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Lidl schießt mit Seitenhieb gegen Edeka ein Eigentor – „Unterste Gürtellinie“ 

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Von: Miriam Haberhauer

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Lebensmittelhändler kämpfen erbittert um ihre Kunden. Lidl holte nun zu einem Seitenhieb auf Konkurrent Edeka aus. Doch das verlockende Angebot wirkt beschönigt.

München – Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen. Supermärkte und Discounter versuchen deshalb mit allen Mitteln, Kunden in ihre Märkte zu locken – und schrecken auch vor einem Angriff auf die Konkurrenz nicht zurück.

Lebensmittel-Händler im Preiskampf: Seitenhieb auf Konkurrenz

Im Kampf um Kunden holte die Discounter-Kette Lidl nun zu einem Seitenhieb auf Konkurrent Edeka aus: „Spare nicht an der Qualität. Sondern am Preis“, heißt es in einer Werbeanzeige, die der Discounter Anfang des Jahres auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, berichtet merkur.de.

Bei dem beworbenen Produkt handelt es sich um einen Obst- und Gemüsewarenkorb mit verschiedenen Lebensmitteln. Bei Lidl gibt es die Tüte laut Werbung für 11,03 Euro, bei Konkurrent Edeka zahlen Kunden für die gleiche Menge Lebensmittel 15,85 Euro. Knappe fünf Euro – 30 Prozent – sollen sich Kunden so angeblich sparen, verspricht Lidl.

Eine einzige Filiale vs. komplettes Sortiment – Unfairer Vergleich?

Ein verlockendes Angebot, könnte man meinen. Bei genauerem Hinsehen wird aber schnell klar: Lidl drehte sich die Warenkorb-Werbung ganz bewusst passend zurecht. Dem Vergleich liegt nämlich nur eine einzige Edeka-Filiale zugrunde, wohingegen Lidl einfach das günstigste Angebot aus seinem kompletten Sortiment nehmen konnte. „Der Warenkorbvergleich beruht auf einem Einkauf von hier exemplarisch dargestellter Waren am 28.12.2022 in der Edeka Sommer Filiale Tullastr. 4, 75031 Eppingen sowie bei Lidl Deutschland“, heißt es im Facebook-Beitrag.

Auch die ausgewählten Produkte in der Obst- und Gemüsetüte spielen dem Discounter-Riesen in die Karten: Enthalten sind Himbeeren, Trauben, Kiwi, Paprika, Radieschen, Lauchzwiebeln und Zucchini. Für die meisten Produkte liegen die Preise bei beiden Lebensmittel-Händlern nahe beieinander. So kostet beispielsweise das Kilogramm Zucchini bei Edeka gerade einmal 20 Cent mehr als bei Lidl.

Anders schaut es aber beim Paprika-Vergleich aus: Das rote Gemüse kostet in der ausgewählten Edeka-Filiale ganze zwei Euro mehr als die günstigste Lidl-Option. Zwei Euro der versprochenen 4,82 Euro Ersparnis entfallen also auf ein einziges Produkt. Auch bei anderen Produkten bekommen Kunden die rasant gestiegenen Preise deutlich zu spüren: Einige Produkte wurden bis zu 70 Prozent teurer.

Vergleichende Werbung bei Lidl: „Sowas macht man nicht“

Discounter-Gigant Lidl versucht, mit solchen Werbungen mehr Kunden in seine Märkte zu locken. Aber nicht bei allen kommt der offensive Preiskampf gut an: „Das ist nicht schön und sowas macht man nicht“, kommentierte ein Nutzer. „Geht es Lidl so ‚schlecht‘ (…), dass sie so eine Werbung nötig haben?“ Ein anderer User meinte: „Einfach nur unterste Gürtellinie, dass ihr euch mit Edeka so vergleicht.“

Vergleichende Werbung ist in Deutschland zwar meist nicht gern gesehen, aber durchaus erlaubt. „Vergleichswerbung ist nicht per se verboten, unterliegt durch § 6 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) aber strengen Einschränkungen“, so juraforum.de. Es gibt dabei jedoch zahlreiche Voraussetzungen zu beachten. So darf die Werbung beispielsweise nicht irreführend sein und den genannten Konkurrenten nicht herabsetzen.

Preiskämpfe sind auf dem deutschen Markt bei weitem nichts Neues: bereits vor einigen Jahren herrschte zwischen Aldi und Lidl ein erbittertes Ringen um die niedrigsten Preise. (mlh)

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