Agressive Schwärme mit bis zu 20.000 Tieren

Möwen terrorisieren Stadt in Neuseeland

Wie in Hitchcocks Film „Die Vögel“ terrorisieren tausende Möwen die kleine neuseeländische Stadt Porirua. Die aggressiven Schwärme umfassen bis zu 20.000 Vögel. Einige Firmen mussten ihre Mitarbeiter nach Hause schicken.

Vogel-Plage in einer neuseeländischen Kleinstadt: Tausende Möwen terrorisieren die kleine neuseeländische Stadt Porirua und ihre rund 50.000 Einwohner. Die Möwen treten in großen Schwärmen von bis zu 20.000 Tieren auf und hinterlassen Kot, Knochen und Müll auf Dächern, in Straßen und Gärten. Das Vogel-Problem hat sich inzwischen so ausgewachsen, dass einige Firmen ihre Mitarbeiter nach Hause schicken mussten und andere überlegen, ob sie Porirua ganz verlassen sollen, wie die neuseeländische Mediengruppe Fairfax NZ in ihren lokalen Medien berichtete.

Unerträglicher Gestank, Dreck und Maden

Laut Fairfax NZ musste die Firma Wellington Windows and Doors bereits das oberste Stockwerk ihres Firmensitzes räumen, nachdem der Möwenkot auf dem Dach einen unerträglichen Gestank verströmte und Maden von der Decke fielen. Auch die Firma Pacific Wallcoverings berichtete, sie habe ihre Arbeit unterbrechen und Personal nach Hause schicken müssen, da der Gestank und die Gesundheitsrisiken zu groß wurden, nachdem der Hinterhof der Firma regelmäßig mit Müll und Dreck überquoll.

Vogelkot enthält viele Mikroorganismen, darunter auch Krankheitserreger. Meist wird das nicht zum Problem, doch die schiere Anzahl der Tiere und die Mengen an Kot haben in Porirua so überhand genommen, dass selbst die Dächer der Häuser durch den Kot der Tiere bereits angefangen haben sollen zu korrodieren.

Vogelstudie, Müll-Management und Abschuss

Bisher stand die Gemeinde von Porirua dem Problem recht hilflos gegenüber. Doch der Druck der Geschäftsleute nimmt so zu, dass erste Reaktionen angedacht werden. Darunter sind eine Vogelstudie, die herausfinden soll, wo die Tiere nisten, um sie an der Quelle zu entfernen, besseres Management der lokalen Müllhalde und der Abschuss der Vögel. Doch die Firmenbesitzer zweifeln, wie viel die Gemeinde jetzt noch tun kann. Der Eigentümer der Firma Pacific Wallcoverings, Allen Shanks, sagte Fairfax NZ, dass das Möwenproblem heute sieben Mal schlimmer sei als noch 2006, als er und andere Geschäftsleute die Gemeinde zum ersten Mal darauf angesprochen hätten. „Sie haben den Zug vor Jahren verpasst, als sie noch ein viel kleineres Problem hätten angehen können“, sagte er dem neuseeländischen Medium.

Virginia von Geiern geplagt

Dass Vögel zur Plage werden können, gibt es nicht nur in Alfred Hitchcocks Klassiker „Die Vögel“. 2011 beispielsweise sorgten 500 Geier in einem Ort im US-Staat Virginia für Angst und Schrecken unter den Einwohnern. Auch in diesem Fall war der Kot der Tiere eines der Hauptprobleme. Zudem hatten einige Bürger an dem ohrenbetäubenden Kreischen der Tiere Anstoß genommen. Auch damals entschied man sich, einen Teil der Geier zum Abschuss freizugeben, um das Problem in den Griff zu bekommen und dass, obwohl die Tiere in Virginia – anders als die betroffene Möwenart in Neuseeland – sogar unter Artenschutz standen. (yce)

Rubriklistenbild: © dpa

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