Behörden verteidigen sich

Polizisten erschießen zwei Hunde: Wütende Proteste nach umstrittenem Einsatz

+
Erschossene Hunde, aufgebrachte Bürger: Was sich jetzt ereignet hat, erregt über die Stadt hinaus die Gemüter. Polizisten haben die Tiere mit ihrer Dienstpistole getötet, so viel ist gesichert.

Rüsselsheim. Erschossene Hunde, aufgebrachte Bürger: Was sich im südhessischen Rüsselsheim ereignet hat, erregt über die Stadt hinaus die Gemüter. Polizisten haben zwei Tiere mit Dienstpistolen getötet, so viel ist gesichert. Doch war es auch angemessen? Proteste gipfelten in einer Petition mit 70.000 Unterzeichnern.

Das sagt Polizeisprecher Torsten Werner

Das Töten eines Hundes ist auch für die Polizei in der Region nur das allerletzte Mittel. Das sagt Polizeipressesprecher Werner. Die Pistole werde nur eingesetzt, wenn keine Personen Schaden nehmen könnten und zugleich eine Gefährdung für andere bestehe. Generell würden andere Wege wie der Einsatz eines Hundefängers angestrebt. An einen vergleichbaren Fall wie in Südhessen kann sich bei der Polizei niemand erinnern.

Unstrittig ist, dass es am Dienstag zu einem Polizeieinsatz in der Innenstadt Rüsselsheims gekommen ist. Ein Passant alarmierte morgens die Polizei, weil die beiden Staffordshire-Terrier frei in der Innenstadt herumliefen. Die Polizei versuchte nach eigener Darstellung, die Tiere einzufangen. Doch dies misslang laut Behörden ebenso wie eine Einbeziehung des Tierheims.

Auch ein Verwandter des Hundehalters sowie ein Passant wollten die herumlaufenden Tiere wieder einfangen, wurden aber von den Tieren verletzt. Was dann passierte, sieht man auf einem Video, das ein Augenzeuge ins Netz gestellt hat. Auf den verwackelten Aufnahmen sieht man, wie die Polizisten den Hunden nachstellen, ihre Waffe auf sie richten und dann mehrfach schießen. Die Hunde bleiben schließlich regungslos liegen.

Doch mussten die Tiere wirklich sterben? Die Polizei sagt: Ja. Die Tiere hätten Passanten angefallen, die Sanitäter hätten ihren Rettungswagen nicht verlassen und den Verletzten zu Hilfe eilen können. „Deswegen mussten die beiden Terrier getötet werden.“ Dagegen steht unter anderem die Aussage des Tierheims, es sei wieder abbestellt worden und hätte gar nicht eingreifen können.

Lesen Sie auch:

Petition gegen den Polizeieinsatz (extern)

Außerdem gibt es Vorwürfe von Bürgern, dass die Aktion der Polizei unverhältnismäßig gewesen sei. Der Protest formiert sich auf einer Facebook-Seite, auf der für Sonntag zu einer Demonstration aufgerufen wird. Eine Petition hat 70.000 Unterzeichner gefunden. Diese fordern eine Dienstaufsichtsbeschwerde und Konsequenzen. Unterdessen hat der Mann, der den Hund wieder einfangen wollte und dabei verletzt wurde, Strafanzeige gegen den Halter gestellt.

Nicht nur in Hessen wird der Staffordshire als so genannter gefährlicher Hund angesehen, der nur unter Bedingungen gehalten werden darf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.