Entsetzlicher Handel mit Säuglingen

Polizei befreit schwangere Mädchen aus "Babyfabrik"

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Abuja - Die Polizei in Nigeria hat sechs schwangere Teenager aus einer mutmaßlichen "Babyfabrik" befreit. Für den Handel mit Säuglingen wurden dort offenbar Kinder wie am Fließband ausgetragen.

Die Mädchen seien bei einer Razzia in einer illegalen Geburtsklinik in der südlichen Stadt Port Harcourt entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der Polizei des Bundesstaates Imo, Joy Elomoko, am Mittwoch. Das jüngste der Mädchen sei 14 Jahre alt. Die Jugendlichen hätten ausgesagt, sie trügen Babys für potenzielle Käufer aus.

Die Razzia hing den Angaben zufolge mit der Festnahme eines verdächtigen Mädchens zusammen. Die Polizei hatte es Mitte Oktober in der nahe gelegenen Stadt Owerri zusammen mit einem einen Tag alten Baby entdeckt. Das Mädchen habe eingeräumt, das Kind in Port Harcourt zur Welt gebracht zu haben. Polizisten seien ihr bis zu der Geburtsklinik gefolgt. Die Leiterin der Klinik habe keine Genehmigung vorweisen können und sei festgenommen worden.

Unklar war, ob die Mädchen zu dem Aufenthalt in der Klinik gezwungen wurden oder nicht. Häufig suchen junge Frauen, die ungewollt schwanger sind, solche Einrichtungen auf. In anderen Fällen werden sie von ihrem Umfeld dazu gezwungen. Die Neugeborenen werden von den Kliniken für mehrere tausend Euro verkauft, wobei Jungen teurer sind als Mädchen. Die Frauen erhalten nur rund 150 Euro.

In den vergangenen Jahren wurden in Nigeria mehrere "Babyfabriken" aufgespürt, vor allem im Südosten des Landes. Nach Angaben der Vereinten Nationen zählt in dem westafrikanischen Staat Menschenhandel nach Korruption und Drogenhandel zu den häufigsten Verbrechen.

AFP

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