Sie sparen Zeit und Geld

Diese Ratten schnüffeln für die Polizei

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Seit zwei Jahren werden die Ratten in Rotterdam ausgebildet. Ab 2014 sollen sie bei Ermittlungen helfen

Rotterdam - In den Niederlanden werden drei Ratten für den Polizeidienst ausgebildet. Verglichen mit einem Polizeihund spart das Geld und Zeit. Ab 2014 sollen die Ratten bei den Ermittlungen helfen.

Sie heißen Derrick, Magnum oder Poirot und sind die neuesten Mitarbeiter der niederländischen Polizei: Ratten, die Schießpulver-Rückstände und Drogen erschnüffeln können. Vor allem um Zeit und Geld zu sparen, trainiert die Polizei die Spürnasen mit den illustren Namen seit zwei Jahren in einem Gebäude in Rotterdam.

"Nach unseren Informationen sind wir die ersten weltweit, die Ratten für polizeiliche Ermittlungen abrichten", sagt Mark Wiebes, Leiter des Innovationszentrums der niederländischen Polizei. Eine Ratte kostet lediglich zehn Euro, während bei einem Spürhund für Anschaffung und monatelange Ausbildung zehntausende Euros anfallen.

Innerhalb von 15 Tagen können Ratten lernen, Gerüche zu unterscheiden

Seit Ende 2011 leben die Nagetiere in einem Käfig auf dem Gelände, wo auch Polizeihunde und Pferde trainiert werden. Die Ratten sind vorwiegend nachtaktiv und werden deshalb bei abgedunkelten Fenstern gehalten. "Je langweiliger das Leben der Ratte ist, umso besser" sei sie bei der Detektivarbeit, sagt die Projektleiterin Monique Hamerslag. Männliche Ratten erledigten die Schnüffelei außerdem besser als weibliche Tiere.

Die Ratten "brauchen kaum zehn bis 15 Tage, um einen bestimmten Geruch von anderen zu unterscheiden", sagt Hamerslag, während sie Derrick aus seinem großen Käfig nimmt und in den kleineren "Arbeitskäfig" setzt. Während der Trainingseinheit werden an der Seite des Käfigs vier kleine Tee-Eier angebracht, von denen eins Rückstände von Schießpulver enthält. Gerade mal zwei Sekunden braucht der braun-schwarze Derrick, um das richtige Ei ausfindig zu machen. Als Belohnung gibt es ein Klicken und einen Sonnenblumenkern.

Anfang nächsten Jahres sollen die Ratten ihren Dienst antreten

Gibt es nach einer Schießerei mehrere Verdächtige, so sind Hinweise auf Schießpulver-Rückstände sehr nützlich. Schließlich sind Labortests teuer und dauern bis zu zwei Stunden, bei mehreren Verdächtigen noch länger. Zwar dürfen die Erkenntnisse von Spürratten nicht bei Gericht verwendet werden, doch geben sie den Forensikern immerhin Anhaltspunkte, etwa welche Kleidung sie als erstes testen sollten. Ohne Beweise darf die niederländische Polizei Verdächtige nur maximal sechs Stunden festhalten - der Einsatz der Ratten kann also dazu beitragen, die Freilassung eines Schuldigen zu verhindern.

Die Idee, Ratten zu beschäftigen, entwickelte Hamerslag in ihrer Abschlussarbeit vor ihrem Eintritt in den Polizeidienst. Dabei bezog sie sich auf eine Hilfsorganisation, die in Tansania Ratten zur Erschnüffelung von Landminen einsetzt.

Erste Tests über die Einsatzfähigkeit der Schnüffler verliefen vielversprechend. Der Innovationsbeauftragte Wiebes hofft, dass die Nager bereits Anfang nächsten Jahres bei Ermittlungen helfen können.

Die Scheu der Ratten ist das größte Problem

Das größte Problem ist jedoch die Scheu der Tiere. In einer neuen Umgebung bewegen sich Ratten im Gegensatz zu Hunden nur widerstrebend: Etwa an einem Tatort, wo eine Leiche vermutet wird, einem Schiffscontainer, wo Drogen versteckt sind oder bei Durchsuchungen an einem Flughafen.

"Am besten ist es, wenn der Geruch zu den Ratten gebracht wird und nicht umgekehrt", sagt Hamerslag. "Das heißt, wir müssen Proben nehmen und sie dorthin bringen, wo die Ratten sind." Die Nagetiere würden daher nie die Polizeihunde ersetzen, doch hätten sie andere Fähigkeiten und Vorteile, hebt Hamerslag hervor.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

Wiebes pflichtet ihr bei: "Ein Hund ist von Natur aus ein Raubtier, deshalb hat er keine Angst vor fremden Orten. Andererseits könnte ein Hund nicht wie eine Ratte leben und seine Zeit in einem kleinen, abgeschlossenen Raum verbringen, das wäre ihm zu langweilig."

AFP

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