Potenzmittel & Souvenirs 

Dafür sterben bedrohte Tiere

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Tiger und viele andere bedrohte Tiere sterben für die Produktion fragwürdiger Heil- und Potenzmittel oder einfach nur für Souvenirs.

Berlin - Tigerpenisse als Potenzmittel und zermahlene Rhinozeros-Hörner als Heilmittel gegen Krebs: Für diese fragwürdigen Heilmittel lassen zahlreiche bedrohte Tierarten ihr Leben

Das Überleben vieler Tierarten ist bedroht. Teile dieser Tiere gelten als Potenz- und Heilmittel oder werden zu Andenken verarbeitet. Vor allem in Asien sind zu Pulver zermahlene Rhinozeros-Hörner ebenso begehrt wie Tigerpenisse, Leopardenknochen oder Produkte von 1500 weiteren Tierarten.

NASHORN: Dem traditionellen Heilmittel „Rinoceri cornu“ wird eine fiebersenkende Wirkung zugesprochen - auch wenn die wissenschaftlich nicht belegt ist. Es wird bei Krämpfen, Blutungen, infektiösen Erkrankungen und Bewusstseinstrübung eingesetzt, in Vietnam neuerdings auch bei der Krebsbehandlung. Der Aberglaube von der potenzfördernden Wirkung des harten Horns sorgt bei steigendem Wohlstand in China und Südostasien trotz geschätzter Schwarzmarktpreise von bis zu 14 000 Euro für ein Kilogramm des Horns für eine zusätzliche Nachfrage nach „Rhino-Pulver“.

Rote Liste: Diese Arten sind bedroht

Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat nun eine neue rote Liste bedrohter Arten veröffentlicht. Einige der Tiere sehen Sie in unserer Fotostrecke: © Bosse Jonsson dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Hier eine Königskobra. © Bosse Jonsson dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Auch der Rote Fruchtvampir (Stenoderma Rufum) steht auf der Roten Liste. © Allen Kurta dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Genauso wie der Rotkehl-Brilliantkolibri (Heliodoxa gularis). © Chris Sloan dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Neu auf der Liste ist der Springaffe Callicebus caquetensis. © Javier Garcia dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Ebenfalls bedroht: Der Netz-Peitschenschwanz-Rochen (Himantura leoparda). © Joe Wu dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Der Giant Australian Cuttlefish (Sepia apama) wurde 2012 erstmals in die Rote Liste aufgenommen. © Roger Hanlon dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Das Korallenriff auf den Raja Ampat-Inseln im Süden Indonesiens: 33 Prozent der Riffe bildenden Korallen gelten als bedroht. © IUCN Photo Library/Jason Suwandy dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Das Foto zeigt einen Israelische Scheibenzüngler (engl. Hula Painted Frog - Discoglossus nigriventer), der bereits als ausgestorben galt und jetzt wiederentdeckt wurde. © Oz Rittner dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Auch bedroht: Der Große Feuerfalter (Lycaena dispar). © Wikimedia Commons, user: Rosenzweig dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Die Burmesische Python (Python bivittatus) ist auch vom Aussterben bedroht. © Mark Auliya dpa
Bedrohte Tier- und Pflanzenarten
Hier ein Nolasco Spiny-tailed Iguana (Ctenosaura nolascensis). © Scott Trageser dpa
Dieser Vogel ist in Südkorea zuhause und ebefalls bedroht: der Paradise Flycatcher. © dpa
Rote Liste: Diese Arten sind bedroht
Der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata) gilt unter anderem aufgrund des Klimawandels und der Umweltverschmutzung als bedroht ("endangered"). © dpa
Rote Liste: Diese Arten sind bedroht
Der chinesische Kugelfisch (Takifugu chinensis) ist akut vom Aussterben bedroht. © dpa
Rote Liste: Diese Arten sind bedroht
Wegen jahrelanger Überfischung wird der Nordpazifische Blauflossen-Thunfisch als gefährdet aufgeführt. © dpa

ELEFANT: Die Stoßzähne afrikanischer Elefanten werden häufig zu Souvenirs verarbeitet. Obwohl der Handel mit dem Elfenbein seit mehr als 20 Jahren verboten ist, töten Wilderer die Dickhäuter weiterhin zu Tausenden. Mal werden sie erschossen, mal ihre Wasserstellen vergiftet. In den 80er Jahren sollen noch 1,2 Millionen Elefanten die afrikanischen Savannen und Wälder bevölkert haben. Inzwischen ist ihre Zahl auf geschätzte 470 000 bis 690 000 Exemplare gefallen.

TIGER: Die asiatischen Raubkatzen werden gewildert, weil ihre Penisse oder Knochen in der traditionellen koreanischen und chinesischen Medizin als Grundstoff für Liebeselixiere gelten. Salben und Mixturen aus den Knochen werden zudem als Statussymbol betrachtet - ebenso wie die chinesische Tigerpenis-Suppe. Der Handel mit Tigerprodukten ist in China seit 1993 verboten, der illegale Handel floriert aber nach wie vor. Manche Tigerarten sind schon ausgestorben, alle anderen mindestens stark gefährdet.

dpa

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