und Hosen zu zählen. Trotzdem stehen viele Frauen - und auch Männer - ratlos vor ihrem Klamottenberg und stöhnen: „Ich habe nichts zum Anziehen“. Fehlkäufe, abgetragene oder zu kleine Kleidungsstücke versperren oft den Blick auf die gute Garderobe. Da hilft nur, Ordnung zu schaffen.

Am besten tut man dies, wenn die Sommerklamotten weg- und die Wintersache hergeräumt werden. Aufräumcoach Rita Schilke rät, sich zum Ausmisten einen Termin im Kalender einzutragen. Sonst verbummele man die Gelegenheit wieder. „Ein regelmäßiges Durchsehen des Kleiderschranks, zum Beispiel alle zwei Monate, finde ich persönlich als sehr geeignet, um erst gar keine Ansammlung von nicht mehr aktuellen Kleidungsstücken entstehen zu lassen“, sagt Schilke. Realistisch sei aber, sich jeweils nur einen Bereich des Schrankes oder eine Schublade vorzunehmen.

Der Inhalt wird herausgeholt und in drei Stapel aufgeteilt: In „Aussortieren“, „Weiß nicht“ und „Behalten“. Dabei kommt es zunächst gar nicht auf die Frage an: Trägt man das noch? Sondern erst einmal wird das Kleidungsstück auf Herz und Nieren getestet: Ist es komplett oder muss es ausgebessert werden? Sind die Farben verblichen? Passt es noch? Sylvia Ebner, Bundesvorsitzende des Interessenverbands deutscher Farb- und Stilberater aus Stuttgart, rät, auch Kleidung von minderwertiger Qualität, die verwaschen ist oder ihre Form verloren hat, auszusortieren.

Der Stapel „Behalten“ geht zurück in den Schrank. Hierzu zählen vor allem die Lieblingsstücke - auch wenn sie gerade nicht der Mode entsprechen, sagt Sylvia Ebner. Die Passform müsse allerdings stimmen. Auch Klassiker gehören auf diesen Stapel: Jene Teile mit zeitlosen Schnitten wie das Kleine Schwarze, eine weiße Bluse oder der Bleistiftrock. Auch einfarbige Teile benötige man immer zum Kombinieren.

Der Berg mit „Weiß nicht„ wird ganz zum Schluss noch einmal durchgesehen. Beim zweiten Durchgang seien viele realistischer und sortierten noch mehr Kleidungsstücke aus, sagt Schilke. „Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und denken Sie nicht daran, wie viel die Jacke oder der Hosenanzug einmal gekostet haben. Das liegt in der Vergangenheit und ist vorbei.“

Alle Kleidungsstücke im Schrank sollten miteinander und mit Accessoires wie Schmuck, Tüchern, Schals, Mützen oder Hüten kombiniert werden können, sagt Ebner. Passt die orange Hose zu nichts, kommt sie weg. Hochwertige, klassische und zeitlose Kleidungsstücke ließen sich in der Regel gut mit Trendelementen kombinieren. „Schreiben Sie sich die Variationen auf“, rät die Stilberaterin. Fotos helfen, sich an besonders hübsche Variationen zu erinnern.

Schwierig ist, herauszufinden, was von den Teilen der vergangenen Saison noch modisch ist und bleiben wird. Man sollte sich hier an anderen orientieren: „Lesen Sie zum Herbst und Frühjahr ein paar Modezeitschriften mehr oder setzen sich einfach zum Gucken in ein Café“, rät Expertin Sylvia Ebner. Wer das eine oder andere ausrangiert, muss nicht gleich tief in die Tasche greifen, um das Loch im Kleiderschrank wieder zu stopfen. Man kann auch tauschen, etwa mit Freundinnen, wenn sie die gleiche Größe haben. Und der neueste Hit sind öffentliche Tauschpartys. Sie gibt es vornehmlich in größeren Städten. Für jedes mitgebrachte Kleidungsstück erhalten die Teilnehmerinnen eine Münze, erläutert Anja Kling, Projektleiterin der Tauschpartys „Swap in the City“ ihr Konzept. Jede Münze ist wiederum die Bezahlung für ein Stück, das man sich selbst aussucht. Die Alternative ist, gut erhaltene Kleidung zu Geld zu machen. „Fragen Sie in den Secondhandläden Ihrer Umgebung, auf welche Art von Kleidung sie spezialisiert sind“, rät Ebner. Sind einpaar Stücke verkauft, kann der Wintereinkauf losgehen. (dpa)

Von Marina Leunig

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