Weltall

Wird der Pluto bald wieder ein Planet? US-Astronomen mit neuen Argumenten

Pluto bald wieder ein Planet? Genutzte Definition basiert in Teilen auf „volkstümlichen Konzepten“
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Pluto bald wieder ein Planet? Genutzte Definition basiert in Teilen auf „volkstümlichen Konzepten“

Ein US-Forschungsteam fordert, dass Zwergplanet Pluto bald wieder als Planet definiert werden soll. Das Team argumentiert mit jahrhundertealten Erkenntnissen.

USA/ Kassel - Die Entscheidung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) Pluto zum Zwergplaneten herabzustufen, hat 2006 für große Differenzen zwischen den Astronomen geführt. Grund für die Herabstufung war eine neue Definition für Planeten. Als Planet gilt seit 2006 ein Himmelskörper, der folgenden Kriterien entspricht:

  • Er muss sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen.
  • Er muss genug Masse besitzen, um annähernd kugelförmig zu sein.
  • Und er muss seine Umlaufbahn dominieren - das bedeutet, dass der Planet im Laufe der Zeit seine Umlaufbahn von weiteren Objekten „geräumt“ haben muss.

Jedoch wird Pluto von Neptun beeinflusst. Zudem teilt er sich den Orbit mit anderen Brocken, damit wird er von der neuen Definition ausgeschlossen.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung legen US-Astronomen nun neue Argumente vor, warum Pluto wieder als Planet gelten soll. Forschende um Philip Metzger von der University of Central Florida haben ein Papier bezüglich der Taxonomie rund um den Planetenbegriff veröffentlicht. Eine fünfjährige Literaturrecherche brachte sie laut dem Online-Portal Digital Pioniers zu dem Entschluss, dass sich die Planetendefinition im Laufe der Jahrhunderte eher durch pragmatische anstatt durch wissenschaftliche Einflüsse verändert habe.

Pluto bald wieder ein Planet? Genutzte Definition basiert in Teilen auf „volkstümlichen Konzepten“

Die durch die IAU beschlossene Definition basiere in Teilen ebenfalls auf den „volkstümlichen“ Konzepten. Laut den Forschenden sei dies vehement abzulehnen. Aus wissenschaftlicher Sicht sei eine geologische Taxonomie deutlich passender. Diese würde Planeten laut dem Online-Portal Digital Pioniers nicht nach ihrer Umgebung, sondern nach ihrer eigenen, intrinsischen Beschaffenheit (Aufbau und Merkmale wie Wasser und Atmosphäre) bewerten.

Diese Sichtweise ist schon Jahrhunderte alt und wurde beispielsweise von Galileo Galilei vertreten. Er bezeichnete im Jahr 1632 Monde als Planeten, weil er auf der lunaren Oberfläche geologische Strukturen erkannt hatte, die denen der Erde ähnelten. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen brachten bereits nun einen Vorschlag zur Umformulierung der Definition vor.

Vorschlag von US-Forschenden: Nach der neuen Definition wäre Pluto bald wieder ein Planet

Demzufolge wäre ein Planet ein „Körper mit substellarer Masse, der nie eine Kernfusion durchlaufen hat“ und über ein hydrostatisches Gleichgewicht verfügt. Nach der neuen Definition würde die Liste der Planeten um ein Vielfaches länger werden. Laut Metzger wären dann etwa 150 Objekte eingeschlossen, darunter zahlreiche Monde – und auch der Pluto.

Forschende der University of Cambridge haben erst vor kurzem eine neue Art bewohnbarer Planeten im All entdeckt. Untersucht wird aktuell auch auf der Suche nach Leben im Weltall, welche Rolle Pinguine dabei spielen könnten. (Luisa Ebbrecht)


 

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