Polizei: Sechs Kinder bei NATO-Luftangriff getötet

Kabul - Bei einem Luftangriff der Internationalen Schutztruppe ISAF sind in der ostafghanischen Provinz Kunar nach Polizeiangaben sechs Kinder ums Leben gekommen.

Die Kinder seien in den Bergen unterwegs gewesen, als NATO-Flugzeuge Bomben abgeworfen hätten, teilte Polizeichef Khalilullah Ziayee am Freitag mit. Die ISAF erklärte dagegen, Aufständische hätten in Kunar einen Militärposten attackiert, woraufhin Luftunterstützung angefordert worden sei. Bei den Gefechten seien vier Angreifer getötet worden. Angaben über getötete Zivilisten würden untersucht.

Das ist Afghanistan

Seit dem Sturz der Taliban vor acht Jahren sind Milliarden Hilfsgelder nach Afghanistan geflossen. © dpa
In dem Land am Hindukusch sind inzwischen mehr als 100.000 internationale Soldaten stationiert. © dpa
Afghanistan ist jedoch immer noch eines der korruptesten, ärmsten und gefährlichsten Länder der Welt © dpa
In Afghanistan leben auf einer Fläche, die knapp doppelt so groß ist wie Deutschland, rund 33 Millionen Menschen. © dpa
Dem Entwicklungsindex (HDI) der Vereinten Nationen zufolge ist Afghanistan derzeit das zweitärmste Land der Welt. Schlechter ist die Lage nur im Niger. © dpa
Der Index berücksichtigt neben dem Einkommen auch Faktoren wie Kindersterblichkeit, Unterernährung und Bildung. © dpa
Mehr als 50 Prozent der Afghanen leben Schätzungen zufolge unter der Armutsgrenze. © dpa
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt laut Vereinten Nationen bei 44 Jahren (Deutschland: 80 Jahre). © dpa
Der Durchschnitt der ärmeren Länder liegt laut Weltbank bei 59 Jahren. © dpa
Auf dem Korruptionsindex 2009 von Transparency International ist Afghanistan weiter zurückgefallen und steht auf dem vorletzten Rang. Noch schlechter ist die Lage nur in Somalia. © dpa
Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) unter Einberechnung eines Kaufkraftausgleichs 2008 bei 21,4 Milliarden Dollar oder 760 Dollar pro Kopf. © dpa
Für 2009 rechnet der IWF mit einem BIP von 25,1 Milliarden Dollar. © dpa
Das Volumen des illegalen Opiumhandels wird von der Weltbank auf ein Drittel des regulären BIP geschätzt. © dpa
Afghanistan produziert mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums, woraus Heroin hergestellt wird. © dpa
Für Projekte der Entwicklungshilfe und des Wiederaufbaus sind von der Bundesregierung von 2002 bis 2010 mehr als 1,2 Milliarden Euro Hilfsgelder zugesagt. © dpa
Bis Mitte August 2009 wurden davon 830 Millionen Euro ausgezahlt. © dpa
Damit ist es das größte Empfängerland deutscher Entwicklungshilfe. © dpa

Andernorts in Afghanistan starben unterdessen mindestens drei ausländische Soldaten bei Anschlägen. Wie die NATO-geführte ISAF mitteilte, wurden im Osten des Landes zwei Soldaten bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet. Ein weiterer kam im Süden ums Leben. Wie üblich machte die ISAF keine Angaben zur Identität der Toten.

Die Zahl der in Afghanistan getöteten NATO-Soldaten ist in den vergangen Monaten stark gestiegen. Laut der Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org verloren seit Jahresbeginn 465 ausländische Soldaten ihr Leben. Nach Angaben von Menschenrechtlern starben im ersten Halbjahr 2010 zudem mindestens 1074 Zivilisten.

dpa

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