"Dönermorde": Neonazis sollen auch Kasseler Opfer getötet haben

Heilbronn/Kassel. Sensationelle Entwicklung bei der mysteriösen Döner-Mordserie: Der 21-jährige Halit Y., der am 6. April 2006 in Kassel erschossen wurde, könnte von Neonazis getötet worden sein.

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Die Ermittler haben außerdem herausgefunden, dass die Mordserie im Zusammenhang mit einem Mord an einer Heilbronner Polizistin aus dem Jahr 2007 steht. Ein weiterer Polizist wurde damals schwer verletzt. Die Dienstwaffen der Polizisten wurden vor einer Woche in einem Wohnmobil bei Eisenach sichergestellt.

In der Wohnung der mutmaßlichen Täter in Zwickau wurde zudem die Pistole gefunden, mit der die Döner-Morde verübt worden waren. Zwei Männer, denen auch mehrere Banküberfälle angelastet werden, begingen nach Polizeiangaben in dem Wohnmobil Selbstmord. Nach den bisherigen Erkenntnissen hatten die Männer und deren mittlerweile verhaftete 36-jährige Gefährtin Beate Z. bereits Ende der 1990er-Jahre Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen.

In der Zwickauer Wohnung wurden Beweise sichergestellt, die auf ein rechtsextremes Motiv für die Morde hindeuten. Die Ermittlungen hat gestern die Bundesanwaltschaft übernommen. Beate Z. steht unter dem Verdacht des Mordes, des versuchten Mordes und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Bei den Döner-Morden waren acht Türken und ein Grieche getötet worden. Der Kasseler Halit Y., der ein Internet-Café an der Holländischen Straße betrieb, war das letzte Opfer.

Zuvor hatte es Morde in Nürnberg (2000, 2001, 2005), Hamburg (2001), München (2001, 2005), Rostock (2004) und Dortmund (2006) gegeben. Die Serie hatte große Aufmerksamkeit ausgelöst. Die Ermittler fanden an den Tatorten kaum verwertbare Spuren. Auch das Motiv war unklar. Die getöteten Kleinunternehmer galten allesamt als gut integriert, sie kannten sich nicht. (tho)

Fotos: Dönermord-Serie: Der Kasseler Fall

Nazi-Mordserie: Der Kasseler Fall

Rubriklistenbild: © HNA

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