Ausschreitungen in Milwaukee

Schüsse bei Protesten: Mehrere Verletzte 

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Polizeiwagen mit eingeschlagener Windschutzscheibe: In Milwaukee hatte es schwere Krawalle gegeben. Foto: Milwaukee Police Department

Milwaukee - Wieder flammen in Milwaukee gewaltsame Proteste auf: Nachdem ein Polizist einen 23-Jährigen erschossen hatte, brachen die Proteste los. Dabei wurde eine Person angeschossen und mehrere Polizisten verletzt. 

Die US-Metropole Milwaukee kommt nicht zur Ruhe: Wütende Demonstranten bewarfen in der Nacht zum Montag erneut Polizeibeamten mit Steinen und feuerten Schüsse ab, wie die Polizei mitteilte. Eine 16-Jährige wurde angeschossen, mehrere Polizisten wurden verletzt. Die Nationalgarde wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

Vier Beamte und eine 16-Jährige verletzt

Bürgermeister Tom Barrett beschrieb die Lage als "sehr unbeständig". Polizisten in Schutzausrüstung wurden am späten Sonntagabend attackiert, als sie versuchten, Kundgebungen im Viertel Sherman Park aufzulösen. Ein Beamter wurde verletzt, als Angreifer einen Ziegelstein durch das Fenster seines Streifenwagens warfen, wie die Polizei im Online-Dienst Twitter mitteilte. Einer seiner Kollegen wurde demnach von einem "Projektil" am Helm getroffen. Nach Angaben von Bürgermeister Barrett mussten insgesamt vier Beamte im Krankenhaus behandelt werden. Ein 16-jähriges Mädchen sei von einer Kugel, offenbar einem Querschläger, getroffen worden. Seine Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich. Bei den Krawallen wurde ein Einsatzfahrzeug der Polizei beschädigt. Mehrere Angreifer wurden festgenommen. 

Sowohl der Schütze als auch der Opfer sind Afroamerikaner

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten rund 200 Demonstranten in der 130 Kilometer nördlich von Chicago gelegenen Stadt randaliert und Polizisten angegriffen. Mehrere Geschäfte wurden in Brand gesetzt, darunter eine Tankstelle und ein Geschäft für Autoteile, die vollständig zerstört wurden. Nach Angaben der Polizei wurden 17 Randalierer festgenommen. Auslöser der Unruhen war ein Polizeieinsatz, bei dem ein bewaffneter Verdächtiger erschossen wurde. Sowohl der Erschossene als auch der Schütze sind Afroamerikaner. Bürgermeister Barrett betonte am Sonntag, das 23-jährige Opfer habe zweifelsohne eine Waffe in der Hand gehalten, als der Polizist den Mann erschoss. Der junge Mann habe seine Waffe trotz Aufforderung nicht fallen gelassen. 

Nationalgarde angefordert

Der Bürgermeister erklärte, die Polizisten hätten bei ihrem Einsatz zur Eindämmung der Proteste am Samstag keinen einzigen Schuss abgefeuert. Teilnehmer der Krawalle hätten hingegen dutzende Schüsse abgegeben, vor allem in die Luft, sagte Barrett. Er rief die Anwohner auf, sich von den Protesten fernzuhalten. Der Gouverneur des Bundesstaats Wisconsin, Scott Walker, forderte unterdessen die Unterstützung der Nationalgarde an. Die 125 Gardisten sollten aber nur zum Einsatz kommen, wenn die Polizeiführung vor Ort dies für nötig erachte, sagte Walker. 

Stadtrat Rainey: Unruhen sind "Warnsignal"

In den vergangenen Monaten hatte es in den USA nach mehreren Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner wiederholt Proteste gegeben. Bei einer dieser Demonstrationen erschoss ein Schwarzer in Dallas Anfang Juli fünf weiße Polizisten aus dem Hinterhalt. Als Motiv soll er Hass auf weiße Polizisten angegeben haben. In der Stadt Baton Rouge tötete wenig später ein Heckenschütze drei Beamten. Unter afroamerikanischen Politikern in Milwaukee sorgte der tödliche Polizeieinsatz für Unruhe. Stadtrat Khalif Rainey wertete die Unruhen als "Warnsignal". Milwaukee sei in den vergangenen Jahren für Schwarze "einer der landesweit schlechtesten Orte zum Leben" geworden, kritisierte Rainey.

Polizei Milwaukee bei Twitter

AFP/dpa

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